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Der meditative Ausgangspunkt der Landartinstallationen und MANAwerke des in Indien und Deutschland lebenden Künstlers Herbert Schero ist die aristotelische Maxime: Vor dem Betrachten kommt das Staunen. Entsprechend eröffnet der Kunstbildband MANA dem Betrachter außergewöhnliche Landschaften des Sehens und lädt dazu ein, den Formenreichtum und Zuspruch der Natur wieder zu entdecken. Getreu dem Motto Wilhelm Buschs: »So lange Herz und Auge offen, um sich des Schönen zu erfreun, so magst du freudig hoffen, wird doch die Welt vorhanden sein.«
»Mit dem melanesischen Begriff ›Mana‹ ist ein energetisches Lebensprinzip gemeint, das ursächlich das Schöpfungsprinzip aller Dinge beherrscht und diesen eine innewohnende Ausstrahlung und Wirkung verleihen kann. Die Verwandlung von Gewohnheitserscheinungen in poetische Rätsel oder die Veranschaulichung von Geltungs- und Wirkungsformen bestimmen Scheros Manakunst, die immer ganzheitliche Sinnschichten in sich einschließen. Sie entstehen durch Ritus und ›reine‹ Handlungen, sie wachsen prozesshaft in der alltäglichen Auseinandersetzung zwischen Alltag und Magie, Spannung und Stille.«
(Dr. Gottlieb Leinz, Stiftung Lehmbruck Museum)

Scheros Manaorte und -werke erschließen die »Poetik des Raumes« (Gaston Bachelard), die Rätselhaftigkeit und Gestimmtheit der Dinge und Orte: Eine Haut aus Blattgold schützt einen großen Felsen. Eine Reihe Plastikflaschen schwingt seriell über einem Fluss. Buchseiten, aufgespießt auf Pflanzen, fächern sich zu einem großen Halbkreis. Herbert Schero arbeitet an seinen Orten und in seinen Werken mit Gegensätzen. Sie vereinen Natur und Kunst, spielen mit Wirkungsvollem und Zufälligem, vermischen Zivilisation und Wildnis. Schero stellt in seinen Kunstwerken Sehgewohnheiten in Frage und bietet Irritationen von ungewöhnlicher Kreativität. »Ein Konzept, das zum Beindruckendsten gehört, was künstlerisch-poetisch als sinnstiftende Kritik an der Wirklichkeit geäußert wird.«
(Peter Klucken, Rheinische Post)

(Herbert Schero, MANA. Vom Zuspruch der Natur und der Gestimmtheit der Kunst, Verlagsinfo)

 

 Gerhard Labudda: Scheros Manawerke: Ein Hoffnungsprinzip

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