Christoph
Jünke: Sozialistisches Strandgut. Leo Kofler – Leben und Werk (1907-1995)
Hamburg:
VSA 2007, 704 Seiten, ISBN 978-3-89965-197-3 Christoph Jünke
schließt eine große Lücke im linken Gedächtnis. Seine politische Biografie des
marxistischen Einzelgängers Leo Kofler (1907-1995) bietet erstmals einen
umfassenden Überblick über Leben und Werk des Sozialphilosophen und
Gesellschaftstheoretikers. Er stellt Leben und Werk in den zeitgeschichtlichen
Zusammenhang, setzt das Theorieprogramm Koflers in Beziehung zu anderen zeitgenössischen
sozialistischen Intellektuellen und arbeitet die Originalität
Koflers heraus, ohne dessen theoriepolitische Schwächen zu verschweigen. Das
Buch wird so nicht nur zu einer Geschichte des 20. Jahrhunderts, sondern auch
zu einer originellen Einführung in die Geschichte der sozialistischen Linken
und ihrer politisch-theoretischen Probleme.
»Lieber Leo, Hochschulen
und Arbeiterbewegung haben Dich gleichermaßen schlecht behandelt. Es wird noch
einige Zeit dauern, bis sich die Öffentlichkeit besinnt, Deine Bücher gebührend
anzuerkennen... Du solltest Dich also nicht darüber ärgern, dass alle Welt
versucht, Dich vergessen zu machen, sondern eher amüsieren, wie schön an Deinem
Beispiel zu sehen ist, dass die Bürokraten der SPD und der
Gewerkschaftsbewegung, der SED und der DDR und die Herren ordinierten
Professoren so schön parallel reagieren; auf sehr lange Sicht wird ihnen das
allen gleichmäßig wenig nützen und es wird einmal eine Zeit kommen, in der sie Dir
gebührende Reverenzen in Form eifriger Zitate erweisen. Nur dauert das halt
noch ein bis zwei Jahrzehnte.«
Wolfgang Abendroth, April 1967
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