Ulrich Schödlbauer

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Wie ein Schläfer irgendwann aufsteht, sich einen Kaffee braut und an die Arbeit geht, so sehen wir Josefine, abseits der Stunden göttlichen Gesangs, Fäden aufnehmen, Kontakte knüpfen, sich durch kleine Gaben unentbehrlich machen, ein Wort einlegen oder auch zwei, empörte Rivalen vorneherum besänftigen und hinterrücks gegeneinander aufstacheln, Konkurrentinnen mit einer Drehung der Hinterpfote ins Nichts befördern, sich beim aschgrauen Herrscher aller Mausklassen unentbehrlich machen (und ihm, zum Gaudium der Vielen, unauffällig Mausdreck ins Gesicht reiben), kurz das übliche Geschäft einer blitzwachen Person betreiben, die noch viel mit sich vorhat und keine Zeit zu verlieren wünscht. Liiert ist sie in diesen entscheidenden Tagen, zur Verwunderung ihrer Entourage, mit einer Spitzmaus, einem auf Draht gezogenen Schweiger, auf dessen Ansprache sie, wie sie sagt, große Stücke hält, worauf alsbald das Gerücht die Runde macht, sie sei Lesbe. Ist das wichtig? Vielleicht, denn es zeigt, dass Mäuse niemanden ertragen, an dem nichts ist: Sie hängen ihm alles Mögliche an und treiben das Spiel umso bunter, je farb‑ und gesichtsloser die Person daherkommt, der sie sich nun einmal mit Haut und Zitterhärchen verschrieben haben.

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