Im Yagir ist das Rauchen verboten und das ist gut so. Riesige Gebiete der Wildnis sind der Verrücktheit von Menschen, die unbedingt ihren Glimmstengel brauchen, bereits zum Opfer gefallen und weitere werden folgen. Kein Verbot kann dieses Laster beseitigen. Nur verringern kann man es, wenn man die Alten und Schwachen beeindruckt, die sowieso immer aufgeben wollen. Jetzt fühlen sie sich genötigt und protestieren heftig, übertreiben ihre Sucht bis ins Lächerliche und lassen die zittrigen Finger von der Packung, weil sie sich nicht trauen. So ist das mit den Verboten. Allerdings wird der Anteil derer, die aufgeben, bei weitem aufgewogen durch den Anteil derer, die durch das Verbot erst angelockt werden. Ihre sehnige Muskulatur, verborgen unter einem Fell, das sich von der Savanne kaum abhebt, verheißt nichts Gutes. Immer weiter gehen sie jetzt in den Yagir hinein, die Spurenleser sehen die Zeichen und schweigen, denn sie fürchten die Entlassung, wenn sie von erhöhten Gefahren berichten. Dabei ist der Yagir so groß, dass man eine Vorsicht, wie sie im Rauchverbot zum Ausdruck kommt, für unangebracht halten könnte. Dem ist aber nicht so. Im Yagir gibt es viele einsame Existenzen, die sich nicht zu helfen wissen, wenn die Brandwolken am Horizont erscheinen. Also verschließen sie Tür und Fenster und hoffen, das sehnige Pack zieht in der Ferne vorbei. Denn die ohnehin stetig wachsende Brandgefahr wiegt wenig angesichts der Aussicht, von ihm aufgespürt und zum Objekt seiner sadistischen Späße gemacht zu werden. Über Art und Ausmaß dieser Quälereien sind viele Hypothesen im Umlauf, doch bleiben Unsicherheiten. Den geräuschlosen Peinigern nützt der Umstand, dass man im Yagir nur Wörter für das besitzt, was man nicht wirklich fürchtet. In vielen Belangen ist das von Vorteil. Aber wohl nicht in allen. Im gegebenen Fall scheint es aber, als habe man die Bedeutung der vorhandenen Bezeichnungen willkürlich auseinander gebogen, um einen namenlosen Raum zu erzeugen, in dem diese Wesen ohne Anzeige zu gleiten vermögen. Es heißt, die Romanproduktion im Yagir nimmt zu.

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