Mandelmilch

Im Universum der späten Mütter schmeckt die Milch bitter. Es hat ein gekacheltes Herz und gekachelte Wände. Draußen ist draußen, es geht uns nicht an. Wenn es uns etwas anginge, würde es sich schon durchsetzen. Es setzt sich aber nicht durch, deshalb ist es ja draußen. Ach ja, und: Was nicht draußen ist, das ist drinnen. Nicht dass du denkst, uns ginge hier etwas ab: keine Spur. Wir haben alles, was man so braucht. Ach ja, und: Liebe Grüße. Nach draußen. Hinter den Kacheln muss es wohl schön sein, sonst wärst du ja hier. Warum eigentlich nicht. Ich finde, du hättest es verdient. Meine Mandelmilch habe ich schon genommen, da ist nichts zu machen, du solltest dich nicht darum sorgen. Es geht dich nichts an, verstehst du? Apropos: ich bin kein Kind mehr. Wie konntest du das vergessen? Daran merkt man doch gleich, dass ich dir nicht wichtig bin. Ich kann übrigens damit leben. Wenn ich ein Haus habe – das hat keine Eile, aber wenn es dann soweit ist – steht immer ein Stühlchen für dich bereit. Da brauchst du dich nur hineinversetzen, schon geht es auf und davon. Hoppla, wo stehen wir? Eine Birne für jeden, aus der wird kein Schnaps mehr.

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