Ulrich Schödlbauer

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Wie geht es weiter im Lande J.? Das fragen sich viele, nicht nur die Hausgeister. Am eifrigsten fragen sich diejenigen, die sich am meisten sorgen, dass keiner Wind davon bekommt: die Karrieristen und Kübelreiter der Republik, welche auch im Monarchiat munter fortbesteht. Denn selbst Josefine kann nicht verhindern, dass von Zeit zu Zeit Wahlen stattfinden, bei denen sie zwar keine Mehrheit mehr findet, aber immer ein paar Fußwärmer, die ihr das Weitermachen ermöglichen. Darauf, aufs Weitermachen, kommt es schließlich an. »Wer, wenn nicht ich?« steht in herrlicher Antiqua quer über dem Porträt ihres großen Vorbildes, der Prinzessin Brambilla, das Wladimir ihr einst schenkte und das, solange sie am Schreibtisch sitzt, die Leere um sie herum ausfüllt, zumindest wenn man sich ihr von vorne nähert und die Audienz ihren geregelten Gang geht. Du natürlich, denkt Josefine und genehmigt sich, eingedenk jener Nacht im Moritzkeller 2.0, ein weiteres Du.

»Wie geht es weiter im Lande Jottchen?« Ein Satiriker hat daraus ein Format geschaffen und spricht seither jeden Abend zum Volk. Das Volk, das, Josefines Schweigen im Gemüt, sich nach nichts mehr als nach Ansprache sehnt, hängt gebannt an seinen Lippen und will sich krummlachen vor Ärger über den laufenden Irrsinn. »Hält sie uns für bescheuert oder ist sie es selbst?« fragt der Satiriker und stets weiß er dabei das Gesetz auf seiner Seite. Es ist sein Helfer in guten und schlechten Tagen geworden, ganz gegen seine ursprüngliche Absicht, die dahin ging, sich einen Teufel um law & order zu scheren. Doch der Teufel steckt, wie bekannt, im Detail und scheißt von dort, hat er sich einmal eingerichtet, auf den großen Haufen.

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