Parlow: Nobelpreis PDF Drucken E-Mail
11.10.2009
Der Nobelpreis für Literatur im Kontext politischer Entscheidungen am Fallbeispiel von Thomas Manns Roman Die Buddenbrooks

von Katrin Parlow

Vorbemerkung

Gerechtigkeit gibt es nur in der Phantasie.
Alfred Nobel

Der Nobelpreis für Literatur gilt als weltweit bedeutendste Anerkennung für einen Autor. Grundlage der Dichterkrönung ist das Testament Alfred Nobels, dessen Auslegung im Laufe der Zeit, je nach personeller Besetzung des Nobelkomitees, einigen Modifizierungen unterlag. Die Nobelpreisverleihung des Jahres 1929 an den deutschen Schriftsteller Thomas Mann für seinen Debütroman Die Buddenbrooks aus dem Jahr 1901 stellt dafür ein besonders auffälliges Beispiel dar. Seit dem Ende des Ersten Weltkrieges 1918 war der Nobelpreis für Literatur keinem deutschen Schriftsteller mehr verliehen worden. Letztmalig hatte der deutsche Autor Gerhard Hauptmann diese Auszeichnung im Jahr 1912 erhalten. Vor dem Hintergrund des international erfolgreichen aktuellen Romans Der Zauberberg von 1924 wirft die Preisverleihung an Thomas Mann für einen achtundzwanzig Jahre zuvor veröffentlichten Erfolgsroman einige Fragen auf: Wieso wurde der ursprünglich für ein Werk des vorangegangenen Jahres bzw. das Œuvre eines Autors vorgesehene Preis einem seit fast dreißig Jahren etablierten Autor für sein Erstlingswerk verliehen? Warum fand der Roman Der Zauberberg keine Beachtung? Weshalb würdigte das Nobelkomitee nicht das Lebenswerk dieses Künstlers?

Im Folgenden soll dargestellt werden, welche Gründe und Interessen der Entscheidung des Nobelkomitees für die Buddenbrooks (und gegen den Zauberberg) zugrunde lagen und inwieweit diese Entscheidung politisch motiviert war.

1. Die Entwicklung des Nobelpreises für Literatur 1901 – 1929

Der Ursprung des Nobelpreises - Alfred Nobels Testament

Ich würde einem Mann der Tat nichts hinterlassen. Er würde dadurch in Versuchung kommen, mit Arbeiten aufzuhören. Dagegen möchte ich gern Träumern helfen, die es schwer haben, sich im Leben durchzusetzen.
Alfred Nobel

Der vermögende Fabrikant und Erfinder des Dynamits Alfred Bernhard Nobel (1833 – 1896) verfügte in seinem handschriftlich verfassten Testament vom 27. November 1895 in Paris, dass neunzig Prozent seines Kapitals in Höhe von über 33 Millionen Schwedische Kronen in einen Fond fließen (Filser 2001: 66), von dessen Zinsen jährlich Preise an diejenigen Personen vergeben werden sollen, die der »Menschheit im vorangegangenen Jahr die größten Dienste geleistet haben« (Nobel [ca. 1989]: 8). Die Preisvergabe habe zu gleichen Teilen in fünf Sparten zu erfolgen: Physik, Chemie, Physiologie oder Medizin, Literatur sowie für Bemühungen für den Frieden – der Friedensnobelpreis. Auf dem Gebiet der Literatur beabsichtigte Nobel, demjenigen Schriftsteller die Ehrung zuteil werden zu lassen, der »das hervorragendste Werk idealistischer Richtung hervorgebracht haben wird« (Nobel [ca. 1989]: 8).

Mit seiner testamentarischen Verfügung legte Nobel den Grundstein für die international bedeutendste Ehrung auf literarischem Gebiet. Der seit dem Jahr 2001 mit einem Höchstwert von umgerechnet ca. einer Million Euro dotierte Preis ist nicht nur aufgrund seiner finanziellen Generosität zu der weltweit höchsten Anerkennung avanciert, sondern ganz maßgeblich durch Nobels »ausdrückliche[n] Wunsch, daß die Preise ohne irgendwelche nationalen Rücksichten zur Vergabe kommen, damit sie an die Würdigsten, Skandinavier oder nicht, verliehen werden« (Nobel [ca. 1989]: 8).

Die Schwedische Akademie als verleihende Institution

Gewünscht war nicht das Amt, auch nicht erstrebt,
die Last, die schwer auf schwedsche Schultern drückt,
Verantwortungsgefühl so manchem hat durchbebt,
da jetzt die Welt auf Schwedens Prüfung blickt.
Carl David af Wirsén
[Ständiger Sekretär des Nobelkomittees 1900 – 1912]


Einen Monat nach Nobels Tod am 10. Dezember 1896 wurde die Schwedische Akademie in Kenntnis darüber gesetzt, dass sie die Verantwortung für die jährliche Vergabe des Nobelpreises für Literatur übernehmen solle. Nach langen Überlegungen und Diskussionen stellten sich die achtzehn Akademiemitglieder ihrer neuen Aufgabe durch die Gründung der Nobelstiftung und die Etablierung des Nobelkomitees im Oktober 1900. Eines der amtierenden fünf Mitglieder des Nobelkomitees, Kjell Espmark, begründet das lange Zögern der Akademie mit der fehlenden Kompetenz, dieser schwergewichtigen Aufgabe gerecht zu werden, zumal die Schwedische Akademie »die führenden schwedischen Schriftsteller der Zeit ausgeschlossen und die hervorragendsten Literaturwissenschaftler von ihrem Kreis ferngehalten hatte« (Espmark 1988: 7).

Basierend auf Nobels Verfügungen wurde eine Reihe von Statuten formuliert. Die Bedingung an den Preisträger, dieser habe im vorherigen Jahr die größten Dienste erwiesen, wurde folgendermaßen interpretiert: »Die Belohnungen werden den jüngsten Erfolgen auf den im Testament erwähnten kulturellen Gebieten zuerkannt, weiter zurückliegenden Werken nur dann, wenn deren Bedeutung erst vor kurzem Anerkennung fand« (Statuten des Nobelkomitees, zit. n. Espmark 1988: 20).

Im Sinne Nobels sei der Preis »einem ›Werk‹ oder einer ›Schrift‹ zuzuerkennen«. Tatsächlich galt die Auszeichnung mit dem Nobelpreis für Literatur üblicherweise der »gesamten Produktion eines Schriftstellers [...] ohne auf irgendein Werk im Besonderen hinzuweisen« (Espmark 1988: 20). Einige Beispiele finden sich dennoch, bei denen explizit ein bestimmtes Werk eines Autors als Rechtfertigung für die besondere Ehre auf der Preisurkunde genannt wurde, so u. a. bei Thomas Manns Buddenbrooks, Theodor Mommsens Römische Geschichte und Knut Hamsuns Segen der Erde. Die Schwedische Akademie sah sich verpflichtet, Nobels Wunsch gerecht zu werden, den Literaturpreis an einen Autor zu verleihen, der ein Werk »mit entscheidender Konzeption« geschaffen habe und der den Preis als Ansporn verstehe, »auf dem gleichen Wege fortzufahren« (Espmark 1988: 21).

Vorschläge für Nobelpreis-Kandidaten werden schriftlich eingereicht von Mitgliedern verschiedener nationaler Akademien, so der Schwedischen, Französischen und Spanischen Akademie, außerdem von Mitgliedern gleichgestellter humanistischer Institute und Gesellschaften sowie von Universitätsprofessoren der Literaturgeschichte und der Sprachwissenschaften. Im Jahre 1949 wurde das Privileg der Vorschlagsberechtigung zusätzlich den bereits mit dem Nobelpreis ausgezeichneten Autoren sowie den Vorsitzenden der national repräsentativen Schriftstellerorganisationen erteilt (vgl. Espmark 1988: 11).

Die nobelsche Dichterkrönung reglementiert, dass nur Kandidatenvorschläge für das jeweilige Jahr der Preisvergabe berücksichtigt werden, die vor dem ersten Februar desselben Jahres bei der Akademie eingehen. Das Nobelkomitee wählt aus den ca. zweihundert Vorgeschlagenen fünfzehn bis zwanzig Kandidaten aus. Diese werden nach einem Begutachtungsverfahren der Mitglieder der Schwedischen Akademie auf einen Nominiertenkreis von fünf dezimiert. Zwischen Juni und August befassen sich die achtzehn Akademiemitglieder intensiv mit den Produktionen der Kandidaten. Das Komitee fertigt individuelle Berichte an oder gibt bei Bedarf auch externe Fachgutachten in Auftrag. Im September eines jeden Jahres werden die Ergebnisse zusammengetragen. Die anschließende Entscheidungsfindung und medienwirksame, opulente Verkündung des Laureaten durch den Ständigen Sekretär findet im Oktober statt, wobei die Veröffentlichung von Kandidatennamen, Gutachten und Protokollen einer fünfzigjährigen Sperrfrist unterliegt.

Die eigentliche Preisverleihung findet als Höhepunkt der Nobelwoche vom 6. bis 13. Dezember jeweils am 10. Dezember, dem Todestag Alfred Nobels, im Stockholmer Konzerthaus in Anwesenheit der königlichen Familie Schwedens statt. Den Nobelpreisträgern wird während der feierlichen Zeremonie der Nobelpreis – bestehend aus einer Nobelmedaille und einem Diplom – vom König überreicht. Die Aushändigung des hoch dotierten Schecks erfolgt am darauf folgenden Tag im Gebäude der Nobelstiftung durch den Stiftungsvorsitzenden (Dücker et al. 2005: 50 – 55).

Bewertungsmaßstäbe der Kandidatenauswahl 1901 - 1929

Die Bewertungsmaßstäbe, die der Auswahl der Nobelpreisträger für Literatur zugrunde gelegt wurden, unterlagen seit der ersten Preisverleihung 1901 einer vielfältigen dynamischen Entwicklung und wurden häufig zur Zielscheibe weltweiter Kritik. Zahlreiche große Schriftsteller, darunter Tolstoi und Zola, wurden bewusst übergangen. Andere Literaten, deren Namen mittlerweile längst in Vergessenheit geraten sind und deren Werke folglich nicht zu einem international gültigen literarischen Kanon gezählt werden können, wie z. B. Paul Heyse, wurden dagegen begünstigt.

Wie eingangs erwähnt, bestimmte Nobel in seinem Vermächtnis, diejenigen Menschen zu ehren, »die auf dem Gebiet der Literatur das hervorragendste Werk idealistischer Richtung hervorgebracht haben« und zugleich »der Menschheit im vorangegangenen Jahr die größten Dienste geleistet haben«. Diese unklare Bestimmung und vor allem der Terminus »idealisk« (»idealisch«) wurde in der Folge zum Anlass verschiedenartiger Interpretationsversuche. Espmark zitiert Gustaf Mittag-Leffler, einen engen Freund Nobels, der nach der Bedeutung des Wortes »idealisk« in Nobels Testament befragt wurde: »Nobel war Anarchist; mit idealistisch meinte er das, was eine polemische oder kritische Haltung gegenüber der Religion, der Monarchie, der Ehre und der Gesellschaftsordnung insgesamt einnimmt« (Mittag-Leffler, zit. n. Bredsdorff 1964: 353f., in: Espmark 1988: 12, Hv. i. Orig.).

Geht man von der Richtigkeit dieser Aussage aus, dann wären die Entscheidungen der Schwedischen Akademie, vor allem in der ersten Phase der Preisverleihung, als nicht im Sinne des Stifters Nobel zu deklarieren. Maßgeblichen Einfluss übte der Ständige Sekretär Carl David af Wirsén in seiner Amtszeit von 1901 bis 1912 mit seinem Anspruch nach einer »hohe[n] und gesunde[n] Idealität« aus, die im Zeichen des ästhetischen Klassizismus Goethes stand. Der allgemeine konservative Idealismus schloss moderne und radikale Formen der Literatur aus. Die Überprüfung eines Kandidaten erfolgte nicht nur nach literarischen Kriterien, sondern zog Darstellungsweise und Lebensanschauung mit in die Betrachtung ein (Espmark 1988: 20 – 24).

Dieser »Idealrealismus« führte zur Diskreditierung des in der Weltliteratur ranghohen Schriftstellers Tolstoi mit dem Urteil der »Kulturfeindlichkeit und Einseitigkeit« und der Verachtung seiner Verfechtung für »ein von der Verbindung mit höherer Kunst losgelöstes Naturleben«. Besondere Missachtung wurde Tolstois Kritik am Staat und der Bibel entgegengebracht (Gutachten des Nobelkomitees, zit. n. Espmark 1988: 25f.). In Anbetracht von Nobels mutmaßlichem Verständnis von »idealisk«, wie es im oberen Zitat definiert wurde, hätte jedoch gerade ein gesellschaftskritischer Schriftsteller wie Tolstoi, dessen Werke wie Krieg und Frieden und Anna Karenina sogar von der Akademie als »unsterbliche Schöpfungen« betitelt wurden, einem ehrenwerten Preisträger im Sinne Nobels entsprochen.

Naturalismus und fehlende »idealistische Prägung« führten auch zu der Ablehnung Émile Zolas und Henrik Ibsens. Dagegen wurde der Historiker Theodor Mommsen für seine konkreten Schilderungen bei der Preisvergabe bedacht (Espmark 1988: 26f.).

Eine personelle Verjüngung in den Reihen des Nobelkomitees bewirkte die Ehrung vormals abgewiesener Kandidaten. So erhielt Gerhart Hauptmann im Jahr 1912 den Nobelpreis, nachdem er einige Jahre zuvor (1903) abgelehnt worden war. Der »krasse Naturalismus« Hauptmanns entwickelte sich nach Ansicht des Nobelkomitees innerhalb von neun Jahren zum »ausgeprägt Realistischen« bis hin zur »Traumdichtung« (Gutachten des Nobelkomitees, zit. n. Espmark 1988: 26f.).

Im Ersten Weltkrieges verfolgte die Schwedische Akademie eine Neutralitätspolitik, um sich als politisch unabhängige Institution zu deklarieren. Im ersten Kriegsjahr 1914 wurde kein Nobelpreis verliehen. Da man »Mißverständnisse vielfältiger Art« vermeiden wollte, nutzte die Akademie die »günstige Gelegenheit, [...] die weniger großen Völker nicht zu übergehen« (Espmark 1988: 44 – 49). Dies verstand man nicht in einem international ausgerichteten Sinne. Vielmehr rückten skandinavische Schriftsteller in das Blickfeld der Akademie. Die Nobelpreise der folgenden Jahre gingen an: den Schweden Verner von Heidenstam (1916), die Dänen Karl Gjellerup und Henrik Pontoppidan (1917) und den Norweger Knut Hamsun (1920).

Eine Ästhetik des »großen Stils« als neue Deutung des »Idealistischen« beobachtet Espmark dagegen ab den 1920er Jahren. Durch die erneute Umbesetzung des Komitees – Hallström wird Vorsitzender, Karlfeld wird zum Ständigen Sekretär ernannt, Heidenstam, Lagerlöf, Schück und Böök treten neu als Mitglieder hinzu – wird die »Wirsénsche Epoche« überwunden. Das früh etablierte Goethe-Ideal erfährt eine Ausweitung bis zum »klassischen Realismus« des 19. Jahrhunderts und den »klassizistischen Tendenzen der zwanziger Jahre überhaupt« (Espmark 1988: 53).

Espmark sieht in den Auszeichnungen an Anatol France, William Butler Yeats und George Bernard Shaw die erfolgreiche Überwindung der Begrenztheit früherer Jahre bestätigt. Gegen Ende der 1920er Jahre sind dagegen häufiger »Unzulänglichkeiten des ästhetischen Instrumentariums« zu eruieren, da sich das Komitee hinsichtlich der Ästhetik nicht an der zeitgenössischen europäischen Literatur orientierte. Das wird bei dem deutschen Nobelpreisträger des Jahres 1929 deutlich (Espmark 1988: 67).

2. Der Nobelpreis 1929 – Thomas Mann Die Buddenbrooks

Die Einflussnahme Gerhart Hauptmanns

Der deutsche Schriftsteller Gerhart Hauptmann, Bewunderer und Freund Thomas Manns, empfahl diesen bereits im Oktober 1923 in einem offiziellen Brief an »eine Hohe Kommission der NOBELSTIFTUNG« als Kandidaten für den ehrenwerten Preis mit folgendem Wortlaut:

»In meiner Eigenschaft als Nobelpreisträger 1912 erlaube ich mir, für den gleichen Preis einen deutschen Schriftsteller in Vorschlag zu bringen. Sein Name ist Thomas Mann. Ich glaube nicht nötig zu haben, einer Hohen Kommission diesen Autor besonders eingehend zu charakterisieren, da er der Nobel-Kommission gewiss kein Unbekannter ist. Auch ist der Kommission ohne Zweifel bekannt, welch klar umrissener, rein und schlicht fundierter Charakter diesen Schriftsteller auszeichnet, und welche ernste Hochachtung er in Deutschland und über dessen Grenzen hinaus allgemein geniesst. Die Erteilung dieses Preises an diese hochbedeutende und durch und durch integre Persönlichkeit, welche die besten Eigenschaften deutscher Geistigkeit und Gründlichkeit in sich verkörpert, würde in Deutschland allgemein als schlicht und richtig empfunden werden und grosse Genugtuung hervorrufen.« [Ein Jahr nach Verfassen dieses Briefes erkannte Hauptmann verärgert, dass seine Person als Modell für die Figur Mynheer Peeperkorn im Zauberberg diente. Mann verfasste daraufhin zur Versöhnung am II.IV.25 einen Entschuldigungsbrief an Hauptmann.]

Als Thomas Mann im darauf folgenden Jahr 1924 auf der Kandidatenliste für den Nobelpreis für Literatur stand, konnte er auf zahlreiche erfolgreiche Veröffentlichungen zurückblicken. Der Durchbruch war ihm bereits mit seinem ersten großen Roman Die Buddenbrooks aus dem Jahr 1901 gelungen. Trotz der herausragenden Wirkung dieses Werkes fand das Nobelkomitee 1924 keinen Konsens in der Beurteilung seiner Bedeutung. Während der damalige Präsident Per Hallström Die Buddenbrooks wertschätzte, schlug Österling vor, das neue Werk abzuwarten (Espmark 1988: 68).

Im Jahr 1929 reihte sich Thomas Mann erneut in die begehrte Liste der potenziellen Nobelpreisträger ein, u. a. neben dem deutschen Schriftsteller Arno Holz. Als dieser von der Presse infolge einer Unterschriftenaktion von Seiten deutscher Professoren bereits als der neue Nobelpreisträger gehandelt wurde, verlieh Thomas Mann seinem Ärger darüber Ausdruck in einem Brief an Gerhart Hauptmann: »[...] was sagen Sie zu der weitverbreiteten Nachricht, daß dank der Propaganda einer Oberlehrer-Clique, die ihn vorgeschoben hat, Arno Holz den Nobelpreis erhalten soll? [...] ich würde eine solche Preiskrönung absurd und skandalös finden und bin überzeugt, daß ganz Europa sich in voller Verständnislosigkeit an den Kopf greifen würde. Seien Sie versichert, daß ich sachlich spreche: ich habe zu leben und würde zum Beispiel unserer klugen und bedeutenden Ricarda Huch den Preis von Herzen gönnen. Aber Holz?! Es wäre ein wirkliches Ärgernis, und man sollte wahrhaftig etwas dagegen tun. Aber die Regsamkeit ist, wie gewöhnlich, auf der falschen Seite.« [Brief vom 15.X.29]

Diese indirekte Aufforderung Manns, »etwas dagegen [zu] tun«, nahm Hauptmann zum Anlass, wenige Tage darauf – am 21.10.1929 – einen zweiten Brief an das Nobelkomitee, in diesem Fall direkt an den entscheidenden Kopf des Komitees, Fredrik Böök, zu richten. Diesem Brief ging ein Treffen voraus, bei dem Böök den deutschen Nobelpreisträger nach geeigneten Kandidaten für den Nobelpreis 1929 befragt hatte. Darauf beruft sich Hauptmann in seinem Brief und schlägt Thomas Mann und Stefan George vor. Sein Favorit Thomas Mann geht aus dem Schreiben unmissverständlich hervor:

»Daß Thomas Mann mehr als Stefan George mitten im Leben steht, ist Ihnen gewiß bekannt. Durch seine geschlossene Prosakunst, seinen schlichten, unbeirrbaren Mut, besitzt er das Ohr und das Vertrauen unserer Öffentlichkeit. Bei der augenblicklichen Spaltung Deutschlands in zwei politische Lager hat er, politisch dem einen angehörend, natürlich im anderen seine Gegnerschaft. Unzweifelhaft aber wird auch dort seine Bedeutung nicht verkannt und durchaus respektiert. Die Preisverleihung an ihn würde zwar wie immer in solchen Fällen hie und da Missgunst erwecken, aber wie ich mit Bestimmtheit aussprechen darf, jedermann verständlich sein.«

Auffällig ist die Schwerpunktsetzung Hauptmanns auf die politische Argumentation und weniger auf die literarischen Leistungen Manns. Während Mann dem Lager der Befürworter der Republik angehörte, lehnte Stefan George diese Politik ab. Hauptmann merkt an, dass Georges Name »mit einer mystischen Achtung genannt und seine Krönung mit dem Nobelpreis [...] allgemein als organisch empfunden werden« würde. Hauptmann warnt Böök zudem, George könne den Preis zurückweisen. Diesem Brief an Böök folgte ein längeres Telefonat, in dem sich Hauptmann »endgültige Gewissheit verschaffte« und anschließend Mann über das Resultat berichtete. Da die Schwedische Akademie bereits im September anhand der zuvor erstellten Gutachten über die Leistungen der auserwählten Kandidaten berät, um im Oktober zu einem endgültigen Urteil zu gelangen, bleibt anzunehmen, dass Hauptmanns zweiter Brief die bereits getroffene Entscheidung lediglich bekräftigte.

In sämtlichen Berichten des Nobelkomitees von 1929 über das Werk Thomas Manns beurteilt Hallström die Buddenbrooks als »ein Meisterwerk innerhalb der bürgerlichen Romandichtung« und sogar als »Höhepunkt [...] der zeitgenössischen Romandichtung«, welches zur Rechtfertigung des Nobelpreises genüge. Kein anderes Werk Manns sei vergleichbar, konstatierte Hallström, obgleich die Novellen Tristan und Tonio Kröger aufgrund ihrer »gesunde[n], prosaische[n] Einfachheit des Lebens gegen ästhetische Verkünstelung« Höhepunkte darstellten (zit. n. Espmark 1988: 68).

Diese Einschätzung, betont Espmark, könne zugleich als »Spitze« gegen das neueste Werk Der Zauberberg gelesen werden, das in dem Gutachten von 1929 keinerlei Erwähnung fand. Dieser Ende 1924 erschienene Roman wurde 1928 vom Komitee für nicht nobelpreiswürdig befunden. Es sei »[...] ein in mehrfacher Hinsicht außerordentliches Werk von bedeutendem Gehalt, jedoch vom ästhetischen Standpunkt aus [...] zu breit und schwerfällig, als daß es zu Manns besten Leistungen gerechnet werden könnte.«

Trotz dieser Abwertung des späteren Werkes beharrten die Antragsteller Österling und Hallström auf den unbestrittenen Wert der frühen Werke Manns und der Rechtfertigung einer Auszeichnung allein für die Buddenbrooks. Karlfeldt äußerte Bedenken hinsichtlich der langen Zeitspanne von achtundzwanzig Jahren zwischen der Veröffentlichung des zu prämierenden Werkes und der Auszeichnung. Ein weiteres Hindernis bestand für ihn darin, dass sich die Eignung des Schriftstellers durch »die neueste größere Arbeit« nicht bestätigt finde. Ungeachtet dieser Bedenken erhielt Thomas Mann die Mehrheit der Stimmen und setzte sich u. a. gegen Stefan George, Erich Maria Remarque durch. Arno Holz schied durch seinen Tod 1929 aus dem Kreis der Kandidaten aus, da die Statuten der Nobelstiftung eine Nobelpreisvergabe post mortem untersagten. Schoolfield nimmt an, die Einwilligung des »deutschfreundlichen Böök« liege neben seiner »Bewunderung für den frühen Thomas Mann« auch darin begründet, dass es seit Gerhart Hauptmann 1912 (und Carl Spitteler 1919) keinen deutschen (bzw. deutschsprachigen) Laureaten mehr gegeben habe (Schoolfield 1972: 168). Die erstmalige Prämierung eines deutschen Literaten nach dem Ersten Weltkrieg habe zugleich die Wiederaufnahme Deutschlands und der deutschen Kultur in die Weltkultur bedeutet.

Die Nobelpreisverleihung an Thomas Mann 1929

Am 10. Dezember 1929 wurde Thomas Mann für seinen Jugendroman Die Buddenbrooks im Rahmen einer feierlichen Zeremonie in Stockholm der Nobelpreis für Literatur verliehen. Die Verleihungsrede hielt als entscheidender Vertreter des Nobelkomitees Professor Böök. Er begann seine Rede mit Bekundungen der Würdigung des realistischen Romans der Engländer, Franzosen und Russen, wobei »von deutscher Seite [...] dazu lange Zeit kein wesentlicher Beitrag geleistet worden« sei, »hier suchte sich die dichterische Schaffenskraft zumeist andere Ausdrucksformen«. Erst Thomas Mann habe mit den Buddenbrooks den ersten realistischen Roman hohen Stils in Deutschland geschaffen, der sich mit den Werken Dickens', Balzacs, Flauberts und Tolstojs messen könne.

»›Buddenbrooks‹ ist ein bürgerlicher Roman; die von ihm dargestellte Zeit birgt die Spätblüte der Bourgeoisie. Vor unseren Augen entrollt sich das Bild einer Gesellschaft, die nicht so groß ist, daß sie einem den Blick verwirre, aber auch nicht so klein und beschränkt, daß man ein Gefühl von Enge empfände. Eine vermittelte unparteiische Betrachtungsweise dient der verständigen, wohlbedachten, ausgereiften und ideenreichen Berechnung« (Böök [ca. 1989]: 19).

Während sich zwei Drittel der Verleihungsrede den Buddenbrooks widmen, finden die Novellen Tonio Kröger und Tristan sowie der Roman Königliche Hoheit nur kurze Erwähnung. Vor allem letztgenanntes Werk wird mit betont geringer Wertschätzung betrachtet. Ausführlicher als jene Werke bespricht Böök den »geistreichen Essay ›Friedrich und die große Koalition‹«, welcher vor dem Ersten Weltkrieg entstand, als Mann »sich stark von der Persönlichkeit Friedrich des Großen angezogen fühlte [...] aus dem Gefühl, daß dieser Herrscher die voll überzeugende historische Lösung des Problems verkörpere«. Thomas Manns spätere Werke, allen voran den  Zauberberg, sieht Böök bestimmt vom »Kampf der Ideen, den seine dialektische Natur auszufechten hatte, ehe er zu einem klaren Standpunkt kam« (Böök [ca. 1989]: 19 – 21).

Die Verleihungsurkunde, die Thomas Mann anschließend durch den Schwedischen König in Empfang nahm, benannte Die Buddenbrooks als prämiertes Werk mit der Begründung, der Roman habe »im Laufe der Jahre eine immer mehr gefestigte Anerkennung gefunden [...] als ein klassisches Werk der Gegenwart« (zit. n. Jonas [ca. 1989]: 33). Tatsächlich markierte die Auszeichnung des Debütromans eine Verletzung der Statuten der Nobelstiftung, da das Werk nicht erst »vor kurzem Anerkennung fand« (Nobelpreis für Literatur [ca. 1989]: 20). In seiner Dankesrede legt Thomas Mann den »Weltpreis, der mehr oder weniger zufällig auf meinen [Thomas Manns] Namen lautet, meinem Lande und Volke zu Füßen [...], diesem Lande und Volk, mit dem meinesgleichen sich heute nur fester noch verbunden fühlt als zur Zeit seiner klirrendsten Machtentfaltung. Dem deutschen Geist [...] gilt dieses Jahr der Stockholmer Weltpreis, nach langen Jahren wieder einmal, und Sie machen sich schwer eine Vorstellung von der sensitiven Empfänglichkeit dieses verwundeten und vielfach unverstandenen Volkes für solche Zeichen der Weltsympathie.«

Hochschätzung des Frühwerkes – Abwertung des Spätwerkes

Der Zauberberg wurde bereits im Vorfeld der Preisverleihung in älteren Komitee-Gutachten sowie in den von Böök verfassten Zeitungsrezensionen diskreditiert. In der Preisverleihungsrede fand das Werk schließlich eine indirekte Abwertung. Die Ehefrau Thomas Manns, Katia Mann, äußert sich zu dem Germanisten Böök, der das entscheidende Stimmrecht im Komitee besaß, in ihren Ungeschriebenen Memoiren:

»Als das Buch [›Der Zauberberg‹] 1924 erschien, schrieb er [Böök], dieses Buch sei so eindeutig und ausschließlich deutsch, daß es in keine fremde Sprache übersetzt werden würde. [...] Vorher war Thomas Mann zwar schon bekannt, aber der ›Zauberberg‹ hat tatsächlich seinen internationalen Ruf überhaupt erst begründet. Deswegen hat er auch den Preis bekommen. Aber der rechthaberische Herr Böök wollte das nicht wahrhaben. [...] Es war eine Narretei von Böök und außerdem der reine Unsinn, denn die ›Buddenbrooks‹ sind schließlich 1901 erschienen. Also hätten sie ihm den Preis schon fünfundzwanzig Jahre vorher geben können. 1929 lag dafür kein Anlaß mehr vor« (Mann, K. 1977: 69f.).

Katia Mann weiß zudem zu berichten, Böök sei später »ziemlich nazifreundlich« gewesen und habe ein »unangenehmes Leben in Skandinavien« gehabt. Das Zitat deutet eine politisch motivierte Haltung Bööks an, die möglicherweise den Hauptgrund zur Ablehnung des Zauberbergs bei der Nobelpreisvergabe an Thomas Mann lieferte. Die Aussage Katia Manns verdeutlicht die Verärgerung, die die Abwertung des Zauberberg bei der Familie Mann auslöste. Auch der Schriftsteller zeigte sich getroffen von der Missachtung und äußerte Zweifel darüber, ob das Nobelkomitee ihm den Nobelpreis ohne die Veröffentlichung des neuen Romans überhaupt zuerkannt hätte. So schreibt Mann am 20.1.1930 an André Gide, trotz des einschlagenden Erfolges in Deutschland und Amerika, höre er »[...] immer wieder gänzlich verwerfende Urteile darüber, die meist dahin lauten, es sei kein Roman, keine Dichtung, ein Werk des Verstandes und der Kritik. Das Amüsanteste ist, daß der Stockholmer Literaturprofessor und Kritiker Böök, der bei der Verteilung des Nobelpreises ausschlaggebenden Einfluß hat, es seiner Zeit öffentlich für ein künstlerisches Unding erklärt hat, und daß ich den Preis ausschließlich oder doch ganz vorwiegend für meinen Jugendroman ›Buddenbrooks‹ erhalten habe. Das ist wenigstens die Auffassung der Akademie, die aber ganz offenbar im Irrtum ist. ›Buddenbrooks‹ allein hätten mir niemals die Geltung verschafft, welche es der Akademie ermöglicht und sie bestimmt hätte, mir den Preis zu verleihen. Diese Stellung in der Welt ist tatsächlich erst durch den verpönten Roman [›Der Zauberberg‹] geschaffen worden [...].«

In seinem autobiographischen Lebensabriss (1930) erklärt Mann nochmals: Hätte ihm der Preis allein für die Buddenbrooks gebührt, so hätte er ihn fünfundzwanzig Jahre früher bekommen müssen. Das Nobelkomitee »[...] fühlt sich auf die Zustimmung der Welt angewiesen, und ich glaube, es musste nach ›Buddenbrooks‹ noch einiges aus mir werden, ehe es sich dieser Zustimmung auch nur in dem Grade versehen konnte, wie es sie gefunden hat.«

Wie aber konnte es dann zu einer derartigen Auszeichnung des frühen Werks mit dem Nobelpreis bei gleichzeitiger ein Nachlassen der ästhetisch-künstlerischen Qualität suggerierender Abwertung des späteren kommen? Ist es möglich, dass ein junger Mann von sechsundzwanzig Jahren, der über ein signifikant geringeres Maß an Lebens- und schriftstellerischer Erfahrungen verfügt als ein gestandener neunundvierzigjähriger etablierter Autor, über die Jahre soviel an schriftstellerischer Fähigkeit einbüßt, dass sein neuer Roman aufgrund einer »vom künstlerischen Standpunkt etwas verfehlten Konzeption« (Strömberg [ca. 1989]: 10) nur noch beiseite gelegt werden kann? Leichter fällt da die Annahme, dass Thomas Mann als Schriftsteller und Mensch in den dreiundzwanzig Jahren, die zwischen seinen beiden großen Romanen liegen, eine Entwicklung genommen hatte, die den Auffassungen des Nobelkomitees, allen voran denen Bööks, zuwiderlief.

Thomas Mann: Ein Exkurs – Vom konservativen »Unpolitischen« zum Sprecher der Nation für Humanität und Demokratie

Bei mir steht am Anfang der Roman des deutschen Bürgertums, in der Mitte der Roman europäischer Problematik und Dialektik und am Ende - soweit ich sehen kann – der Menschheitsmythos von Joseph und seinen Brüdern.  
Thomas Mann: On Myself (1940)


Der 1901 erschienene Familienroman Die Buddenbrooks steht ganz im Zeichen des konservativen Bürgertums und erzählt die Geschichte des Verfalls der Familie Buddenbrook. 1903 entstanden die Novellen Tonio Kröger und Tristan, in denen sich Mann der Künstlerproblematik widmete. Thematisiert werden die Stellung des Künstlers zur Gesellschaft wie zum Leben selbst sowie humanistische Positionen und deren Gefährdung (Diersen 1975: 53).

Der Beginn des Ersten Weltkrieges im Jahr 1914 förderte Thomas Manns bis dahin verdeckte widersprüchliche Weltanschauung zu Tage. Diersen stellt fest: Mann sei »kein Reaktionär, allerdings noch weniger ein Oppositioneller und Demokrat« gewesen. Noch unentschieden in seiner Gesinnung schloss sich Thomas Mann zahlreichen Schriftstellern, Künstlern und Wissenschaftlern an und bekannte sich in dem Artikel Gedanken im Kriege zur »Partei der nationalistischen Kriegsbejaher« (Diersen 1975: 122). Kurzke erklärt Manns Einstimmung in die allgemeine Kriegsbegeisterung mit der Hoffnung auf »ein Entkommen aus der Décadence«, wobei der Krieg als Mittel der Reinigung und Befreiung verstanden wurde (Kurzke 2009: 77). Heinrich Mann dagegen vertrat die demokratische Position, was ein mehrere Jahre andauerndes Zerwürfnis zwischen den beiden Mann-Brüdern zur Folge hatte.

Zum Ende des Ersten Weltkrieges 1918 veröffentlichte Thomas Mann seinen Essay Betrachtungen eines Unpolitischen. Darin versucht er – nicht ganz unpolitisch – seinen eigenen Standort in Geschichte, Kunst und Gesellschaft zu bestimmen und zu verteidigen. Als seinen Gegner benennt er den »Zivilisationsliteraten« (womit er vornehmlich seinen Bruder Heinrich meint), welcher die »parlamentarische Demokratie ›des Westens‹« und die Entente-Politik befürwortet, an den Fortschritt glaubt und sich zu Pazifismus, Humanität, Gesamt-Europa-Plänen, Rationalismus bekennt und die Zivilisation verehrt. Antagonistisch versteht Thomas Mann die wahre Kunst als »rückwärts gerichtet«, als »antiintellektuelle«, »irrationale Macht, der natürliche Feind des Fortschritts und der Vernunft«. Es lassen sich Passagen in Manns Essay finden, die den Krieg als »veredelnd auf den Menschen« beschreiben (Diersen 1975: 125 – 127).

Kurzke konstatiert, dass Thomas Mann auf der politisch rechten Seite nie »so recht heimisch« geworden sei, wie er auch »den Linken trotz seiner nationalistischen Ausfälle« nicht komplett verloren gegangen sei. Die Nobelpreisverleihung 1929 gehe, so Kurzke, auf die »Begeisterung des ›Kingmakers‹ Fredrik Böök über die ›Betrachtungen‹ zurück« (Kurzke 1997: 301).

Am 15. Oktober 1922 hielt Thomas Mann in Berlin seine ganz im Zeichen der Humanität und Demokratie stehende Rede Von deutscher Republik. Er schloss die Rede mit dem Ausruf: »Es lebe die Republik!« Im Vorwort zum späteren Abdruck dieser Rede unternimmt Thomas Mann einen Versuch zur Rechtfertigung seines überraschenden, seiner Ansicht nach von der Öffentlichkeit unzutreffend gedeuteten geistig-politischen Sinneswandels:

»Ich weiß von keiner Sinnesänderung. Ich habe vielleicht meine Gedanken geändert, – nicht meinen Sinn. [...] Wenn der Verfasser [Thomas Mann] also auf diesen Blättern teilweise andere Gedanken verficht als in dem Buche des ›Unpolischen‹, so liegt darin eben nur ein Widerspruch von Gedanken untereinander, nicht ein solcher des Verfassers gegen sich selbst. [...] Der republikanische Zuspruch setzt die Linie der ›Betrachtungen‹ genau und ohne Bruch ins Heutige fort, und seine Gesinnung ist unverwechselt, unverleugnet die jenes Buches: die deutsche Menschlichkeit.«

Bereits am 4. September 1922 kündigt Mann in einem Brief an Arthur Schnitzler den Abdruck des Aufsatzes Von Deutscher Republik mit dem Hinweis an, er ermahne darin die Jugend und das Bürgertum, sich »endlich vorbehaltlos in den Dienst der Republik und der Humanität zu stellen«. Als Verfasser der Betrachtungen sehe er den Aufsatz als seine Schuldigkeit seinem Land gegenüber. Mann schreibt weiter: »Und was die Verliebtheit in den Gedanken der Humanität betrifft, die ich seit einiger Zeit bei mir feststelle, so mag sie mit dem Roman [›Der Zauberberg‹] zusammenhängen, an dem ich schon allzu lange schreibe, einer Art von Bildungsgeschichte und Wilhelm Meisteriade, worin ein junger Mensch (vor dem Kriege) durch das Erlebnis der Krankheit und des Todes zur Idee des Menschen und des Staates geführt wird.«

Der Wandel der politischen Geisteshaltung Manns nahm in jenem zweiten großen Roman Der Zauberberg literarische Gestalt an. Im Kapitel »Schnee« lenkt ein kursiv hervorgehobener Satz den Blick des Lesers auf sich: »Der Mensch soll um der Güte und Liebe willen dem Tode keine Herrschaft einräumen über seine Gedanken.« (Hervorhebung im Original) Diese Forderung – die Absage an romantische Todesgedanken und die Einräumung des Humanitätsdenkens – demonstriert Thomas Manns veränderte Weltanschauung. Er selbst bekannte 1940 in On Myself: Dieser Satz im Zauberberg hätte in keinem seiner vorherigen Bücher stehen können, da dieser den »Weg hinaus aus einer individuellen Schmerzenswelt in eine Welt neuer sozialer und menschlicher Moralität« signalisiert (Mann 1990c: 152).

Angesichts des heraufziehenden Faschismus und der zunehmenden Polarisierung der Literatur ergriff Mann immer häufiger »Partei gegen Faschismus, für [...] echte Demokratie«. Sein Engagement galt dabei nicht der Republik im Status quo, sondern einer Republik im Idealzustand mit immanenter Demokratie im politischen und sozialen Bereich (Diersen 1975: 196 – 198).

Bereits vier Jahre nach der Verleihung des Nobelpreises begab sich die Familie Mann 1933 infolge der Machtergreifung der Nationalsozialisten unter Adolf Hitler ins Exil. Über Stationen in Frankreich und der Schweiz emigrierten die Manns schließlich in die Vereinigten Staaten von Amerika. Im Exil unternahm Thomas Mann zahlreiche Aktivitäten, die sich gegen Hitler, das nationalsozialistische Regime im Deutschen Reich und den Krieg richteten. Es wurden Schriften wie Vom kommenden Sieg der Demokratie (1939) illegal in Deutschland verteilt, er veröffentlichte Bekenntnisse zur sozialen Demokratie in der in Mexiko publizierten Zeitschrift »Freies Deutschland« (vgl. Abusch 1965: 61 – 73) und hielt ab Herbst 1940 seine monatlichen Ansprachen »Deutsche Hörer«, die über den Rundfunk der BBC London gesendet wurden. Außerdem engagierte sich Mann für europäische Flüchtlinge in zahlreichen Ausschüssen und Vereinigungen (vgl. Middell 1975: 169).

Der politische Gesinnungswandel Thomas Manns, der sich zwischen seinem Frühwerk und Spätwerk vollzog, kann als Indiz für eine politisch motivierte Entscheidung des Nobelkomitees, im Besonderen des Germanisten Böök verstanden werden. Offen bleibt noch die Frage, welche persönlichen Motive Bööks Urteil zugrunde lagen.

Bööks persönliche Haltung zu Thomas Manns Schaffen

Toleranz wird zum Verbrechen, wenn sie dem Bösen gilt.
Thomas Mann: Der Zauberberg


Harpprecht weiß in seiner Mann-Biographie zu berichten, Professor Fredrik Bööks konservative Gesinnung habe ihn während des Ersten Weltkrieges mit dem Kaiserreich sympathisieren lassen. Auf Einladung Bööks verfasste Thomas Mann 1915 im Sinne seiner Betrachtungen eines Unpolitischen, die Böök hoch achtete, einen Brief für die konservative Zeitung »Svenska Dagbladet«, der die geistige Lage der Menschen in Deutschland beschrieb. Hierzu passt, so Harpprecht weiter, dass besagter Professor Böök 1934 Augenzeuge der Bücherverbrennungen in Berlin gewesen sei, von denen er als einem »weihevollen Autodafé« berichtete. Mit einiger Zufriedenheit sei er Beobachter der Verbrennung von Heinrich Manns Büchern gewesen, während die Schonung der von Thomas Mann verfassten Bücher auf sein Wohlwollen getroffen sei (Harpprecht 1995: 647f.).

Bereits 1918 hatte Böök begonnen, in Zeitungsartikeln für das Stockholms Dagbladet (SD) die unmittelbar nach dem Ersten Weltkrieg entstandenen Werke »des guten [konservativen] Thomas und die des bösen [demokratiefreundlichen] Heinrich« gegeneinander auszuspielen. Den »unbeirrbar tugendhafte[n] Thomas« lobte Böök bei jeder sich bietenden Gelegenheit (Schoolfield 1972: 160). So auch bei seinem Angriff gegen Heinrich Manns Der Untertan. Thomas Mann habe während des Weltkrieges davor gewarnt, [...] dass die Entente an der inneren Front, im geistigen Leben, einen Durchbruchsversuch unternehmen könnte. [...] Was wir erlebt haben, ist nicht bloß der Zusammenbruch der äußeren Machtstellung Deutschlands, sondern vielmehr eine moralische Katastrophe (Böök, SD, 23.03.1919).

Heinrich Manns Roman sei eine »Sumpfblüte der Katastrophe« (Böök, SD, 23.03.1919). Sein schriftstellerischer Erfolg sei »aus den Ruinen des deutschen Staates gekrochen wie Maden aus der Leiche eines gefallenen Kriegers« (Böök, SD, 04.05.1919). Später begründete Böök die Schwächen Heinrich Manns mit seiner »Rassenzugehörigkeit« und seinem »Europäertum« (Böök, SD, 02.02.1920). Dass Thomas Mann derselben Rasse angehörte, blieb unerwähnt. Die Zitate machen unmissverständlich klar, auf welcher politischen Seite sich Böök verorten lässt und wie maßgeblich die nationalistische Ideologie seine Einstellung zur Literatur bestimmte. Bööks Gesinnung tritt in vier Aufsätzen offen zutage, die er nach einer Deutschlandreise in dem Buch Hitlers tyskland maj 1933 im selben Jahr in Schweden, 1934 unter dem Titel Hitlers Deutschland von außen gesehen in Deutschland veröffentlichte und welche »das neue System und dessen Führer im günstigsten Licht erscheinen ließen« (Schoolfield 1972: 174).

»Auf der Seite des Vaterlandes und seiner militärischen Unternehmungen« wollte Böök auch Thomas Mann wissen. Insofern rief dessen Frühwerk bei ihm wahre Bewunderung hervor, wogegen Manns Schaffen seit der Rede Von deutscher Republik auf seine Ablehnung stieß (Schoolfield 1972: 158). Am 25. August 1925 erschien ein wenig freundlicher Essay des schwedischen Germanisten über Thomas Manns Zauberberg, den Schoolfield (1972: 165) auf die Enttäuschung Bööks »über Manns politische und künstlerische Entwicklung« zurückführt. Der Zauberberg erinnere ihn »mehr an ein anatomisches Präparat als an ein Kunstwerk«, bei dem »die Geduld des Lesers auf eine harte Probe gestellt« werde (Böök, SD, 25.08.1925). Aufgrund seiner Ausnahmestellung als »Schwedens einflussreichster Kritiker« (Schoolfield 1972: 158) hatte Böök die entscheidende Stimme im Nobelkomitee und setzte dort die Lesart des konservativen politischen Lager durch. Kritische Stimmen aus demselben Lager wurden in Deutschland im Nachgang der Bekanntgabe des Nobelpreisträgers und der Preisverleihung laut.

Wirkung der Preisverleihung im soziokulturellen und politischen Kontext

Die deutsche Presse bedachte Thomas Mann für die Preisverleihung in Stockholm sowohl mit Lobeshymnen als auch mit einigen abwertenden Töne vor allem der großen konservativen Berliner Zeitungen. Diese stellten nicht nur den »hohe[n] literarische[n] Wert« seines Werkes in Frage, sondern zugleich das »ganze Gerüst seines politischen Denkens« (Strömberg [ca. 1989]: 12). So schrieb der Berliner Lokalanzeiger 1929: »Der Thomas Mann, der während des Krieges noch Friedrich den Großen in alle Himmel hob, ist nun der Herold der Demokratie geworden, als diese zur Staatsform des neuen Deutschland geworden war« (zit. n. Strömberg [ca. 1989]: 12).

Die Reaktionen in der Presse spiegelten die politische Ausrichtung des jeweiligen Blattes. Aus dem politisch mit Mann sympathisierenden Lager der demokratischen Zeitungen erklang Lob und Begeisterung für den deutschen Laureaten. Die konservativen Medien brachten verhaltene Reaktionen bis hin zu Verachtung und Unverständnis über die Preisverleihung an Thomas Mann zum Ausdruck.

Heinrich Mann würdigte seinen Bruder in einer Ansprache im »Berliner Rundfunk« am 12. November 1929, die tags darauf im »Berliner Tageblatt« abgedruckt wurde. Der jugendliche Autor der Buddenbrooks, erklärt Heinrich Mann, sei ein »alleinstehender, innerlich noch nicht gefestigter junger Mensch«, der mit dem Heranwachsen »an sich und seiner Vervollkommnung« arbeitete. Die Entwicklung zum Sprecher der Nation beschreibt der inzwischen wieder mit seinem Bruder Thomas vereinte Heinrich Mann wie folgt:

»›Buddenbrooks‹ zeigten erst das heimatliche Bürgerhaus, sein Glück, seine Gefahren. ›Die Betrachtungen eines Unpolitischen‹ entstanden schon aus den mitgefühlten Gefahren und dem miterlebten Glück der ganzen Nation in ihren schwersten Tagen. Ein deutsches Lehrbuch der persönlichen Entwicklung aber ist der Roman ›Der Zauberberg‹. Er vor allem kennzeichnet einen langen, verantwortungsvollen Weg, den Weg Thomas Manns vom Bürgersohn, der Erinnerungen an ein Haus in Lübeck schrieb, bis zum Meister, der für sein Volk spricht.«

Späte Würdigung des Zauberbergs

Im Jahre 1948 wurde Thomas Mann von zwei Mitgliedern der Schwedischen Akademie, Hjalmar Gullberg und Einar Löfstedt, erneut als Laureat des Nobelpreises »für sein bedeutendes Spätwerk« vorgeschlagen (Strömberg [ca. 1989]: 15). Es folgten heftige Diskussionen darüber, ob es mit dem Testament des Stifters vereinbar sei, die gleiche Person zweimal mit demselben Nobelpreis auszuzeichnen, was schließlich verneint wurde.

Eine besondere Würdigung wurde dem Zauberberg dennoch im Jahre 1950 in einem Gedenkwerk zum fünfzigjährigen Jubiläum der Nobelstiftung durch Anders Österling zuteil:

»Der Wert dieses enzyklopädischen Romans ist mit der Patina der Jahre nur gewachsen; auf seine Weise steht er dem Jugendroman [...] zweifellos nicht nach. Doch hat sich das Feld geweitet, und heute fehlt es nicht an Vergleichselementen. Thomas Mann ist einer der seltenen Nobelpreisträger, die auch nach der Verleihung des Preises noch eine ganze Reihe weiterer Werke hervorbrachten; manche hatte er im Exil oder unter Umständen geschrieben, die ihm ein Höchstmaß an Selbstbeherrschung, [...] eine fast übermenschliche Widerstandskraft abgefordert haben.«

Literatur

Primärliteratur

Böök, Fredrik (1921): Den litterära bolsjevismen i Tyskland. I: Heinrich Manns »Untertan«. (Stockholms Dagbladet, 23.03.1919). In: Essayer och kritiker 1919 - 1920. Stockholm: o. V., S. 126 - 127.

Böök, Fredrik (1921): II: Heinrich Manns Antecedenta. (Stockholms Dagbladet, 04.05.1919). In: Essayer och kritiker 1919 - 1920. Stockholm: o. V., S. 136.

Böök, Fredrik (1921): III: Heinrich Manns politiska trosbekännelse. (Stockholms Dagbladet, 02.02.1920). In: Essayer och kritiker 1919 - 1920. Stockholm: o. V., S. 145.

Böök, Fredrik (1925): Thomas Manns nya roman. In: Svenska Dagbladet, 25.08.1925.

Böök, Fredrik [ca. 1989]: Verleihungsrede bei der Überreichung des Nobelpreises für Literatur an Thomas Mann am 10. Dezember 1929. In: Nobelpreis für Literatur 1929 – 1930. Mann. Lewis. Beschränkte Auflage auf den Kreis der Nobelpreisfreunde. Zürich: Coron Verlag (lfd. Nr. 29).

Hauptmann, Gerhart (1923): Brief an »eine Hohe Kommission der Nobelstiftung«. Oktober 1923. Eine Kopie des Briefes ist ein Exponat in der Dauerausstellung: Die Buddenbrooks – Ein Jahrhundertroman. Lübeck: Buddenbrookshaus. Originalbrief im Thomas-Mann-Archiv der ETH Zürich.

Hauptmann, Gerhart (2002): Brief an Fredrik Böök. 21.10.1929. Abdruck bei: Tschörtner, Hans Dieter: Nobelpreis für Thomas Mann. Gerhart Hauptmann schreibt nach Stockholm. In: Thomas Mann Jahrbuch. Band 14. Hg. v. Eckhard Heftrich, Thomas Sprecher, Ruprecht Wimmer. Frankfurt am Main: Vittorio Klostermann, S. 269 – 272.

Hauptmann, Gerhart (1995): Thomas Mann zum 50. Geburtstag. 5.6.1925. In: Thomas-Mann-Jahrbuch. Band 7. Hg. v. Eckhard Heftrich, Thomas Sprecher, Ruprecht Wimmer. Frankfurt am Main: Vittorio Klostermann, S. 277.

Mann, Heinrich (2000): Der Nobelpreis. Ansprache im Berliner Rundfunk. 12. November 1929. Zuerst in: Berliner Tageblatt, Abendausgabe, 13.11.1929, Nr. 537. Abdruck in: Thomas Mann im Urteil seiner Zeit. Dokumente 1891 – 1955. Hg. v. Klaus Schröter. 2., unveränderte Auflage. Frankfurt am Main: Vittorio Klostermann (= Thomas-Mann-Studien 22), S. 167 – 169.

Mann, Katia (1977): Meine ungeschriebenen Memoiren. Hg. v. Elisabeth Plessen und Michael Mann. 2. Aufl. Berlin: Buchverlag Der Morgen.

Mann, Thomas (1988): Brief an André Gide vom 20.I.30. In: Ders.: Briefe 1889 – 1936. Band I. Hg. v. Erika Mann. Frankfurt am Main: Fischer Taschenbuch Verlag (2136), S. 297 – 299.

Mann, Thomas (1988): Brief an Arthur Schnitzler vom 4.IX.22. In: Ders.: Briefe 1889 - 1936. Band I. Hg. v. Erika Mann. Frankfurt am Main: Fischer Taschenbuch Verlag. S. 199 – 200.

Mann, Thomas (1988): Brief an Gerhart Hauptmann vom II.IV.25. In: Ders.: Briefe 1889 – 1936. Band I. Hg. v. Erika Mann. Frankfurt am Main: Fischer Taschenbuch Verlag, S. 234 - 236.

Mann, Thomas (1988): Brief an Gerhart Hauptmann vom 15.X.29. In: Ders.: Briefe 1889 – 1936. Band I. Hg. v. Erika Mann. Frankfurt am Main: Fischer Taschenbuch Verlag, S. 294 – 295.

Mann, Thomas (1990b): Lebensabriss [1930]. In: Ders.: Gesammelte Werke in dreizehn Bänden. Reden und Aufsätze 3. Band XI. Frankfurt am Main: Fischer Taschenbuch Verlag, S. 98 – 144.

Mann, Thomas (1990c): On Myself [1940]. In: Ders.: Gesammelte Werke in dreizehn Bänden. Nachträge. Band XIII. Frankfurt am Main: Fischer Taschenbuch Verlag, S. 127 – 180.

Mann, Thomas (1990b): Rede in Stockholm zur Verleihung des Nobel-Preises [1929]. In: Ders.: Gesammelte Werke in dreizehn Bänden. Reden und Aufsätze 3. Band XI. Frankfurt am Main: Fischer Taschenbuch Verlag, S. 407 – 411.

Mann, Thomas (1990b): Von Deutscher Republik [1922]. In: Ders.: Gesammelte Werke in dreizehn Bänden. Reden und Aufsätze 3. Band XI. Frankfurt am Main: Fischer Taschenbuch Verlag, S. 809 – 852.

Mann, Thomas (1990b): Von Deutscher Republik. Vorwort [1922]. In: Ders.: Gesammelte Werke in dreizehn Bänden. Reden und Aufsätze 3. Band XI. Frankfurt am Main: Fischer Taschenbuch Verlag, S. 809 – 811.

Mann, Thomas (1990a): Der Zauberberg [1924]. Gesammelte Werke in dreizehn Bänden. Band III. Frankfurt am Main: Fischer Taschenbuch Verlag.

Nobel, Alfred Bernhard [ca. 1989]: Testament [1895]. In: Nobelpreis für Literatur. Sonderband. Beschränkte Auflage auf den Kreis der Nobelpreisfreunde. Zürich: Coron Verlag (lfd. Nr. 29).

Sekundärliteratur

Abusch, Alexander (1965): Thomas Mann und das Freie Deutschland. In: Sinn und Form. Sonderheft Thomas Mann 1965. Hg. v. der Deutschen Akademie der Künste. Berlin: Rütten & Loening, S. 61 – 73.

Bredsdorff, Elias (1964): Vad menade Nobel med uttrycket „i idealisk rigtning“? In: Bonniers litterära magasin 33, S. 353f.

Diersen, Inge (1975): Thomas Mann. Episches Werk. Weltanschauung. Leben. Berlin und Weimar: Aufbau Verlag.

Dücker, Burckhard et al. (2005): Literaturpreisverleihungen: ritualisierte Konsekrationspraktiken im kulturellen Feld. In: Forum Ritualdynamik Nr. 11, Hg. v. Dietrich Harth und Axel Michaels. URL:
www.ub.uni-heidelberg.de/archiv/5490 (Datum des letzten Zugriffs: 24.07.2009).

Espmark, Kjell (1988): Der Nobelpreis für Literatur. Prinzipien und Bewertungen hinter den Entscheidungen. Aus dem Schwedischen von R. Volz und F. Paul. Mit einem Nachwort von F. Paul. Göttingen: Vandenhoeck & Ruprecht (= Sammlung Vandenhoeck).

Filser, Hubert (2001): Nobelpreis. Der Mythos. Die Fakten. Die Hintergründe. Freiburg im Breisgau: Verlag Herder.

Harpprecht, Klaus (1995): Thomas Mann. Eine Biographie. 2. Auflage. o. O.: Rowohlt.

Jonas, Klaus W. [ca. 1989]: Leben und Werk Thomas Mann. In: Nobelpreis für Literatur 1929 – 1930. Mann. Lewis. Beschränkte Auflage auf den Kreis der Nobelpreisfreunde. Zürich: Coron Verlag (lfd. Nr. 29), S. 23 – 38.

Kurzke, Hermann (2009): Thomas Mann. Ein Porträt für seine Leser. München: C. H. Beck.

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Middell, Eike (1975): Thomas Mann. Versuch einer Einführung in Leben und Werk. Leipzig: Verlag Philipp Reclam jun.

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URL: http://nobelprize.org/nomination/literature/process.html (Datum des letzten Zugriffs: 24.07.2009).

Schoolfield, George C. (1972): Thomas Mann und Fredrik Böök. In: Deutsche Weltliteratur. Hg. v. Klaus W. Jonas. Tübingen: Niemeyer Max Verlag, S. 158 – 188.

Strömberg, Kjell [ca. 1989]: Kleine Geschichte der Zuerkennung des Nobelpreises an Thomas Mann. In: Nobelpreis für Literatur 1929 – 1930. Mann. Lewis. Beschränkte Auflage auf den Kreis der Nobelpreisfreunde. Zürich: Coron Verlag (lfd. Nr. 29).

 

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