Herbert Ammon ist Historiker und politischer Publizist. Bis 2003 lehrte er als Dozent für Geschichte und Soziologie am Studienkolleg für ausländische Studierende der Freien Universität Berlin. Seine Schwerpunkte liegen in den Bereichen deutsche und amerikanische Geschichte, Ideengeschichte sowie Deutschlandpolitik.
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17.07.2010 |
Ein Signal an Seydlitz über Madame Kollontai Sperrige Fakten zur Geschichte des 20. Juli 1944
von Herbert Ammon
Historische Wirklichkeit erweist sich stets als komplexer denn die von spezifischem Erkenntnisinteresse oder geschichtspädagogischen ›Lernzielen‹ geprägten Deutungen.
Dies gilt gerade auch für die missglückte Rettungstat des 20. Juli, eines jener Daten, auf die sich im vereinten Deutschland ein national verbindendes Geschichtsethos gründen könnte. Während man in den Jahren vor 1989 in der DDR den 20. Juli ziemlich spät für das ›Geschichtserbe‹ reklamierte und dabei die in letzter Minute aufgenommenen Kontakte zum kommunistischen Untergrund...
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Ammon: Verwirrendes Fußballfieber |
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29.06.2010 |
Deutsch-nationale Irrungen/Wirrungen im steigenden Fußballfieber.
Zur seelischen Selbsterkundung niedergeschrieben am 28. Juni 2010, dem serbisch-deutsch-österreichischen Schicksalstag
von Herbert Ammon
Von der von DFB-Gewaltigen um ihr Interview mit Horst Eckel, Sieger der Schlacht von Bern 1954, gebrachten rechtskonservativen Junge[n] Freiheit war
nichts anderes zu erwarten. Das Blatt nährt seine Hoffnung auf
nationale Wiedergeburt aus dem Geist der Glotze und der
fahnenschwingenden Massen auf der Fanmeile vor dem Brandenburger Tor.
Aber wie steht es mit all den anderen geistesbildenden Organen im
ungeliebten Lande?...
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Charmley; Britisches Empire (Ammon) |
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14.06.2010 |
Ein alter Tory als Mythenzertrümmerer
John Charmley: Der Untergang des Britischen Empires. Roosevelt –
Churchill und Amerikas Weg zu Weltmacht, Graz (Ares Verlag) 2005, 472
Seiten
von Herbert Ammon
Gegenüber dem vorherrschenden Geschichtsbild, in dem Winston Churchill als entschlossener Widerpart Hitlers, als
unerschütterlicher Kriegsheros, als illusionsloser Gegenspieler Stalins sowie als Wegbereiter Europas hervortritt, hat
sich John Charmley, Historiker an der University of East Anglia, mit seiner Biographie Churchill: The End of Glory (1993)
einen – nicht unangefochtenen – Namen als Mythenzertrümmerer gemacht...
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26.04.2010 |
Dietrich Bonhoeffer – christlicher Abendländer und deutscher Patriot
von Herbert Ammon
Im Kontext der bundesrepublikanischen Zivilreligion spielt die
Erinnerung an den Theologen und Widerstandskämpfer Dietrich Bonhoeffer,
am 9. April 1945 im KZ Flossenbürg von einem SS-Standgericht verurteilt
und qualvoll hingerichtet, keine herausragende Rolle. Zu erklären ist
dieses Faktum mit dem Charakter der – entgegen der These von der
›Wiederkehr der Religion‹ – säkularen, postchristlichen sowie im
Selbstverständnis ihrer Deutungseliten postnationalen deutschen
Gesellschaft. Immerhin verdanken wir dem 2009 verstorbenen Wiener
Bildhauer Alfred Hrdlicka eine eindrucksvolle Bonhoeffer-Skulptur...
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Schröder: Jugendgewalt (Ammon) |
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01.03.2010 |
Weniger rechtsextremistisch als antizivil. Zur Bewusstseinslage von Jugendlichen in Ost und West
Klaus Schröder: Rechtsextremismus und Jugendgewalt in Deutschland: ein Ost-West-Vergleich, München (Bayerische Landeszentrale
für politische Bildungsarbeit) 2003, 617 S.
von Herbert Ammon
Wie real ist die ›braune Gefahr‹, wie verbreitet sind rechtsextremistische Tendenzen unter
Jugendlichen, was fasziniert an der Subkultur der Skinheads, an Nazi-Rock und martialischem ›Outfit‹? Wann immer von
›rechten‹ Gewalttaten zu berichten ist – da wird ein Obdachloser totgeprügelt, da wird ein Jugendlicher
wegen seines ›linken‹ Aussehens zusammengeschlagen und in der Jauchegrube versenkt – sind die Medien mit Erklärungen
schnell zur Hand: Schuld sei der nie überwundene Rechtsextremismus, der im Gefolge der Wiedervereinigung aufgelebt sei
und vor allem im östlichen Deutschland seinen Nährboden gefunden habe. Werden ›Experten‹ zu Rate gezogen, so dient
bezüglich der Ex-DDR als theoretisches Grundmodell vielfach noch der ›autoritäre Charakter‹ und die Faschismus-Skala,
welche die westdeutschen 68er einst bei Th. W. Adorno u.a. erlernten und auf ihre Vätergeneration anwandten... |
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01.03.2010 |
Von der Revolution überraschte Oppositionelle
Detlef Pollack: Politischer Protest. Politisch alternative Gruppen in der DDR, Opladen (Leske – Budrich) 2000, 282 S.
von Herbert Ammon
›Wende‹ oder Revolution? Zu den Vorzügen des vorliegenden Buches gehört, dass sein Autor sich nicht der Tendenz
unterwirft, die alles
umstürzenden Ereignisse im Herbst 1989 im Sprachduktus der zu demokratischen Sozialisten gewendeten Kommunisten zur bloßen
›Wende‹
zu verflachen, sondern als das zu benennen, was zum
Erstaunen der Welt wirklich stattfand: eine Revolution.
Wie aber kam es zu dieser friedlichen deutschen Herbstrevolution? War sie ein Werk der Bürgerrechtler und ihrer Gruppen, eine
Volksrevolution, ein Geschenk Gorbatschows oder eine bloße »exit-Revolution«...
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