Renate Solbach: Zeichen

Weitere Informationen:

Hans von Storch, geb. 1949, Principal Investigator beim Exzellenzcluster für Klimaforschung CliSAP, Professor am Meteorologischen Institut der Fakultät für Mathematik, Informatik und Naturwissenschaften (MIN) sowie Zweitmitglied an der Fakultät für Wirtschafts- und Sozialwissenschaften (WiSo) der Universität Hamburg. Direktor emeritus des Instituts für Küstenforschung am Helmholtz Forschungszentrum Geesthacht. Frühere Tätigkeit als Lead Author der Arbeitsgruppe I des IPCC TAR, Lead Author der Arbeitsgruppe II des IPCC AR5. Editor-in-Chief of Oxford University Press Research Encyclopedia Climate. Guest professor at Ocean University of China Science, auswärtiges Mitglied der Polnischen Akademie der Wissenschaften. Publ. (Auswahl): Wetter, Klima, Mensch (2010, zus. mit N. Stehr); Marine Climate and Climate Change (2009, zus. mit Ralf Weisse); Mitautor: Assessment of Climate Change in the Baltic Sea Basin (2008); Computer Modelling in Atmospheric and Oceanic Sciences - Building Knowledge (2004, zus. mit P. Müller); Statistical Analysis in Climate Research (1999, zu. mit F.W. Zwiers); Das Klimamodell und seine Modellierung. Eine Einführung (1999, zus. mit S. Güss und M. Heimann); Mitarbeit am Dritten Sachstandsbericht des UNO-Klimarats IPCC (2001); Die Klimafalle: die gefährliche Nähe von Politik und Klimaforschung (zus. mit Werner Krauß, 2013); div. Klimaberichte für verschiedene Institutionen. 

Gespräch mit Renate Solbach (Iablis 2010):

Iablis aktuell

Thema 2020: Schach dem Wissen. Über schwarze und weiße Wissenschaft

Um ein naheliegendes Missverständnis abzuwehren: Bei diesem Jahresthema geht es nicht um Rassismus, sondern um legitime und illegitime Optionen in der Wissenschaft oder, um es weiter zu fassen, auf den tradierten Feldern des Wissens. Dass in den Wissenschaften, wie überall in der Gesellschaft, ›schwarze Schafe‹, also Betrüger anzutreffen sind, ist eher geeignet, die Fülle an Zusammenhängen zu verdecken, die sich auftun, sobald man damit beginnt, das ›Feld der Wissenschaft‹ als Schachbrett zu verstehen. So wie das Muster aus schwarzen und weißen Feldern erst die klar definierten Züge des königlichen Spiels ermöglicht, ermöglicht die Differenz erlaubt / nicht erlaubt die unübersehbare Fülle wissenschaftlicher Operationen.

Wie es um die Mechanismen zur Legitimierung und Delegitimierung von Positionen samt den dazugehörigen Strategien in der zeitgenössischen Szene steht, dafür bietet die Klimawissenschaft seit Jahren die anschaulichsten – und populärsten – Beispiele. Dabei steht sie keineswegs allein, wie selbst vergleichsweise harmlos erscheinende Disziplinen, etwa die unter die Räder der Gender-Debatte geratene Altphilologie, gelegentlich unter Beweis stellen. Einer der bestechendsten Züge von Wissenschaft besteht darin, dass es ihr immer wieder gelingt, die in der Gesellschaft aufbrechenden Konflikte um sie und ihre ›Ergebnisse‹ in sich aufzunehmen und zu reflektieren. Wissenschaft kennt keine Feindschaft, jedenfalls nicht im üblichen (oder Schmittschen) Sinne des Wortes. Das könnte Erstaunen hervorrufen, da ihr Verfahren, allgemein gesprochen, gerade der Ausschluss ist – Exklusion statt Inklusion.

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