Beitragsrecht

Der bedeutendste Beitrag des Yagofeminismus zur Globalkultur besteht darin, dass er die Unterscheidung von öffentlichen und privaten Angelegenheiten beseitigt und an ihre Stelle das gefühlte Eigenrecht setzt. Darunter versteht er keineswegs das Recht auf die eigene Meinung oder das Recht, eigen zu sein, vielmehr die fixe, durch keinen Rechtsspruch des Landes zu korrigierende Idee, im Recht zu sein. »Sei im Recht!« Das ist keine Aufforderung an andere, sondern die Anweisung zur Selbstkorrektur, sobald Zweifel aufkommen. ›Gefühlte Zweifel‹ verdunkeln die Existenz und gehören auf den Müllhaufen der Geschichte. An ihre Stelle tritt das gute Recht im Dienste der guten Sache. Dazu muss man wissen: Das Gros der Yagofeministinnen besteht aus Männern, die den Wunsch, nicht behelligt zu werden, mit den Annehmlichkeiten einer robusten Gesinnungsethik verbinden. Ihre selbstgestellte Aufgabe besteht darin, ›zum Ausdruck zu bringen‹, und zwar nach-wie-vor. In dieser Welt des dringend zu ändernden Nach-wie-vor leben sie, unbekümmert um Fakten und Forschungen, sofern sie noch nicht gestorben sind. Sie ›bringen zum Ausdruck‹ und nichts kann sie aufhalten. Nie hat jemand erfahren, welchen Vorteil der Ausdruck aus all dem Gebrachten gezogen hätte. Der Ausdruck, vielfach auch ›extremer Ausdruck‹ genannt – vermutlich um ihn mit dem extremen Eindruck auf eine Stufe zu stellen, der bekanntlich auch nicht immer der richtige ist –, der ›Ausdruck‹ also dient den Yagofeministinnen dazu, sich zu bekennen: Wozu? Ja wozu? Wozu das alles? Wir sind weitergekommen und müssen noch weiter kommen. Auf welchem Weg? Wohin? In die Zukunft? Geht es dort hinein? In der Zukunft, dort ist es gut. Lasst uns heute mit ihr beginnen. Aber die Zukunft ist dunkel, sie ist eine Vorratskammer dessen, was man besser nicht weiß, weil man sich sonst über Gebühr fürchten müsste. Darin gleicht sie übrigens ganz der Gegenwart, die niemand kennt, weil nur das Geschehene durchdringt. Die fortgeschrittenste Idee des Yagofeminismus besteht darin, Kinder aus fernen Erdteilen zu importieren, man nimmt ihre Eltern billigend in Kauf, solange sie die billigsten Arbeiten verrichten und nicht danach fragen, wer ihre Länder zerstört und ob man diese Leute nicht besser vor Gericht bringen sollte.

 

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