2 male paradise fishes are fighting for territory by their mouth. Quelle: Wikimedia Commons

Weitere Informationen:

Reinhard Düßel, geb. 1950 in Schönwald. Studium der Philosophie und Germanistik an den Universitäten Erlangen und München, Graduate Scholar an der Universität Oxford (Hertford College). 1986 Promotion im Fach Philosophie an der Ludwig-Maximilians-Universität München mit der Schrift Anamnesis und Anerkennen. 1986 Associate Professor, seit 1997 Full Professor an der Deutschen Abteilung der Tamkang Universität (Taiwan). Gründungsdirektor des Center for the Study of Globalisation and Cultural Difference (1998), 2000-06 Direktor der Deutschen Abteilung der TKU. Seit 2005/06 Mitherausgeber von IABLIS. Gründungsmitglied und Mitglied im Vorstand des Kondylis-Instituts für Kulturanalyse und Alterationsforschung (Kondiaf). Seit 2005/06 Mitherausgeber IABLIS. Forschungsschwerpunkte: Die Rezeption der chinesischen Philosophie in Deutschland, Globalisierung, kulturelle Differenz.

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Thema 2018: Die ungleichen Gleichen. Differenz als Unruhe

1 = 1. Das gehört zu den intuitiven Wahrheiten, die immer wieder das Staunen darüber anfachen, dass es Aussagen gibt, an denen zu rütteln hieße, eigene und anderer Leute Zeit zu verschwenden. Andererseits bedarf es keiner besonderen Anstrengung, zweimal denselben Ausdruck hinzuschreiben und ein Gleichheitszeichen dazwischen zu setzen. Spannend wird es dann, wenn links und rechts des Gleichheitszeichen ungleiche Terme auftauchen: A = B. Warum denn das? Muss das sein? Genügt es nicht, A = A sein zu lassen? Warum die Dinge komplizieren? Oder, da sie nun einmal kompliziert zu sein pflegen: Warum das Einfache dadurch komplizieren, dass man es einem anderen Einfachen gleichsetzt? Oder, wenn schon gleichgesetzt werden soll, was sich doch offenkundig unterscheidet, warum so eigenschaftslos, so lapidar?

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GRABBEAU · ACTA LITTERARUM