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Körner: Arno Schmidt Littyrannos |
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18.01.2009 |
Arno Schmidt Littyrannos
Eine Ansichtskarte aus Bargfeld
anlässlich des 95. Geburtstages des Schriftstellers mitgeteilt von Thomas Körner
Lieber U.,
meine November! Mit kA in Bargfeld Kreis Celle. Wir klauen einen Fichtenzweig aus Schmidt' sein'm Garten zum Advent und stoßen im Gasthof Bangemann mit Bier und Hühnerbrühe auf AS an.
Oh Arno Du Mein D. Q.
Dass dies der erste und vielleicht einzige Besuch bei einem Schriftsteller ist, macht mich de-mütig. Eine Art bukolischer De-Mut.
Im
Hause selbst sind zwei Fotos zu sehen. Die zeigen die Nacht- und die
Tagseite des haidnischen Fauns. Das eine: der Körper ganz schwarz
gekleidet, die Schulter hochgezogen, weißes Gesicht, ein gespenstisches
Abbild der Besessenheit, knöchern, kalt, neblig, windig,
spökenkiekerig... Das andere: im neuen Pullover mit schwungvollem
Schal, da sieht man den jungen Artisten, ufafilmschön, liebhaberisch
eitel-sympathisch, mit gebügelten Hosen, in Sandalen, vor dem Holzhaus,
ein Jux auf den Fototermin – und unüberbietbar deutsch.
Die Hütte ist längst durch den Nachlass geordnet. Gedenkstätte einer Ein-Mann-Diktatur. Aber immer noch voller intellektueller Magie und virtuos gehandhabter Vorurteile.
Gruß! Th.
P.S.: Den RINGKLIB (aus dem Steinernen Herzen) haben wir an der von Dir angegebenen Stelle gefunden und wieder mitgenommen – erzähl das bloß nicht weiter!
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