Ulrich Schödlbauer ist Professor für Neuere deutsche Literaturwissenschaft an der FernUniversität in Hagen. Seine wissenschaftlichen Schwerpunkte liegen auf den Gebieten der Kultur- und Kunsttheorie. Zu seinen literarischen Arbeiten zählen Gedicht- und Essaybände sowie erzählende Prosa.



Schödlbauer: Gaukel-Spiel PDF Drucken E-Mail
23.06.2010
Das Gaukel-Spiel

von Ulrich Schödlbauer

Die Situation ist also endlich einmal eingetreten: das Volk will einen Präsidenten und die Regierung will einen anderen. Daran wird sich so rasch nichts ändern, nicht bis zum Wahltag und nicht darüber hinaus. Der Präsident aller Deutschen wird in Zukunft ein Präsident gegen das Volk sein, ein vom Volk ausdrücklich nicht gewünschter oberster Volksschauspieler. Für die Regierung mögen das peanuts sein, für Verfassungsrechtler kein Problem. Für die Medien steht die Regierung auf dem Prüfstand: Hält sie? Bricht sie? Wenn sie hält, dann haben auch die Medien kein Problem und alle sehen weiter. Die Regierung ist dabei, das Volk aufzulösen und sich ein anderes zu wählen, und es ist: kein Problem.

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Schödlbauer: Episode vom Feind PDF Drucken E-Mail
05.04.2010
Episode vom Feind 

von Ulrich Schödlbauer 

Kennen Sie Borges? Natürlich, werden Sie sagen, hätte ich sonst Gesinnungen? Gestatten Sie, dass ich lächle, doch nicht allzu sehr, denn wir wollen keine Zeit verlieren. Warten Sie, ich lese Ihnen etwas vor, oder besser: ich erzähle es Ihnen. Es ist die Geschichte vom Feind, den einer nach Jahren der Flucht und des Wartens eigenhändig in sein Haus einlässt: scheinbar gebrechlich, scheinbar hilfsbedürftig, scheinbar am Ende, ein Opfer verlorener Jahre. 

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Schödlbauer: Afghanische Situation PDF Drucken E-Mail
20.09.2009
Die afghanische Situation

von Ulrich Schödlbauer

In seinem Aufsatz über Geopolitik – Zur Wiederkehr eines verloren geglaubten Begriffs im 21. Jahrhundert (Iablis, 8. Jahrgang 2009) hat Herbert Ammon eine Reihe von Fragen an die deutsche Politik aufgelistet. Sie setzen voraus, dass, unbeschadet der öffentlichen Parolen, eine geopolitische Situation Deutschlands existiert und strategisch bewältigt werden muss. Die Lage in Afghanistan legt es nahe, das dortige militärische Engagement als geopolitisches Exempel zu begreifen und dabei sowohl die Tauglichkeit dieser Perspektive als auch die entstandene Situation zu durchleuchten. Ein Kreuzzug zur Verteidigung demokratischer...
 
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Schödlbauer: Gesellschaftsdämmerung (2) PDF Drucken E-Mail
05.08.2008
Gesellschaftsdämmerung (2): Unsere Moderne wird vergessen

von Ulrich Schödlbauer

Auch unsere Moderne wird, wie jede andere, vergessen. ›Unsere Moderne‹? Was soll das sein? Das müssten wir wissen, wir wissen es aber nicht und werden es niemals wissen. Nur wer eine Moderne projektiert, weiß Bescheid, denn er will etwas durchsetzen. Deshalb ist jede Moderne ein ›unvollendetes Projekt‹, solange noch...

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Schödlbauer: Wir Kannibalen. Zweiter Brief... PDF Drucken E-Mail
13.06.2008
Wir Kannibalen. Zweiter Brief an Suitbert Oberreiter

Lieber Herr Oberreiter,

beim Wiederlesen der Schriften Ciorans, nachdenkend über das Wunder, dass es sie gibt, dass es sie in dieser Vollständigkeit gibt, dass sie entstanden sind und man sie gegen ein kleines Entgelt kaufen und lesen kann, stellt sich, unvermutet, diese Empfindung ein: was wäre, wenn...

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Schödlbauer: Gesellschaftsdämmerung (1) PDF Drucken E-Mail
12.05.2008
Gesellschaftsdämmerung (1): Migrationen

von Ulrich Schödlbauer

Man wird den Fortschritt nicht so leicht los, wie man denkt. Die Geschichte schreitet fort, unaufhaltsam, was sollte sie auch sonst. Sie schreitet voran, das scheint bereits eine ernstere Sache. Denn es enthält den Hintergedanken, dass nicht alle in gleicher Front marschieren, dass es Zurückgebliebene gibt...

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