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Lothar Machtan, Prinz Max von Baden. Der letzte Kanzler des Kaisers. Eine Biographie, Berlin: Suhrkamp-Verlag 2013, 668 Seiten

Prinz Max von Baden (1867-1929) war der letzte kaiserliche Reichskanzler. Wegen dieser Funktion, die er nicht mehr als fünf Wochen ausübte, taucht er in allen einschlägigen Geschichtsbüchern auf, und alle historisch Interessierten haben zumindest den Namen gehört bzw. gelesen. Die Biographie eines nach übereinstimmendem Urteil komplett Gescheiterten mag auf den ersten Blick weniger faszinierend erscheinen. Wie stets kommt es darauf an, wie man es macht, und Lothar Machtan zeigt uns, wie aufschlussreich und spannend die intensive Beschäftigung mit einem menschlichen Leben sein kann.

Es war wohl der DDR-deutsche Bismarck-Biograph Ernst Engelberg, der einmal sagte, wer sich nicht für lebendige Menschen interessiere, sei kein Historiker, sondern ein Verwalter von Begriffen. Die historische Biographie erfordert in besonderem Maß die Fähigkeit des Einfühlens in eine andere Person, des ›Verstehens‹ im ursprünglichen geisteswissenschaftlich-historistischen Sinn, ergänzt um tiefenpsychologische Kenntnisse, und die eigentliche Kunst des geschichtswissenschaftlichen Biographen besteht darin, diesen Zugang mit der strengeren Analyse zu verbinden, welche die grundlegenden Strukturen und Prozesse einbezieht. Dieses hat Lothar Machtan in bewundernswürdiger Weise geschafft. Und das trifft auch auf die formale Gestaltung zu, auch in literarischer Hinsicht ein Werk von hohem Rang, geschrieben nicht nur in klarer und kultivierter Sprache (was man von allen Historikern verlangen sollte), sondern geradezu kunstvoll, ohne effekthascherisch zu wirken.

Die Biographie, namentlich für die Jahre vor der Kanzlerschaft und für die nicht öffentlichen Aspekte, musste im Wesentlichen aus den verstreut in etlichen Archiven lagernden Originalquellen rekonstruiert werden; die spezielle und allgemeinere Forschungsliteratur lieferte Ergänzendes. Also die Kärrner-Arbeit des Historikers. Dass ihm das Hausarchiv der früheren badischen Herrscherfamilie, wie anderen Forschern auch, verschlossen blieb, hat sich wegen diverser paralleler bzw. – bei Briefwechseln – andersseitiger Überlieferungen als weitaus weniger problematisch erwiesen als man annehmen könnte.

Wer eine Biographie schreibt, muss, um einen guten Job zu machen, seinem Objekt nahe kommen, ohne jedoch die gebotene wissenschaftliche Distanz aufzugeben. Das gilt sogar für extrem schlecht beleumundete Figuren wie Tyrannen und Schwerverbrecher. Machtan verschweigt, verschleiert oder verniedlicht nichts, etwa die offenkundige Homosexualität seines unheldischen Helden, aber er legt die Dinge in einer Art und Weise dar, die nichts Voyeuristisches oder gar Denunziatorisches hat.

Man kann im Hinblick auf Max von Baden von einem wahrhaft tragischen Schicksal sprechen. Da musste jemand, hineingeboren in den Fürstenstand, der – zumindest pro forma – das Deutsche Reich von 1871 gegründet hatte und trug, das weitgehend aus Etikette bestehende Korsett hochadeligen Daseins tragen, sich dann (nach einer gescheiterten Verlobung) sogar verheiraten, und für den Nachwuchs sorgen, einer, den es eher nach einem freien Leben gelüstete, der sich eher zur Literatur, zur Musik, zur Kunst hingezogen fühlte. Nach dem Tod des geliebten Vetters Ludwig 1888 galt es, sich auf die Thronfolge vorzubereiten. Dies wurde Max dann zum Lebensinhalt.

Wenn auch die enormen Privilegien und die Sonderbehandlung, die Max im Gymnasium, im Studium und in der Offizierslaufbahn des Berliner Garde-Kürassier-Regiments genoss (denn die Fürsten sollten sämtlich als Militärführer erscheinen), manches erleichterten, forderte das kaum selbst bestimmte und dem hochsensiblen, emotionalen Mann fremde Leben schon früh seinen Preis in Form von körperlichen und seelischen Leiden, mit denen sich sein Inneres gegen alle Zumutungen wehrte. Mehr als einmal war er dem Selbstmord nahe. Ärzte, Therapeuten und Lebensberater hatten jahrzehntelang eine existenzielle Bedeutung für ihn, teilweise auch als enge Freunde.

Lothar Machtan vermittelt uns nicht nur auf berührende Weise ein eindringliches Bild des badischen Kronprätendenten, er schreibt auch ein selbst vielen Fachleuten wenig vertrautes Teilkapitel deutscher Geschichte mit zunehmender Verdichtung gegen Ende der monarchischen Periode. Die eigentümliche Welt der weiterhin nicht nur repräsentierenden Spitzen einer ehedem feudalen Klasse inmitten eines konstitutionellen, effektiv bürokratisch verwalteten Staates und einer weitgehend verbürgerlichten Gesellschaft sowie des hinter den USA modernsten und dynamischsten Industriekapitalismus der Jahre um 1900, wird dem Leser zugänglich. Bismarck hatte die Reichsverfassung von 1871 so entworfen, dass eine schleichende Parlamentarisierung der Regierungsweise und eine durchgreifende Demokratisierung des politischen Systems blockiert werden sollten. In den monarchischen Staaten Europas (und das waren bis 1917/18 alle außer Frankreich und der Schweiz sowie kürzlich Portugal) gingen diese Prozesse in der Regel schrittweise und als de facto Machtverschiebung zwischen Institutionen vor sich (auch dort nicht ohne Druck von unten). Das klassische, aber nicht einzige Beispiel ist Großbritannien. In Deutschland ist der Durchbruch zur parlamentarischen Monarchie bis zum Herbst 1918 nicht erfolgt, während auf Reichsebene von Anfang an ein nach dem Maßstab der Zeit ungewöhnlich fortschrittliches Wahlrecht (allgemein und gleich für Männer ab 25) galt; das Gegengewicht dazu bildete das Dreiklassenwahlrecht im übergroßen preußischen Hegemonialstaat. Wenngleich das Gewicht des Reichstags gegenüber dem Bundesrat der Fürsten vor allem nach 1890 größer wurde, die Staatssekretäre mit dem Reichskanzler Züge eines ursprünglich nicht intendierten kollegialen Ministeriums annahmen und die süddeutschen Länder anders als Preußen ihre Wahlrechte demokratisierten (darunter Baden), verharrte die Verfassungsentwicklung insgesamt aus verschiedenen Gründen vor der Hürde der Parlamentarisierung.

Auch Max war von der Angemessenheit der im sogenannten ›deutschen Konstitutionalismus‹ festgeschriebenen starken Machtposition der monarchischen Exekutive auf Reichs- wie auf Einzelstaatsebene überzeugt. Als Präsident der Ersten Kammer des Großherzogtums Baden, gewissermaßen des Oberhauses, war er unmittelbar Teil des Systems. Und wie die aristokratisch-großbürgerliche Oberklasse des Deutschen Kaiserreichs in ihrer überwiegenden Mehrzahl war er bei Ausbruch des Ersten Weltkriegs überzeugt, dass Deutschland die Kultur der Menschheit schlechthin verteidige, die Wahrheit gegen die Lüge, während die Feinde von niederen materiellen Beweggründen oder Neidgefühlen getrieben seien. Obwohl er sich, ohne der Front je allzu nahe zu sein, schon nach drei Wochen als gänzlich ungeeignet eigenmächtig aus dem Kriegsgeschehen zurückzog, revidierte er diese Einstellung nie, wenn er sie auch gegen Ende modifizierte. Es ist unmittelbar plausibel, dass die faktische Frontdienstverweigerung des erst 47-jährigen badischen Thronfolgers, der bis 1911 dem Rang nach aktiver (de facto wenig aktiver) Generalleutnant gewesen war, nicht nur ein Dilemma für das Ansehen seines Hauses war, sondern auch für Maxens Selbstwertgefühl eine tiefe Kränkung bedeutet haben muss, eine Kränkung, die auch die dann übernommene Tätigkeit beim badischen Roten Kreuz in der Verwundeten-Invaliden-Gefangenenbetreuung, nicht ganz kompensieren konnte. Dort konnte er immerhin seine größten Stärken erfolgreich einsetzen: eine ungewöhnliche Empathiefähigkeit sowie Liebenswürdigkeit und die Fähigkeit warmherziger Ansprache, allgemein: eine gekonnte Menschenbehandlung.

Es blieb ein Stachel und der zunehmende Drang, für das Vaterland Höheres, auch Kriegswichtiges zu leisten. Eine Reise nach Stockholm im November 1915, um das in den Spitzen russlandfeindliche Schweden zum Kriegseintritt an der Seite der Mittelmächte zu veranlassen, blieb ohne greifbares Resultat. Adressat war das verwandte – die vielfältige Verwandtschaft bzw. Verschwägerung ist als basale Gegebenheit des europäischen Hochadels stets im Auge zu behalten – schwedische Königshaus, das trotz entsprechender Sympathien angesichts der diesbezüglichen ablehnenden Haltung von Parlament und Regierung die Neutralität des Landes bekräftigen musste. Obwohl Max lange einen Sonderfrieden mit dem zaristischen Russland anstrebte (wobei die Zuneigung zu Zar Nikolaus, ›Niki‹, eine erhebliche Rolle spielte) und England als den Hauptfeind Deutschlands sah, trat er im letzten Jahr des Krieges mit recht abweichenden Ideen hervor, die ihm großenteils sein neuer Spin Doctor Kurt Hahn, ein hochbegabter, anglophiler junger Mitarbeiter der deutschen Auslandspropaganda, nahe gebracht hatte: Sich zu einem ›ethischen‹, vermeintlich menschheitsbeglückenden Imperialismus bekennend, die militärische Auseinandersetzung durch eine politische Kriegsführung ergänzend und sich zu liberalisierenden Reformen bereit findend, hätte Deutschland, so meinte Max, die Chance, nicht nur seine Großmachtstellung zu bewahren, sondern auch seine Weltgeltung noch zu erhöhen.

Den Sieg über Russland im Herbst 1917 nutzte das Deutsche Reich, nachdem es zu Beginn des Jahres mit der Eröffnung des unbegrenzten U-Boot-Kriegs den Kriegseintritt der USA provoziert und sich damit das Kräfteverhältnis zu seinen Ungunsten verschoben hatte, nicht dazu, um mit einem milden Frieden im Osten den inzwischen ebenfalls schon erschütterten Kampfeswillen der Briten und Franzosen weiter zu schwächen, sondern Deutschland zwang das nun bolschewistische Russland in Brest-Litowsk zu einem Friedensvertrag, gegen den das spätere Versailler Diktat geradezu sanft erscheint. Danach gab es für die Oberste Heeresleitung nur noch eine Option: in einer letzten Kraftanstrengung auch im Westen einen ›Siegfrieden‹ zu erzwingen. Alternativen bzw. Rückzugspositionen waren nicht konzipiert. Bis in die höchsten politischen Kreise hinein ließ nach dem Scheitern der zunächst erfolgreichen Westoffensive die Oberste Heeresleitung (OHL) Hindenburg-Ludendorff das deutsche Volk im Unklaren über die durch den bevorstehenden Einsatz amerikanischer Truppen fast aussichtslose militärische Lage, und so vergingen Wochen und Monate, bis die Politik imstande war zu reagieren. Wochen und Monate, in denen Prinz Max der Illusion nachhing, die Lage politisch retten zu können: nach außen und im Innern. Er phantasierte sich, angetrieben von Kurt Hahn, in die Rolle des sich aufopfernden großen Retters hinein.

Die deutsche Innenpolitik stellte sich in der zweiten Kriegshälfte folgendermaßen dar: Während im Protest gegen die sich offen artikulierenden Eroberungsziele eines großteils der Etablierten und gegen die immer schlechtere Lebensmittelversorgung eine Massenbewegung vor allem aus der Arbeiterschaft erwuchs (im Januar 1918 streikten schon 1½ Millionen), verloren der Kaiser und mit ihm die Bundesfürsten an Einfluss und Reputation zwischen der zeitweise nahezu diktatorischen Stellung der OHL und dem 1917 deutlicher hervortretenden Verlangen der Reichstagsmehrheit (Linksliberale, Mehrheitssozialdemokraten und jetzt auch Zentrumskatholiken) nach inneren Reformen und einem ›Verständigungsfrieden‹. Die Rückkehr zu den Vorkriegsverhältnissen schien kaum noch realisierbar; es blieb aber zunächst offen, ob das Mitte-Links-Lager, die sich im Herbst 1917 in der Deutschen Vaterlandspartei organisierende, auf einen Siegfrieden setzende und antidemokratische Rechte oder gar die soziale Revolution das monarchisch-konstitutionelle Regime alten Typs beerben würde.

Dass Prinz Max im Verlauf des zweiten Halbjahres 1917 und des Jahres 1918 mehr und mehr zum Hoffnungsträger prominenter Liberaler und Sozialdemokraten (darunter namentlich Friedrich Ebert) wurde, lag nicht an des Prinzen eindeutiger politischer Festlegung. Man wollte aus seinen stets vagen Äußerungen das herauslesen, was den eigenen Intentionen entsprach, schien doch eine Reichskanzlerschaft des Badeners besonders dafür geeignet, den Widerstand überzeugter konservativer Monarchisten und der Träger des Alten überhaupt gegen eine außen- und innenpolitische Umsteuerung wirkungsvoll paralysieren zu können und so den gleitenden, nicht revolutionären Übergang in eine wie immer im Einzelnen angepasste, jedenfalls stärker parlamentarisierte Monarchie und einen ›ehrenhaften‹, ausgehandelten Frieden zu ermöglichen.

Erst als die Oberste Heeresleitung Ende September 1918 den militärischen Offenbarungseid leistete und ultimativ ein deutsches Waffenstillstandsangebot von einer neu zu bildenden, durch die Reichstagsmehrheit getragenen Regierung verlangte, schlug die Stunde des Prinzen Max. Er hatte seinen eigenen Worten zufolge gemeint, fünf Minuten vor zwölf zu kommen, und musste feststellen, fünf Minuten nach zwölf gekommen zu sein. Er unterwarf sich trotz Widerstrebens der OHL, die die Verantwortung für die Niederlage und die Quasi-Kapitulation von sich abwälzen wollte. Im Hinblick auf militärische Optionen war der Spielraum fast auf Null reduziert; es drohte ein großer Frontdurchbruch der Alliierten. Hinsichtlich der Reform des politischen Systems fiel bremsend ins Gewicht, dass der neue Reichskanzler kein Demokrat war (auch nicht in einem ganz gemäßigten Sinn) und eine parlamentarische Monarchie nur unter großen Vorbehalten und als umständehalber unvermeidlich ansteuerte. In den schweren und sich weiter verschärfenden Konflikten, die sich aus der Machtstellung der verharrenden OHL und ihrer bedingungslosen Unterstützer einerseits, der sich anbahnenden Verweigerungsrevolution der Soldaten und Arbeiter andererseits ergaben – diese Grundkonflikte spiegelten sich in der Meinungsverschiedenheit innerhalb der Regierungsinstitutionen –, wirkte nicht zuletzt die von den allermeisten Zeitgenossen bemerkte und kritisierte persönlichkeitsbedingte Durchsetzungsschwäche des Prinzen Max lähmend aus. Zusammen mit seiner Befangenheit gegenüber seinem Vetter Kaiser Wilhelm II., als die Forderung nach dessen vermeintlich rettender Abdankung mit der im diplomatischen Austausch nach dem Waffenstillstandsgesuch dritten Note des US-Präsidenten Wilson vom 23. Oktober 1918 (am 24. Oktober angekommen) überlaut wurde, bedeutete das den weitgehenden Ausfall des Kanzlers, der eine Influenza bekam und später einen schweren Nervenzusammenbruch erlitt, als er am meisten gebraucht wurde.

Machtan kann zeigen, wie offen die innenpolitische Entwicklung des Deutschen Kaiserreichs noch im Oktober 1918 war (oder zumindest erschien), und er neigt in der Max-Biographie der Auffassung zu, ein energischerer politischer Führer aus einem deutschen Fürstengeschlecht hätte als ›Reichsverweser‹, Wilhelm II. zum Rückzug nötigend, zusammen mit den Mehrheitsparteien des Reichstags (sie bildeten später die Weimarer Koalition) den friedlichen und gewissermaßen legalen Übergang in eine parlamentarisch-demokratische Monarchie managen können. Und diese hätte unter Vermeidung der späteren Polarisierung zwischen Republikanern und Republik-Gegnern Deutschland und der Welt möglicherweise die Schrecken der 30er und 40er Jahre erspart. Der Regierungswechsel zu Max und die Verfassungsänderungen erfolgten, doch zu unentschieden, zu spät und für die Volksmassen in ihrer intendierten Bedeutung nicht erkennbar. Die Revolution überholte die Selbstreform des Ancien Régime.

Machtan kann die subjektive Seite des Scheiterns der Oktoberreform eindrücklich aufzeigen; daraus folgt aber nicht ihre objektive Machbarkeit (ob wünschenswert oder nicht). Um nur die wichtigsten Einwände anzudeuten: Auch ein demokratisch eingehegter Reichsmonarch und dessen Regierung hätten wohl keinen günstigeren Frieden erwarten dürfen, und es war vor allem der praktisch vom gesamten politischen Spektrum Deutschlands inhaltlich abgelehnte Friedensvertrag von Versailles, der in erster Linie die Republik delegitimierte, meist mehr als die Frage Republik oder Monarchie.

Die Hoffnungen, die sich im Oktober 1918 an die Parlamentarisierung der Verfassung hefteten, beruhten zum erheblichen Teil auf einer immer noch zu optimistischen Einschätzung der militärischen Lage bzw. auf der illusorischen Hoffnung, Niederlage durch geschicktes Eingehen auf Wilsons ›demokratisches‹, auf nationale Selbstbestimmung abhebendes Friedensprogramm politisch ausbalancieren zu können. Weiterhin darf man fragen, ob nach der frühzeitigeren Abdankung des Kaisers und der Beseitigung der preußischen Hegemoniestellung im Reich – beides rückte seit Sommer 1918 immer mehr in den Fokus der Forderungen aus dem Volk – der strukturell damit verbundene einzelstaatliche Partikularismus mit monarchischer Spitze nicht fast zwangsläufig gleichfalls zur Disposition gestellt worden wäre – und dann letztlich auch die vom ›Reichsverweser‹ nur zwischenzeitlich hypothetisch behütete Institution des Kaisertums. Ferner ist mit Blick auf die folgenden Jahre wie auf die gesamteuropäische Szenerie mit Fug und Recht zu bezweifeln, dass die sozialrevolutionäre Welle, die nicht allein von den anfangs kleinen linksradikalen Gruppierungen ausging, und die bewaffnete Reaktion der Gegenrevolutionäre ausgeblieben wären, wenn der Übergang zur parlamentarischen Demokratie unter Beibehaltung der monarchischen Staatsspitze erfolgt wäre.

 

Auch, erheblich gekürzt, in: Neue Gesellschaft / Frankfurter Hefte 3/2015

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