Renate Solbach: Zeichen

Renate Solbach

Mitherausgeberin und verantwortliche Redakteurin IABLIS

Geboren 1950 in Attendorn. Studium der Psychologie an der Universität Köln, MA Neuere deutsche Literaturwissenschaft an der FernUniversität in Hagen. 1998-2001 Redakteurin der Zeitschrift für Literatur und Sophistik Zeno. 2002-2004 Wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut für Neuere deutsche und europäische Literatur der FernUniversität in Hagen. Div. Lehraufträge am Institut für Neuere deutsche und europäische Literatur der FernUniversität in Hagen. Herausgeberin der Edition Zeno im Manutius Verlag Heidelberg, Mitherausgeberin und verantwortliche Redakteurin von IABLIS, Redakteurin des Netzmagazins Globkult. Seit 2006 Mitglied der Geschäftsführung im Kondylis-Institut für Kulturanalyse und Alterationsforschung (Kondiaf). Seit 2009 Mitherausgeberin von IABLIS. Verantwortlich für das Textarchiv ACTA LITTERARUM.

Wohnt in Berlin

Publikationen

Das Labyrinth der Iokaste, zus. mit U. Schödlbauer in: Das Dädalus-Prinzip. Ein Diskurs zur Montage und Demontage von Ideologien. Festschrift für Steffen Dietzsch (2009); Paul Mersmann - Diffusion der Moderne (2008, hrsg. zus. mit Steffen Dietzsch), darin: Das Buch Ruth; Arthur Koestler und das Opfer des Intellekts, in: Düßel/Edel/Schödlbauer (Hg.), Die Macht der Differenzen (2001)

Interviews in IABLIS

Iablis aktuell

Thema 2020: Schach dem Wissen. Über schwarze und weiße Wissenschaft

Um ein naheliegendes Missverständnis abzuwehren: Bei diesem Jahresthema geht es nicht um Rassismus, sondern um legitime und illegitime Optionen in der Wissenschaft oder, um es weiter zu fassen, auf den tradierten Feldern des Wissens. Dass in den Wissenschaften, wie überall in der Gesellschaft, ›schwarze Schafe‹, also Betrüger anzutreffen sind, ist eher geeignet, die Fülle an Zusammenhängen zu verdecken, die sich auftun, sobald man damit beginnt, das ›Feld der Wissenschaft‹ als Schachbrett zu verstehen. So wie das Muster aus schwarzen und weißen Feldern erst die klar definierten Züge des königlichen Spiels ermöglicht, ermöglicht die Differenz erlaubt / nicht erlaubt die unübersehbare Fülle wissenschaftlicher Operationen.

Wie es um die Mechanismen zur Legitimierung und Delegitimierung von Positionen samt den dazugehörigen Strategien in der zeitgenössischen Szene steht, dafür bietet die Klimawissenschaft seit Jahren die anschaulichsten – und populärsten – Beispiele. Dabei steht sie keineswegs allein, wie selbst vergleichsweise harmlos erscheinende Disziplinen, etwa die unter die Räder der Gender-Debatte geratene Altphilologie, gelegentlich unter Beweis stellen. Einer der bestechendsten Züge von Wissenschaft besteht darin, dass es ihr immer wieder gelingt, die in der Gesellschaft aufbrechenden Konflikte um sie und ihre ›Ergebnisse‹ in sich aufzunehmen und zu reflektieren. Wissenschaft kennt keine Feindschaft, jedenfalls nicht im üblichen (oder Schmittschen) Sinne des Wortes. Das könnte Erstaunen hervorrufen, da ihr Verfahren, allgemein gesprochen, gerade der Ausschluss ist – Exklusion statt Inklusion.

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GRABBEAU · ACTA LITTERARUM