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Der Maulwurf und
die Lokomotive. Die Beharrlichkeit der Revolution
von Daniel Bensaïd (25.3.1946 – 12.1.2010)
Brav,
alter Maulwurf! Wühlst so hurtig fort? O, trefflicher Minierer! William Shakespeare: Hamlet
Unser
alter Freund ist kurzsichtig. Er ist auch hämophil. Doppelt geschwächt und
doppelt zerbrechlich. Und doch setzt er frohen Mutes, geduldig und hartnäckig,
von Tunnel zu Stollen, seinen Weg bis zum nächsten Ausbruch fort.
Das
19. Jahrhundert erlebte Geschichte als einen Pfeil, der in Richtung Fortschritt
zeigte. Das Schicksal der Antike sowie die göttliche Vorsehung verloren an
Bedeutung angesichts der nüchternen Aktivität einer modernen menschlichen Art,
die die Bedingungen ihrer eigenen unwahrscheinlichen Existenz produzierte und
reproduzierte.
Der
geschärfte Sinn für historische Entwicklung wurde in einer langfristigen
Bewegung der Säkularisierung geboren. Himmlische Wunder verloren sich unter
irdischen Möglichkeiten. Die Gegenwart wurde nun weniger durch die
Vergangenheit beleuchtet, sondern eher durch die Zukunft gerechtfertigt. Die
Ereignisse erschienen nicht mehr als übernatürlich. Waren sie bisher heilig,
wurden sie nun profan.
Die
Eisenbahn, das Dampfschiff oder der Telegraf trugen alle zum Gefühl bei, dass
Geschichte sich beschleunigt und die Entfernungen kürzer wurden, als ob die
Menschheit genügend Tempo angesammelt hätte, um sich loszureißen. Es war das
Zeitalter der Revolutionen.
Da
war die Revolution in Transport und Verkehr: In knapp einem Viertel Jahrhundert
– zwischen 1850 und 1875 – entstanden die großen Eisenbahngesellschaften,
wurden Reuters und Cook gegründet. Die Rotationsmaschine vervielfachte die
Auflagenzahlen. Von nun an war es möglich, in 80 Tagen um die Welt zu reisen.
Der Held der Moderne – der Entdecker – verkündete den klimatisierten Exotismus
der Reiseveranstalter.
Da
war die Revolution der Rohstoffe: Mit dem Triumph der Eisenbahn kam die
Herrschaft von Kohle, Glas und Stahl, den Palästen aus Kristall und den
Kathedralen aus Metall. Hochgeschwindigkeitstransport, Veränderungen in der
Baukunst und die Konstruktion eines öffentlichen Gesundheitswesens veränderten
das Gesicht der Stadt und transformierten ihre Beziehung zu den Vorstädten.
Da
war die Revolution des Wissens: Die Theorie der Evolution und Entwicklungen in
der Geologie veränderten die Stellung des Menschen in der Naturgeschichte. Das
erste Gemurmel der Ökologie offenbarte die ausgetüftelte metabolische Beziehung
zwischen der Gesellschaft und ihrer Umwelt. Die Thermodynamik eröffnete neue
Möglichkeiten der Energiekontrolle. Die Blüte der Statistik versorgte die
kalkulierende Vernunft mit einem Instrument für Quantifizierung und
Messtechniken.
Da
war die Revolution der Produktion: Das »Zeitalter des Kapitals« ermöglichte die
rasante Zirkulation von Investitionen und Waren, ihren beschleunigten Umschlag,
die großen Weltausstellungen, die Massenproduktion und – mit der Eröffnung der
ersten Warenhäuser – die Anfänge des Massenkonsums.
Es
war auch eine Zeit der Raserei an den Börsen, der Spekulation mit Grundbesitz,
von schnell gewonnenen und ebenso schnell verlorenen Reichtümern, der Skandale,
der Affären, der krachenden Konkurse, es war die Zeit der Pereires, der
Saccards, der Rothschilds und der Boucicauts. Und es war die Ära der Großreiche
und der kolonialen Aufteilung der Welt, als die Armeen Territorien und
Kontinente zerstückelten.
Da
war die Revolution der Arbeitsmethoden und der sozialen Verhältnisse: die
mechanisierte Industrie eroberte die Wertstatt. Das moderne Proletariat der
Fabriken und der Städte trat an die Stelle der Klasse der Handwerker wie
Schneider, Schreiner, Schuster oder Weber. Dieses Wachstum der kapitalistischen
Globalisierung rief zwischen 1851 und 1873 die Geburt einer neuen
Arbeiterbewegung hervor, die 1864 mit der Errichtung der internationalen
Arbeiterassoziation berühmt-berüchtigt wurde.
Dieses
erstaunliche Vierteljahrhundert erlebte auch die Industrialisierung des
Waffenhandels, worin sich die »Industrie des Gemetzels« und der totale Krieg
bereits erahnen ließen. Es war das Zeitalter des sozialen Verbrechens, das »kein
Mord zu sein scheint, weil man den Mörder nicht sieht … weil der Tod des
Schlachtopfers wie ein natürlicher aussieht … Aber er bleibt Mord.« (Friedrich
Engels) Zwischen Edgar Allan Poe und Arthur Conan Doyle zeigen das Auftauchen
von Detektivgeschichten, die Entwicklung rationaler Untersuchungsmethoden und
die wissenschaftliche Verbesserung der Ermittlungstechniken die geistige
Haltung in dieser Zeit mit ihren städtischen »Mysterien«: Die Beute wird von
einer Hand zur nächsten weitergereicht und alle Spuren der schuldigen Seite
sind in der Anonymität der Masse verloren.
Die
Eisenbahn war das perfekte Symbol und Sinnbild dieses Ansturms in Richtung
Technologie und Profit. Ins Leben gerufen, um die Zukunft auf den Gleisen des
Fortschritts zu erobern, erschienen diese Revolutionen als die stürmischen
Lokomotiven der Geschichte.
Das
letzte Viertel des 20.Jahrhunderts besitzt eine Menge Analogien mit dem dritten
Viertel des 19.Jahrhunderts, wenn auch in völlig anderer Größenordnung.
Telekommunikation, Satelliten und das Internet sind die zeitgenössischen
Äquivalente des Telegrafen und der Eisenbahn. Neue Energiequellen,
Biotechnologie und die Umwälzung der Arbeitsmethoden revolutionieren wiederum
die Produktion. Industrielle Produktionstechniken machen den Konsum zunehmend
zu einem Massenphänomen. Die Entwicklung von Kredit und massenhaftem Marketing
erleichtert die Zirkulation von Kapital. Das Resultat ist ein neuer Goldrausch
(im Bereich der Computer), eine Fusion der obersten Ränge des Staates mit den
finanziellen Eliten und eine unerbittliche Spekulation mit allen dazugehörigen
Mafiaskandalen und spektakulären Konkursen.
Die
neue Ära kapitalistischer Globalisierung bringt die Kommodifizierung der Welt
und einen verallgemeinerten Fetischismus mit sich. Die Zeit für eine
richtungsweisende Überwindung nationaler und internationaler Grenzen ist
gekommen, für neue Kräfte imperialer Dominanz, die bis hinauf zu den Sternen
bewaffnet sind. Allerdings hat der Traum dieser zwielichtigen Ära bereits
aufgehört, ein Traum des unendlichen Fortschritts und großer historischer
Versprechungen zu sein. Dazu verdammt, auf dem Glücksrad im Kreis zu laufen,
entzieht sich unsere soziale Vorstellungskraft der Geschichte und flüchtet –
von Kubrick zu Spielberg – in den Raum. Das Gewicht der Niederlagen und der
Katastrophen reduziert jedes Ereignis zu einem verstaubten Pulver unbedeutender
Nachrichtenbeiträge; zu gesunden Häppchen, die im Augenblick ihrer Aufnahme
bereits wieder vernachlässigt werden; zu flüchtigen Moden und zu launenhaften
Anekdoten.
Opfer
der trostlosen Verwüstung einer hoffnungslosen Religion, einer
kommerzialisierten Spiritualität, eines Individualismus ohne Individuen, Opfer
der Standardisierung der Unterschiede und der formierten Meinungen erfreut sich
diese Welt im Niedergang nunmehr weder an »herrlichen Sonnenaufgängen« noch an
triumphaler Morgenröte. Es ist, als ob die Katastrophen und Enttäuschungen des
vergangenen Jahrhunderts jeden Sinn für Geschichte erschöpft und jede Erfahrung
der Ereignisse zerstört hätten – nur noch die Illusionen einer pulverisierten
Gegenwart zurücklassend.
Die
Verdunkelung der Zukunft gefährdet die Tradition, die nun durch den
Konformismus der Gedenkfeierlichkeiten in Beschlag genommen wird. Die
Vergangenheit, sagt Paul Ricoeur in La
Mémoire, l’histoire, l’oubli (Paris 2000), wird nicht länger erzählt, um
uns ein Ziel zu setzen, sondern eher um eine »Frömmigkeit der Erinnerung« zu
etablieren, ein andächtiges Gedenken und eine konventionelle Auffassung von
Vernünftig-Sein. Dieser Fetischismus der Erinnerung behauptet, die kollektive
Amnesie einer Epoche abzuwenden, die zu Schnappschüssen eines ewigen Jetzt
verkommen ist.
Von
jeder kreativen Perspektive gelöst, verwandelt sich kritische Erinnerung in ein
müdes Ritual. Es verliert »das unerschöpfliche Bewusstsein von allem, was nicht
passiert ist«. Das postmoderne Labyrinth hat deshalb kein Bewusstsein von »den
dunklen Kreuzungen«, wo »die Toten antworten, neue Ankündigungen überbringen«.
Geschichte, die nicht länger »auf den Status der Legende gedrängt wird«,
scheint nicht mehr von einem »inneren Licht beleuchtet zu werden«, die den »Reichtum
der Zeitzeugen« enthält, die »vorwärts in Richtung Revolution und Apokalypse
blicken«. Sie zerfällt in einen Staub von Bildern oder in die verstreuten Teile
eines Puzzles, die nicht mehr zusammen passen.
Der
Zug des Fortschritts ist entgleist. In der Sage der Eisenbahn haben böse
Viehtransporter das eiserne Pferd verfinstert. Schon für Walter Benjamin war
Revolution nicht mehr mit einem von einer unbezwingbaren Maschine gewonnenen
Wettrennen vergleichbar, sondern eher mit einem Warnsignal, das abgeschossen
wurde, um das wahnsinnige Wettrennen in Richtung Katastrophe aufzuhalten.
Genau
wie das Blatt die Eiche überlebt, so gewinnt der Maulwurf gegen die Lokomotive.
Auch wenn er müde aussieht, unser alter Freund buddelt immer noch. Die
Verdunkelung der Ereignisse hat der versteckten Arbeit des Widerstandes kein
Ende bereitet, der diskret, wenn alles zu schlafen scheint, den Weg für neue
Rebellionen bereitet. So wie die viktorianische Ära von »Wachstum ohne
Entwicklung« die Erste Internationale hervorbrachte, so wie der gedämpfte
soziale Krieg im Aufstand der Kommunarden explodierte, genauso brauen sich auch
in den großen Umwälzungen der Gegenwart neue Widersprüche zusammen.
Wie
beschränkt sie auch erscheinen, die zu jedem Zeitpunkt aktiven marginalen
Verschwörungen sind auch Gärmittel für die Wut kommender Tage. Sie verkünden
neue Ausbrüche. Sie sind der Ort jenes »hart erkämpften Fortschritts«, von dem
Ernst Bloch spricht, »eine Wanderung, ein Streifzug, voller tragischer Wirren,
brodelnd, mit Blasen bedeckt als Folge von Rissen, Explosionen, von isolierten
Kämpfen« (Paul Ricoeur). Es ist ein eigensinniger Fortschritt, erzeugt aus
unversöhnlichen Widerständen, aus gezielten Wanderungen entlang von Stollen,
die scheinbar ins Nichts führen und die sich dennoch ins Tageslicht hin öffnen,
in ein erstaunliches, blendendes Licht.
Folglich
bereiteten die Untergrund-Ketzereien von Flagellanten, Dolcianern und anderen
Beguinen den Weg für Leute wie Thomas Münzer (1490–1525) und seiner „apokalyptischen,
zur Aktion aufrufenden Propaganda“, ehe seine Exekution das dauerhafte Bündnis
zwischen reformierten Priestern und ländlichen Großgrundbesitzern festigte.
Nach der egalitären Revolte der Leveller zementierte die große Angst der
besitzenden Klassen die puritanische heilige Allianz zwischen dem Bürgertum und
der Aristokratie in England. Nach dem kreativen Umsturz der französischen
Revolution kam die thermidorianische Periode der Restauration. Auf die große
Hoffnung der Oktoberrevolution folgte die Zeit der bürokratischen Reaktion, mit
all ihren Prozessen und Säuberungen, ihren Verzerrungen und Fälschungen, ihren
verwirrenden Lügen.
Die
Wiederkehr des Thermidors verriegelte das Tor der Möglichkeiten, wann immer es
sich auch nur einen Spalt geöffnet hatte. Wie auch immer, sein »stumpfsinniger
Friede mit der Welt« hat den eigensinnigen Maulwurf niemals vollständig
erreicht, der im Gegenteil durch das eigene Versagen des Thermidors immer
wieder neugeboren wird. Für die Flammen von 1830 oder 1848 dauerte es keine 30
Jahre, bis die von unterschiedlichen versteckten Gruppen am Glimmen gehaltene
Asche wieder entfacht werden konnte. Es dauerte nur wenige Jahre, bis der
jakobinische Radikalismus mit neuen Interessen beladen wieder auftauchte – die
Ludditen, dann die Chartistenbewegung der englischen Arbeiterklasse. Weniger
als 20 Jahre nach der blutigen Niederschlagung der Kommune und der Verbannung
der Überlebenden war die sozialistische Bewegung wieder geboren, als ob sich
eine zeitlose Nachricht von Generation zu Generation einer langen Linie
konspirativen Flüsterns entlang ausgebreitet hätte.
Ob
fehlgeschlagen oder verraten, Revolutionen können nicht leicht aus der
Erinnerung der Unterdrückten verdrängt werden. Sie überdauern in verborgenen
Formen der Opposition, geisterhaften Anwesenheiten, aufdringlichen
Abwesenheiten, in der molekularen Beschaffenheit eines plebejischen
öffentlichen Raums, mit seinen Netzwerken und Passwörtern, mit seinen
nächtlichen Verabredungen und seinen kolossalen Explosionen. »Man könnte sich
vorstellen«, warnte ein scharfsinniger Beobachter nach dem Zusammenbruch des
Chartismus, »dass alles ganz ruhig ist, dass sich nichts bewegt. Aber es ist
diese Ruhe, während der die Saat aufgeht, wenn Republikaner und Sozialisten
ihre Vorstellungen in die Köpfe der Leute befördern.« (Henry Mayhew.)
Wenn
Resignation und Niedergeschlagenheit auf die Ekstase der Ereignisse folgt, und
auch die Aufregung der Liebe durch die Kraft der Gewohnheiten abstumpft, ist es
absolut wesentlich, »sich nicht an die Momente der Erschöpfung anzupassen«. Wir
sollten niemals die Macht der Müdigkeit unterschätzen – nicht der alltäglichen
Müdigkeit, die zum Schlaf der Gerechten führt, sondern der großen historischen
Erschöpfung, weil man zulange »die Geschichte gegen den Strich gebürstet« hat.
Solcherart war die Erschöpfung von Moses, als er an der Grenze zu Kanaan Halt
machte, um »den Schlaf der Erde zu schlafen«, die Erschöpfung von Saint-Just,
als er in der Stille seiner letzten Nacht eingesperrt war. Oder die Erschöpfung
von Blanqui, als er im Kerker von Taureau mit dem Wahnsinn flirtete.
Solcherart
war auch die Erschöpfung, die im August 1917 auf die Schultern des jungen
peruanischen Publizisten José Carlos Mariátegui fiel: »Wir werden krank vor
Monotonie und Langeweile. Und wir erleben die immense Trostlosigkeit, nicht das
Echo auch nur des kleinsten Ereignisses zu hören, das unseren Verstand
wiederbeleben und unsere Schreibmaschinen zum Rattern bringen könnte. Schwäche
gleitet in die Dinge und in die Seelen. Es bleibt bloß Gegähne, Verzweiflung
und Erschöpfung. Wir leben in einer Zeit der klandestinen Unmutsäußerungen und
der heimlichen Witze.« Dieser begeisterte Chronist wiedererwachender Ereignisse
fand dieselben einige Monate später aus erster Hand im alten Europa, damals im
Todeskampf von Krieg und Revolution.
In
reaktionären Zeiten wird der eigensinnige Fortschritt zu einer »langfristigen,
langsamen Bewegung der Ungeduld, ohne selbst ungeduldig zu sein«, langsame,
hartnäckige Ungeduld, hartnäckig im Konflikt mit der Ordnung, die damals in
Berlin herrschte und die sich bald auf Barcelona, Jakarta oder Santiago stürzte.
»Ordnung herrscht in Berlin!
verkündet triumphierend die bürgerliche Presse … verkünden die Offiziere der
‹siegreichen Truppen›, denen der Berliner kleinbürgerliche Mob in den Straßen
mit Tüchern winkt, mit Hurra zujubelt … Wer denkt da nicht an den Siegesrausch
der Ordnungsmeute in Paris, an das
Baccanal der Bourgeoisie auf den Leichen der Kommunekämpfer … Ordnung herrscht in Warschau! Ordnung herrscht in Paris! Ordnung herrscht in Berlin! So laufen
die Meldungen der Hüter der Ordnung …
von einem Zentrum des weltgeschichtlichen Kampfes zum andern.« (Rosa Luxemburg)
Dann
beginnt eine Zeit nicht der vorübergehenden Reduktion der Geschwindigkeit,
sondern einer »unvermeidlichen revolutionären Langsamkeit«, des Reifens, einer
dringlichen Geduld, die das Gegenteil von Erschöpfung und Gewohnheit ist: der
Versuch auszuharren und weiterzumachen ohne sich an die Dinge zu gewöhnen, ohne
sich mit Habitus und Routine zu befriedigen, indem man sich fortlaufend selbst
überrascht, auf der Jagd nach »diesem wünschenswerten Unbekannten« (Dionys
Mascolo), das ständig davon schlüpft.
»Zu
welchem Zeitpunkt könnte die Wahrheit wieder zum Leben zurückkehren? Und warum
sollte sie zum Leben zurückkehren?«, fragte sich Benjamin Fondane im tiefsten
Herz der Finsternis (L’Écrivain devant la
révolution, Paris 1997). Wann? Niemand weiß das. Die einzige Gewissheit
ist, dass die Wahrheit „im Spalt zwischen der Wirklichkeit und der Legalität“
verbleibt.
Für
wen? Es gibt keine vorbestimmten Erben, keine natürlichen Nachfahren, nur ein
Vermächtnis für die Suche nach Autoren, auf jene wartend, die in der Lage sind,
die Wahrheit weiter zu tragen. Dieses Vermächtnis ist jenen versprochen, die,
in den Worten von E.P. Thompson, in der Lage sind, die Besiegten vor der »äußerst
herablassenden Haltung der Nachwelt« zu retten. Denn »das Erbe ist kein Besitz,
kein Wertgegenstand, den man erhält und dann zur Bank bringt«. Es ist »eine
aktive, selektive Zustimmung, die manchmal wiederbelebt und bestätigt werden
kann – öfter durch ungesetzliche Erben als durch gesetzliche«.
Das
Ereignis ist »immer in Bewegung«, aber es muss auch Tage von Donner und Blitz
geben, wenn der teuflische Kreislauf von Fetischismus und Vorherrschaft
durchbrochen werden soll. Der Morgen nach einer Niederlage kann sehr leicht zu
dem überwältigenden Gefühl führen, dass die Dinge wieder und wieder von vorne
beginnen müssen, oder dass alles in eine »verewigte Gegenwart« gesperrt ist.
Wenn auch das Universum sich scheinbar endlos wiederholt, auf der Stelle tritt,
so bleibt der Hoffnung dennoch ein »Kapitel der Veränderung« erhalten. Selbst
wenn wir glauben, dass nichts mehr möglich ist, selbst wenn wir daran
verzweifeln, dieser unnachgiebigen Ordnung der Dinge entkommen zu können,
selbst dann hören wir niemals auf, auf ein mögliches Sein gegen die Armut des
tatsächlichen Seins zu setzen. Denn »niemand kann die Schande, nicht mehr
länger frei sein zu wollen, einfach akzeptieren« (J. Derrida/M. Guillaume/J.-P.
Vincent: Marx en jeu, Paris 1997).
Nach
20 Jahren liberaler Gegen-Reform und Restauration scheint die auf dem Markt
basierende Ordnung unausweichlich zu sein. Die ewige Gegenwart scheint keine
Zukunft mehr zu haben, und der absolute Kapitalismus keine Außenseite. Wir sind
beschränkt auf das nüchterne Management einer fatalistischen Ordnung, reduziert
auf eine unendliche Fragmentierung der Identitäten und Gemeinschaften,
gezwungen, sich von allen Programmen und Plänen zu distanzieren. Eine
heimtückische Rhetorik der Resignation wird von Links, von Rechts und von der
Mitte benutzt, um spektakuläre Kehrtwenden und schandhafte Übertritte, um Reue
und Buße zu rechtfertigen.
Und
dennoch! Inspiriert durch eine neue Art, den Widerstand und die Ereignisse zu
denken, stemmt sich eine radikale Kritik der bestehenden Ordnung gegen die
Strömung. Im Teufelskreis der Niederlagen sammeln sich bei denen, die in
defensiven Kämpfen engagiert sind, manchmal Zweifel an der seit so langer Zeit
kommenden Gegenoffensive. Die Hoffnung auf ein erlösendes Ereignis trennt sich
dann vom alltäglichen Widerstand, wird wieder entweltlicht und vergöttlicht und
verknöchert in der Erwartung auf ein unmögliches Wunder. Wenn die Gegenwart
ohne Vergangenheit oder Zukunft umhertreibt und wenn »sich die Tatkraft aus
einer gegebenen Epoche zurückzieht, lässt sie eine kollektive Ekstase und einen
spirituell beladenen Wahnsinn in der Welt zurück« (Karl Mannheim).
Ohne
die Verbindung zu irdischen Kämpfen gegen die Ordnung der Dinge läuft der
Wunsch nach Veränderung der Welt Gefahr, sich in einen Akt des Glaubens und des
himmlischen Willens zu verwandeln. Dann kommt die nervtötende Prozession der
glattzüngigen Zaubertrankverkäufer und Scharlatane, der Feuerschlucker und
Zähnezieher, der Taschendiebe und Halsabschneider, der Reliquienverkäufer und
Wahrsager, der New Age-Fantasten und Halbgläubigen.
Das
passierte nach 1848, als die Achtundvierziger einer Sentimentalen Erziehung
sich den Geschäften und ihrer Karriere zuwandten. Das passierte nach 1905, als
enttäuschte Aktivisten zu »Gottessuchern« wurden. Das passierte nach dem Mai
1968, als es gewissen kleinmütigen Propheten in den Kopf kam, mit den Engeln zu
spielen, nachdem sie zu lange mit den Monstern gespielt hatten. In solchen
Situationen lässt sich annehmen, dass ein religiöser Aufschwung und eine Mythologie
des Kitsches die Lücken füllen werden, die durch die Enttäuschungen der großen
Hoffnungen zurückgelassen wurden.
Entgegen
der Selbstverleugnung und ihren endlosen Rechtfertigungen werden die an der
Politik des Widerstandes und der Ereignisse Beteiligten niemals damit aufhören,
nach den Ursachen für einen Verlust der Vernunft zu suchen. Aber das
Auseinanderklaffen der getreulichen Wiedergabe der Ereignisse ohne historische
Bestimmung einerseits, vom Widerstand ohne jeglichen Erwartungshorizont
andererseits, ist mit einer doppelten Bürde beladen.
In
gewisser Hinsicht kann der Widerstand eine unendliche Anzahl von Formen
annehmen: von konkreter Kritik existierender Realität zu einer abstrakten
Utopie ohne historische Wurzeln, von einem aktiven Messianismus zur
beschaulichen Erwartung des niemals kommenden Messias, von einer ethischen
Politik zu einer entpolitisierten Ethik, von Prophezeiungen, die jegliche
Gefahr bannen wollen, zu Vorhersagungen, die für sich beanspruchen, die
Geheimnisse der Zukunft zu entschlüsseln.
Was
jene Ereignisse betrifft, deren politische Bedingungen ausweichend und
kompromittiert wirken, ist es nur zu verlockend, sie als Momente der reinen
Zufälligkeit ohne Verbindungen zu Notwendigkeiten oder als wunderbare Invasion
unterdrückter Möglichkeiten zu verstehen.
Thermidorianische
Zeiten bringen bekanntermaßen eine Verhärtung der Herzen und eine Schwächung
der Bäuche mit sich. Unter solchen Umständen haben viele Menschen der Annahme,
dass sich alles zum Schlechten wenden werde, nichts mehr entgegenzusetzen –
außer der Bereitschaft, sich mit den kleineren Übeln zufrieden zu geben. Wenn
das passiert, gratulieren sich die »schlappen Monster«, zwinkern sich an und
klopfen sich gegenseitig auf die Schulter. Dann nimmt der verlassende Tartuffe,
„der alte Tartuffe, der klassische Tartuffe, der klerikale Tartuffe« »den
zweiten Tartuffe, den Tartuffe der modernen Welt, den second-hand Tartuffe, den
humanitären Tartuffe, den in jeder Hinsicht anderen Tartuffe« (Charles Péguy)
an der Hand. Diese Allianz der verwandten Tartuffes kann sehr lange dauern, »einer
den anderen tragend, bekämpfend, unterstützend, fütternd«.
Die
Verehrung für die Siege und die Sieger geht Hand in Hand mit dem Mitleid für
die Besiegten, solange diese ihrer Rolle als leidende Opfer verhaftet bleiben,
solange diese nicht durch die Idee verführt werden, Handelnde in ihrer eigenen
Version von Geschichte zu werden.
Wie
auch immer, selbst in den schlimmsten Trockenzeiten und an den ausgedörrtesten
Plätzen gibt es immer einen Wasserlauf – vielleicht auch nur ein Rinnsal – der
ein überraschendes Wiederaufleben ankündigt. Auch hier müssen wir wieder
unterscheiden zwischen einem rebellischen Messianismus, der niemals aufgibt,
und einem beschämenden Millenarismus, der stattdessen auf das große Jenseits
blickt. Wir müssen immer unterscheiden zwischen den Besiegten und den
Gebrochenen, zwischen »siegreichen Niederlagen« und dem ungelinderten Kollaps.
Wir dürfen die Tröstlichkeit einer Utopie nicht verwechseln mit Formen des
Widerstands, die eine »illegale Tradition« erhalten und eine »geheime
Überzeugung« weitertragen.
Es
gibt immer neue Anfänge, Momente der Erholung und der Erneuerung. In den
dunklen Zeiten von Wechsel und Übergang verbinden sich weltliche und
spirituelle Bestrebungen, Vernunft und Leidenschaft, zu einer explosiven
Mischung. Versuche, das Alte zu sichern, werden mit dem ersten Stammeln des
Neuen vermischt. Selbst in den düstersten Augenblicken liegt die Tradition der
Erhebung niemals weit hinter der Tradition des Niedergangs zurück. Das
verborgene Arrangement des ununterbrochenen Gedichts der »wahrscheinlichen
Unmöglichkeiten« endet niemals.
Diese
hartnäckige Hoffnung darf nicht mit der selbstgefälligen Zuversicht der
Gläubigen oder der »traurigen Leidenschaft« von Spinoza verwechselt werden.
Ganz im Gegenteil hat sie nur Bestand als Wirkung einer »bewältigten
Verzweiflung«. Denn »um bereit zu sein, die Hoffnung auf etwas Untrügerisches
zu setzen«, muss man zuerst an den eigenen Illusionen verzweifeln.
Desillusioniert und von Irrtümern befreit wird Hoffnung »eine wesentliche und
entgegengesetzte Opposition zur Gewohnheit und Verweichlichung«. Eine solche
Hoffnung ist dazu gezwungen, kontinuierlich »mit Gewohnheiten zu brechen«,
kontinuierlich »die Mechanismen der Gewohnheiten« abzubauen und neue Anfänge in
Gang zu setzen, »genauso wie die Gewohnheit überall Beendungen und Todesfälle
einfließen lässt« (Charles Péguy).
Durch
das Brechen mit Gewohnheiten behält man die Fähigkeit, sich selbst in Erstaunen
zu versetzen. Es bedeutet sich selbst zu erlauben, sich überraschen zu lassen.
Diese
unpassenden Ausbrüche, in denen sich die Kontingenz der Ereignisse einen Weg
durch die unzureichenden, aber notwendigen historischen Bedingungen sucht,
schlagen eine Bresche in die unveränderliche Ordnung der Strukturen und der
Dinge.
Krise?
Welche Krise gibt es heute? Es ist eine historische Krise, eine Krise der
Zivilisation, eine ausgedehnte und anhaltende Krise, die sich weiter und weiter
schleppt. Unsere schlecht passende Welt platzt aus allen Nähten. Wie H.G. Wells
vorhersagte, hat sich die Kluft zwischen unserer Kultur und unseren Erfindungen
weiter vergrößert, wodurch sich im Zentrum der Technologie und des Wissens eine
beunruhigende Lücke zwischen fragmentierter Vernunft und globaler
Irrationalität auftut, zwischen politischer Vernunft und technologischem
Wahnsinn.
Trägt
diese Krise die Keime einer neuen Zivilisation in sich? Genauso wie sie auch
mit unbekannten Barbareien schwanger geht. Wer wird die Oberhand gewinnen? Die
Barbarei liegt einige Längen voran. Es wird schwieriger zu trennen zwischen
Zerstörung und Aufbau, zwischen dem Todeskampf des Alten und den Geburtswehen
des Neuen, »da die Barbarei noch niemals solche mächtigen Mittel zur Verfügung
hatte, um die Enttäuschungen und Hoffnungen einer Menschheit auszubeuten, die
Zweifel gegenüber sich selbst und gegenüber der Welt hat« (Georges Bernanos).
Wir ertasten uns den Weg durch dieses ungewisse Halbdunkel, irgendwo zwischen
der Dämmerung und dem Tagesanbruch.
Ist
es einfach eine Krise der Entwicklung? Oder ist es weniger eine Art von Unzufriedenheit
innerhalb der Zivilisation als vielmehr ein Schmerz, der Mythen entstehen
lässt, »die die Erde mit ihren gewaltigen Füßen erzittern lassen?« Wenn eine
neue Gesellschaft zur Vorherrschaft gelangt, darf die alte nicht vollständig
verloren, verlassen und verachtet werden. Sie muss nicht nur verteidigt,
sondern unablässig neu erfunden werden.
Der
eigensinnige alte Maulwurf wird die ungestüme Lokomotive überleben. Seine
pelzige, runde Form wird gegen die metallische Kälte der Maschine gewinnen, seine
gewissenhafte, gute Natur wird gegen das rhythmische Klirren der Räder, sein
geduldiges Lächeln über den kichernden Stahl den Sieg davon tragen.
Der
Maulwurf ist der gottlose Messias.
Der Messias ist ein Maulwurf, kurzsichtig und eigensinnig.
Die Krise ist der Maulwurfshügel, der plötzlich aufbricht.
Die
Menschen wenden sich an die Wahrsager, wenn sie keine Propheten mehr haben. Chateaubriand
François
Furet beschließt sein Buch Das Ende der
Illusion mit einem melancholischen Urteil: »Am Ende des 20. Jahrhunderts
kann das demokratische Individuum nur zusehen, wie eine göttlich sanktionierte
Ordnung der Geschichte bis in die Knochen erzittert.« Zur unklaren Ahnung von
Gefahr gesellt sich »der Skandal einer verschlossenen Zukunft« und »wir finden
uns dazu verurteilt, in jener Welt zu leben, in der wir leben«. Das Kapital
scheint für den Rest unserer Zeit zum dauerhaften Horizont geworden zu sein.
Es
wird kein Danach mehr geben, kein Anderswo. Der Tod des Ereignisses. Das Ende
der Erzählung. Das Ende der Geschichte. Unglücklich bis zum Ende des Lebens.
Tatsächlich
aber gibt es immer Konflikt und Widerspruch, gibt es immer Unzufriedenheit
mitten in der Gesellschaft und Krise mitten in der Kultur. Es gibt immer
welche, die die Sklaverei zurückweisen und der Ungerechtigkeit widerstehen.
Von
Seattle nach Nizza, von Millau nach Porto Alegre, von Bangkok nach Prag, von
der Organisation der Arbeitslosen zur Mobilisierung der Frauen nimmt eine
sonderbare Geopolitik Gestalt an, und wir wissen nicht, welche Ereignisse ihr
folgen werden. Der alte Maulwurf buddelt weiter.
Hegel
lenkt unsere Aufmerksamkeit auf jene »stille und verborgene« Revolution, die
jeder Entwicklung neuer Denkarten vorangeht. Die geschickten Klauen des
Maulwurfs graben sich durch die unvernünftigen Umwege der Geschichte hindurch
ihren eigenen Weg der Vernunft. Der Maulwurf ist nicht in Eile. Er »muss sich
nicht beeilen«. Er benötigt »lange Zeitspannen« und er hat »alle Zeit die er
braucht«. Wenn der Maulwurf einen Schritt zurückweicht, dann nicht, um einen
Winterschlaf zu halten, sondern um sich durch eine andere Öffnung
durchzugraben. Seine Drehungen und Biegungen ermöglichen es ihm, den Platz zu
finden, wo er ausbrechen kann. Der Maulwurf verschwindet niemals, er lenkt
lediglich unterirdisch.
Negri
und Hardt schreiben in Empire, dass
die Metapher des Maulwurfs eine Figur der Moderne sei. Sie sagen, dass diese
Figur durch die Postmoderne überholt sei: »Wir sind zu der Vermutung gelangt,
dass der alte Maulwurf tot ist.« Sein Buddeln weicht »den unendlichen
Wellenbewegungen der Schlange« und anderen reptilischen Kämpfen. Aber ein
solches Urteil hat den Beigeschmack jener chronologischen Illusion, wonach die
Postmoderne auf die Moderne folge, die seitdem ins Museum für altertümliche
Geschichte verfrachtet worden ist. Aber der Maulwurf ist ambivalent. Er ist
sowohl modern als auch postmodern. Er wuselt diskret in seinen »unterirdischen
Rhizomen«, nur um grollend aus seinen eigenen Kratern hervorzubrechen.
Unter
dem Vorwand, die großen Erzählungen der Geschichte aufzugeben, führt der
philosophische Diskurs der Postmoderne selbst zu Mystik und Mystagogen: wenn
eine Gesellschaft keine Propheten mehr hat, wendet sie sich stattdessen an die
Wahrsager. Nach den Massakern im Mai 1848 und dem 18.Brumaire des jungen
Napoleon wurde die sozialistische Bewegung in ähnlicher Weise durch die »Christolatrie«
vereinnahmt. »Schau dir diese Nachkommenschaft von Voltaire an«, schrieb ein
ehemaliger Kommunarde, »diese ehemaligen Geißeln der Kirche sitzen nun
zusammengekauert am Tisch, die Hände in frommer Einheit gefaltet warten sie
Stunde um Stunde, auf dass jemand sich empört und auf die Füße kommt. Religion
in all ihren Formen ist wieder einmal an der Tagesordnung und ist so
‹anerkannt› geworden. Frankreich ist verrückt geworden« (Gustave Lefrançais).
Bourdieu
hat zu Recht zwischen mystischer Affirmation oder Weissagung und der bedingten,
präventiven und performativen Haltung der Prophezeiung unterschieden: »Genau
wie der Priester ein wesentlicher Bestandteil der alltäglichen Ordnung der
Dinge ist, so ist der Prophet ein Mann der Krise, von Situationen, in denen die
etablierte Ordnung zusammenbricht und die gesamte Zukunft in Frage gestellt
wird.« Der Prophet ist weder ein Priester noch ein Heiliger. Noch weniger ist
er ein Wahrsager.
Um
das Desaster abzuwehren, genügt es nicht, sich bloß um des Widerstandes willen
zu widersetzen. Es genügt nicht, auf die Möglichkeit eines erlösenden
Ereignisses zu wetten. Wir müssen danach trachten, sowohl die Logik der
Geschichte zu verstehen als auch für die Überraschung des Ereignisses bereit zu
sein. Wir müssen offen bleiben für die Kontingenz des Letzteren, ohne den Faden
für ersteres zu verlieren. Genau darin liegt die Herausforderung der
politischen Aktion. Denn die Geschichte vollzieht sich nicht in einem Vakuum,
und wenn sich die Dinge einem Besseren zuwenden, so passiert das nie in einer
leeren Zeitstrecke, sondern »immer in einer Zeit, die unendlich dicht ist,
voller Kämpfe« (G.W.F. Hegel). Und voller Ereignisse.
Der
Maulwurf bereitet ihren Weg. Mit wohl überlegter Ungeduld, mit dringlicher
Geduld. Denn der Maulwurf ist ein prophetisches Tier.
* Bei dem Beitrag
handelt es sich um die deutsche Fassung des Vorworts zu Daniel Bensaïds Buch Résistances. Essai de
taupologie générale, Paris 2001.Die
Übersetzung besorgte Martin Riedl für die Sozialistischen Hefte für Theorie
und Praxis (Köln), Heft 16, April 2008. |