Muse del Oro

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Herbert Ammon, geb. 1943, 1975 bis 2003 Dozent für Geschichte und Soziologie am Studienkolleg für ausländische Studierende der FU Berlin. Publ.: Die Linke und die nationale Frage (Hg. zus. mit Peter Brandt, 1981), zahlreiche Veröffentlichungen in Zeitungen, Zeitschriften (u.a. Deutschland Archiv, Merkur), Sammelbänden und Online-Magazinen (Die Achse des Guten, Tichys Einblick), ständiger Beiträger bei Globkult

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Iablis aktuell

Thema 2017: Die (leid)geprüfte Demokratie

Ein Grundmaß der Demokratie ist die Heuchelei, die von ihren Feinden aufgewandt wird, um ihre Einstellungen öffentlich zu verbergen. Wer vorgeben muss, demokratischen Zielen zu folgen, obwohl ihm nichts oder wenig an ihnen liegt, obwohl seine Handlungen, objektiv betrachtet, Demokratieabbau betreiben oder ihm Vorschub zu leisten, steht vermutlich stärker unter dem Druck einer demokratisch gesinnten Öffentlichkeit als sein Geistesverwandter, der offen und mit der Zustimmung maßgeblicher Bevölkerungsteile – darunter die Justiz seines Landes – seine Ziele verfolgen kann. Demnach wäre die Fallhöhe – und damit der erreichte Grad an Demokratie – dort am größten, wo die meiste Energie und Findigkeit in das Verbergen, Vertuschen und Leugnen gegen sie gerichteter Handlungen und Gesinnungen fließt, wobei die nicht aus der Welt zu schaffende Unsicherheit über die ›wahren‹ Gesinnungen der Handelnden daran erinnert, dass jenes Maß von Haus aus polemisch ist und daher nur hypothetisch zum Einsatz gelangen kann.

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Yagiridia. Capriccio
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