Ulrich Horb, Jahrgang
1955, lebt und arbeitet als Journalist und Autor in Berlin.
Veröffentlichungen in Gewerkschaftszeitschriften, pädagogischen
Zeitschriften und Stadtmagazinen, verantwortlicher Redakteur der
»Berliner Stimme«.
Globkult bietet ein Forum für gesellschaftswissenschaftliche und -politische Auseinandersetzungen. In der Rubrik „Debatte“ stehen Meinungsäußerungen und Diskussionsbeiträge mit aktuellem Bezug im Vordergrund, insbesondere zu Fragen sozialer Gerechtigkeit und staatlicher Verantwortung, Analysen der wirtschaftlichen sowie ökologischen Situation und deren politische Handhabung, Beiträge zur Problematik des solidarischen Zusammenhalts des Gemeinwesens und seiner Integration, zur Entwicklung von Bürgerrechten und zur internationalen Rolle der Bundesrepublik Deutschland, namentlich im europäischen Einigungsprozess.
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14.03.2010 |
Freiheit vor Einheit
von Wolfgang Thierse
Am 18. März 1990 machten die Bürgerinnen und Bürger der DDR eine ganz neue Erfahrung: Zum ersten Mal war ihre Stimme, war ihr Kreuz auf einem Wahlschein etwas wert. Gewählt wurde die 10. und zugleich letzte Volkskammer - und das war endlich eine, die diesen verpflichtenden Namen verdiente.
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14.02.2010 |
Durchdachter Rückzug
von Johannes Pflug Am 1. Dezember letzten Jahres verkündete der amerikanische Präsident Barack Obama, dass er im Jahr 2010 die US-Truppen in Afghanistan um weitere 30.000 Soldaten aufstocken und dann 2011 mit dem Abzug beginnen werde. Im Jahr 2012 finden die Präsidentschaftswahlen in den USA statt. Niemand kann ernsthaft glauben, dass Obama seinen Wahlkampf erfolgreich führen kann, während seine Truppen in Afghanistan in schwere Kämpfe verwickelt sind. Die amerikanischen Truppen werden bis Ende 2011 die meisten Provinzen in Afghanistan von den Taliban befreit haben - auf jeden Fall aber den Eindruck erwecken, die Taliban in Afghanistan seien besiegt.
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Bruns: Demokratie und Kapitalismus |
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08.02.2010 |
Was ist dem Kapitalismus die Demokratie wert?*
von Tissy Bruns
1. Parallelkommunikation Wer zu neuen Ufern aufbrechen will, muss sich mit dem Zustand der Demokratie
nach der Finanzkrise beschäftigen. Dazu ein Tageseindruck: Im
Tarifstreit des öffentlichen Dienstes argumentiert die Arbeitgeberseite,
also der Staat, mit der Lage der Staatskassen. Die Forderungen
seien nicht bezahlbar. Irgendwie einleuchtend, nach dem Kriseneinbruch mit der
hohen Staatsverschuldung.
Das kleine Problem: Der Staat sagt das Menschen, die genau wissen - nein, ich
rede jetzt nicht von den 5 Milliarden Gewinnen der deutschen Bank
oder irgendwelchen Boni oder von der Hotelmehrwertsteuer - der Staat sagt das
Menschen, die genau wissen, dass jemand wie ich Ende Januar
20 Euro mehr Kindergeld auf dem Konto hatte, und als Besserverdienende sogar
über den Steuerfreibetrag mehr als die 20 Euro monatlich
profitieren werde. Warum kann der Staat für mich Geld ausgeben, das
angeblich Wachstum bringt, nicht aber für die schlecht bezahlten
Krankenschwestern, die das doch viel eher in Konsum ummünzen würden?
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Brandt: Freiheits- und Einheitsdenkmal |
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01.02.2010 |
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Ein Denkmal für alle Deutschen! von Peter Brandt
Bei dem vom deutschen Bundestag beschlossenen Bau eines Freiheits- und Einheitsdenkmals geht es – jedenfalls aus meiner Sicht – nicht darum, einfach den Ist-Zustand der Verhältnisse in Deutschland zu feiern. Eine positive Einstellung zur Selbstbefreiung der DDR im Herbst 1989 und zur Wiederherstellung der staatlichen Einheit Deutschlands als solcher im Jahr darauf ist durchaus vereinbar mit einer kritischen Haltung zur staatsrechtlichen Form und zum gesellschaftspolitischen Inhalt der deutschen Einigung, wie sie sich faktisch vollzogen hat und insofern weiterhin diskussionswürdig bleibt. |
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01.02.2010 |
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Tafelsilber oder Kochgeschirr? Öffentliche Unternehmen und rot-rot(-grün)e Wirtschaftspolitik von Hans Willi Weinzen In der langsam beginnenden Debatte über rot-rot-grüne Gemeinsamkeiten, die insbesondere von Abgeordneten und Funktionären angestoßen wird, die in Bundestag und/oder Bundesvorständen für eine der drei auf Bundesebene oppositionellen Parteien tätig sind, spielt Wirtschaftspolitik noch keine hinreichende Rolle, obwohl gerade eine soziale Alternative zum schwarz-gelben Neoliberalismus notwendig, machbar und vermittelbar ist. Insbesondere die Frage, ob öffentliches Eigentum an bestimmten Unternehmen nicht notwendig ist, um die Daseinsvorsorge zu sichern, sollte stärker diskutiert werden.
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Heimann: Linke Lebensläufe |
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01.02.2010 |
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Was ist ein linker Lebenslauf? von Siegfried Heimann Ich könnte es mir natürlich leicht machen und mich auf den großen Aphoristen Ernst Jandl berufen, der sich abschließend zu diesem Problem geäußert hat. Er schrieb: Viele glauben, dass man lechts und rinks nicht velwechsern kann. Werch ein Illtum. Aber es geht ja nicht um links oder rechts, es geht nicht darum, was ist ein Rechter oder ein Linker in der Partei, in den Parteien, in der heutigen Tagespolitik.
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