Gesellschaft
Söhner: Solidarnosc PDF Drucken E-Mail
13.04.2010
Tod der ›Mutter der Solidarność‹

von Felicitas Söhner

Der 10. April 2010 sollte für Polen der unglücklichste Tag seit dem Ende des Zweiten Weltkrieges werden. Nach der »katastrofa polskiego samolotu«, der polnischen Flugzeugkatastrophe, befindet sich das ganze Land im Schockzustand.
Nicht nur der Präsident Polens, Lech Kaczyński, und seine Gattin, sondern weitere zahlreiche Mitglieder der polnischen Führungsriege und Würdenträger haben bei dem Absturz ihr Leben verloren. Kaczyńskis Amtsvorgänger Lech Wałęsa sagte, dass die »Elite der Nation« gestorben sei. In Smolensk verbrannten am Samstagmorgen Dutzende Honoratioren Polens. Wer war mit unter den Passagieren?...

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Behrend: Manfred Behrend (1930-2006) PDF Drucken E-Mail
05.04.2010
Erinnerung an einen Chronisten der DDR

Von Hanna Behrend

Am 19. Dezember 2005 teilte der Historiker Manfred Behrend einem Freund mit, dass ihm bei der Operation am 29. November der von einem weit entwickelten Krebstumor befallene linke Lungenoberlappen entfernt worden sei: »Alles in allen bin ich angeknackst, aber noch vorhanden und streitbar. Letzteres erwies sich, wie ich hoffe, beim Fertigstellen der letzten Teile des PDS-Buchs für den Neuen ISP Verlag«. In diesem Brief legte er auch seine Pläne für das nächste Jahr vor: »Nach dem Buchprojekt habe ich für 2006 Kleineres vor. ...

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Götze: Sisyphos PDF Drucken E-Mail
04.04.2010
Albert Camus – Der Mythos des Sisyphos

von Lutz Götze

Mythen im klassischen Sinne sind Göttergeschichten: erzählt in grauer Vorzeit und weitergegeben von Generation zu Generation. Irgendwann wurden sie aufgeschrieben; zumeist verändert gegenüber dem Ursprung. Nachfolgende Erzähler deuteten sie auf ihre je eigene Weise: So haben sich Mythen über Jahrhunderte hinweg bewahrt und geändert: Ödipus, Prometheus und gerade der Medea-Mythos erfuhren gewaltige Umdeutungen, wenn wir beispielhaft etwa die Medea-Lesart des Euripides mit jener Christa Wolfs vergleichen.

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Bensaïd: Maulwurf der Revolution PDF Drucken E-Mail
18.02.2010
Der Maulwurf und die Lokomotive. Die Beharrlichkeit der Revolution

von Daniel Bensaïd
(25.3.1946 – 12.1.2010)

Brav, alter Maulwurf! Wühlst so hurtig fort? O, trefflicher Minierer!
William Shakespeare: Hamlet

 

Unser alter Freund ist kurzsichtig. Er ist auch hämophil. Doppelt geschwächt und doppelt zerbrechlich. Und doch setzt er frohen Mutes, geduldig und hartnäckig, von Tunnel zu Stollen, seinen Weg bis zum nächsten Ausbruch fort.

Das 19. Jahrhundert erlebte Geschichte als einen Pfeil, der in Richtung Fortschritt zeigte. Das Schicksal der Antike sowie die göttliche Vorsehung verloren an Bedeutung angesichts der nüchternen Aktivität einer modernen menschlichen Art, die die Bedingungen ihrer eigenen unwahrscheinlichen Existenz produzierte und reproduzierte.

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Brandt: Folkelighed PDF Drucken E-Mail
10.02.2010
Folkelighed – ein Übersetzungsproblem?

von Peter Brandt

Myrdal hat in den 80er Jahren zu recht auf die doppelte Traditionslinie der nordeuropäischen Linksintellektuellen in Gestalt des urban–kosmopolitischen (dabei übrigens durchaus dänisch–nationalen) Geistes von Georg Brandes und der des Grundtvigianismus verwiesen. Ihm selbst sei in der Zusammenarbeit mit der dortigen Linken erst in West–Berlin die eigene Prägung durch Grundtvig bewusst geworden, als einer seiner Artikel übersetzt werden sollte. »Allmählich wurde aus ›folk‹ ... ›die Volksmassen‹, ›folklig‹ verschwand in Umschreibungen und aus ›folkets kultur‹ wurde etwas, was mit den Kulturbestrebungen der Volksmassen zu tun hatte« (Myrdal 1988, S. 53 f.).

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Bauer: Studentische Streikkultur PDF Drucken E-Mail
02.02.2010
Studentische Streik- und Diskussionskultur 2009
beobachtet an einer Vollversammlung am 19. 11. an der FU

von Gerhard Bauer

Plötzlich sind sie wieder da, die schon oft abgemeldeten studierwilligen, aber auch kritischen Jugendlichen. Nach mehreren Jahren geduldigem, ja beflissenem Mitmachen alles dessen, was die hastig gestrickten neuen Studiengänge ihnen abverlangen, kommen sie zur Gesamtbewertung: so noch nicht. Und besinnen sich auf eigene Forderungen, wie man das Studium studierbar, die Hochschule zu einem erfreulichen, angstfreien, druckgeminderten Ort machten könnte. Verabreden sich in ihren Ansprüchen auf eine Wissenschaft, die von allen Wissenschaftssubjekten mitbestimmt sein müsste und die, als Mindestanforderung, friedlich, demokratisch, fundamentalkritisch und zukunftstauglich gestaltet werden soll.

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