Renate Solbach: Zeichen

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Ulrich Schödlbauer, apl. Prof. a.D., geb. am 27. 5. 1951 in Bockum-Hövel. Studium der Germanistik und Philosophie in Erlangen, später in Heidelberg. 1982 Promotion mit der Schrift Kunsterfahrung als Weltverstehen. Die ästhetische Form von »Wilhelm Meisters Lehrjahre« (erschienen 1984). Lehraufträge in Erlangen und Eichstätt, später Heidelberg, wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für neuere deutsche und europäische Literatur an der Fernuniversität in Hagen. 1991 Habilitation mit der Schrift Entwurf der Lyrik (1994). Sommer 1991 Gastdozent an der Universität Leipzig. Seit 1996 Professor für Neuere deutsche Literatur an der Fernuniversität in Hagen. Seit 2002 Herausgeber von IABLIS, seit 2009 zusammen mit Renate Solbach. Gründungsmitglied und Mitglied im Vorstand des Kondylis-Instituts für Kulturanalyse und Alterationsforschung (Kondiaf). Mitbegründer des Mersmann-Forums für zeitgenössische Ästhetik.

Schriftenverzeichnis

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Iablis aktuell

Thema 2020: Schach dem Wissen. Über schwarze und weiße Wissenschaft

Um ein naheliegendes Missverständnis abzuwehren: Bei diesem Jahresthema geht es nicht um Rassismus, sondern um legitime und illegitime Optionen in der Wissenschaft oder, um es weiter zu fassen, auf den tradierten Feldern des Wissens. Dass in den Wissenschaften, wie überall in der Gesellschaft, ›schwarze Schafe‹, also Betrüger anzutreffen sind, ist eher geeignet, die Fülle an Zusammenhängen zu verdecken, die sich auftun, sobald man damit beginnt, das ›Feld der Wissenschaft‹ als Schachbrett zu verstehen. So wie das Muster aus schwarzen und weißen Feldern erst die klar definierten Züge des königlichen Spiels ermöglicht, ermöglicht die Differenz erlaubt / nicht erlaubt die unübersehbare Fülle wissenschaftlicher Operationen.

Wie es um die Mechanismen zur Legitimierung und Delegitimierung von Positionen samt den dazugehörigen Strategien in der zeitgenössischen Szene steht, dafür bietet die Klimawissenschaft seit Jahren die anschaulichsten – und populärsten – Beispiele. Dabei steht sie keineswegs allein, wie selbst vergleichsweise harmlos erscheinende Disziplinen, etwa die unter die Räder der Gender-Debatte geratene Altphilologie, gelegentlich unter Beweis stellen. Einer der bestechendsten Züge von Wissenschaft besteht darin, dass es ihr immer wieder gelingt, die in der Gesellschaft aufbrechenden Konflikte um sie und ihre ›Ergebnisse‹ in sich aufzunehmen und zu reflektieren. Wissenschaft kennt keine Feindschaft, jedenfalls nicht im üblichen (oder Schmittschen) Sinne des Wortes. Das könnte Erstaunen hervorrufen, da ihr Verfahren, allgemein gesprochen, gerade der Ausschluss ist – Exklusion statt Inklusion.

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