Renate Solbach: Zeichen

Themen/Jahrgänge

Im Frühjahr 2019 gab es in Deutschland ein starkes Defizit an Niederschlag und erste Zeichen einer ernsthaften Dürre traten hervor. Im öffentlichen Diskurs wurde dies als weiterer Hinweis auf den Klimawandel gedeutet und damit abgehakt. Die Frage nach dem Umgang mit dieser Dürre, also der Frage der Anpassung, wurde medial nicht gestellt.

Das zurückliegende Frühjahr war ungewöhnlich, und der Deutsche Wetterdienst stellte fest:

»Der April 2020 war in Deutschland sehr mild, extrem trocken und der sonnenscheinreichste April seit 1951…. In großen Teilen Deutschlands hat es in den ersten drei Aprilwochen nicht geregnet. Damit setzte sich eine seit März andauernde sehr trockene Witterungsphase fort. Erst ab dem 28. 4. schwächte sich diese Situation durch flächendeckend intensive Niederschläge ab. … Aufgrund der feuchten Witterung im Februar und der ersten Märzhälfte waren die Böden bis März im Deutschlandmittel gut mit Wasser gefüllt und die Bodenfeuchteverhältnisse waren in den oberen 60 cm im Normalbereich. Der frühe Beginn der Vegetationsperiode hatte zur Folge, dass der Wasserbedarf der Pflanzen im März und April 2020 im Vergleich zu den Vorjahren erhöht war. Fast zeitgleich mit dem Beginn der Vegetationsperiode setzte eine trockene Witterungsphase ein, die von Mitte März bis Ende April andauerte. Die sonnenscheinreiche Witterung, sehr trockene Luft und zeitweise auch frischer bis starker Wind führten zu relativ hohen Verdunstungsraten. Der Wasserbedarf der Pflanzen war in diesem Zeitraum also deutlich höher als die Niederschlagsmenge und musste aus dem im Boden gespeicherten Wasser gedeckt werden. Eine Folge: Vielerorts war der potentielle Wasserbedarf der Vegetation im genannten Zeitraum deutlich größer als die Wassermenge, die durch den Bodenwasserspeicher in der durchwurzelten Bodenzone zur Verfügung gestellt werden konnte.«

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Wellen und Wirbel waren schon für die griechischen Naturphilosophen vor 2500 Jahren das gängige Modell zur Beschreibung der Natur (u.a. Demokrit, 460 – 371 v.Chr.). Praktische Anwendungen finden sich von der Sendetechnik der Götter [1], über diverse Geheimgesellschaften bis hin zu den Freimaurern. An dieser Stelle wäre zwar ein großer Informationsbedarf vorhanden, zumal viele Mitglieder solcher Gesellschaften gar nicht mehr wissen, welche Bedeutung ihre kultischen Handlungen ursprünglich einmal hatten.

Nein, ich möchte dieses Kapitel anders beginnen, denn ich sehe die Wurzeln der Skalarwellen in der Mathematik. Es war der französische Mathematiker und Freimaurer d’Alembert, der die Wellengleichung als erster 1747 angeschrieben hat.

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In der Einleitung zu seinem Buch über Die Grenzen künstlicher Intelligenz konstatierte Hubert L. Dreyfus 1972 dass es heute den Anschein hat, »als gebe es für den Leistungsbereich und die Denkfähigkeit von geeignet programmierten Computern keine Grenze.« Unter Wissenschaftstheoretikern würde man häufig auf die Auffassung treffen: »Maschinen könnten alles, was der Mensch auch kann.« Einige »Moralisten und Theologen« verteidigten dagegen gern eine »letzte Zuflucht«, die dem Computer nicht zugänglich und die erwartungsgemäss in menschlichen »Verhaltensbereichen« wie »Moral, Liebe und schöpferisches Entdecken« zu suchen sei, denen wir zweifelsfrei auch jede künstlerische Praxis zuordnen dürfen.

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Iablis aktuell

Thema 2020: Schach dem Wissen. Über schwarze und weiße Wissenschaft

Um ein naheliegendes Missverständnis abzuwehren: Bei diesem Jahresthema geht es nicht um Rassismus, sondern um legitime und illegitime Optionen in der Wissenschaft oder, um es weiter zu fassen, auf den tradierten Feldern des Wissens. Dass in den Wissenschaften, wie überall in der Gesellschaft, ›schwarze Schafe‹, also Betrüger anzutreffen sind, ist eher geeignet, die Fülle an Zusammenhängen zu verdecken, die sich auftun, sobald man damit beginnt, das ›Feld der Wissenschaft‹ als Schachbrett zu verstehen. So wie das Muster aus schwarzen und weißen Feldern erst die klar definierten Züge des königlichen Spiels ermöglicht, ermöglicht die Differenz erlaubt / nicht erlaubt die unübersehbare Fülle wissenschaftlicher Operationen.

Wie es um die Mechanismen zur Legitimierung und Delegitimierung von Positionen samt den dazugehörigen Strategien in der zeitgenössischen Szene steht, dafür bietet die Klimawissenschaft seit Jahren die anschaulichsten – und populärsten – Beispiele. Dabei steht sie keineswegs allein, wie selbst vergleichsweise harmlos erscheinende Disziplinen, etwa die unter die Räder der Gender-Debatte geratene Altphilologie, gelegentlich unter Beweis stellen. Einer der bestechendsten Züge von Wissenschaft besteht darin, dass es ihr immer wieder gelingt, die in der Gesellschaft aufbrechenden Konflikte um sie und ihre ›Ergebnisse‹ in sich aufzunehmen und zu reflektieren. Wissenschaft kennt keine Feindschaft, jedenfalls nicht im üblichen (oder Schmittschen) Sinne des Wortes. Das könnte Erstaunen hervorrufen, da ihr Verfahren, allgemein gesprochen, gerade der Ausschluss ist – Exklusion statt Inklusion.

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Yagiridia. Capriccio
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Ich will diesen Sack vermöbeln
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GRABBEAU · ACTA LITTERARUM