Gesellschaft
Söhner: Nationalsymbole PDF Drucken E-Mail
04.07.2010
Nationalsymbole und Pathos in Deutschland – Bert Brechts Kinderhymne

von Felicitas Söhner

In einer Zeit, in der wieder auf allen Straßen die deutsche Flagge zu sehen ist, lebt er wieder auf, der deutsche Fußballnationalismus. Die Symbolfarben schwarz-rot-gold drängen sich einem derzeit nahezu auf. Ob Mützen, Kaffeetassen, T-Shirts oder Luftballons, im Moment sind die Nationalfarben wieder in und fungieren nicht selten auch als effektvoller Werbeträger. Jedoch wie steht es mit anderen Symbolen der Deutschen? Spielt die deutsche Nationalhymne eine ähnlich populäre Rolle? Schon zur letzten Fußballweltmeisterschaft wurden ähnliche Fragen diskutiert (Banchón 2006, Kruse 2006, Mahlzahn 2006)...

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Büsching: Bürokratie 2.0 PDF Drucken E-Mail
30.06.2010
Bürokratie 2.0 – Die Transformation der Privatwirtschaft

von Jörg Büsching

1.

Kein Zweifel, der Kapitalismus ist in Verruf geraten. Zwanzig Jahre nach dem Fall der Berliner Mauer, der im Westen als Sieg des Systems der freien Marktwirtschaft und der im allgemeinen damit ganz selbstverständlich verknüpften freiheitlich-rechtsstaatlichen, demokratischen Grundordnung gefeiert wurde, bestreiten das nicht einmal jene, die davon profitieren. Anders könnte man kaum erklären, weshalb zum Beispiel die Arbeitgeberverbände der Metall- und Elektroindustrie es seit dem Jahr 2000 für nötig erachten, mehrere Millionen Euro jährlich für größtenteils nicht offene, sondern unter dem falschen Etikett journalistischer Aufklärung oder gar wissenschaftlich fundierter Publikation verschleierte Public-Relations-Arbeit der sogenannten »Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft« auszugeben. Mit dem Ideal eines freien Marktes, auf dem sich nicht nur Anbieter und Nachfrager von Waren treffen, sondern auch der freie Austausch von Meinungen stattfindet...

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Brandt: Deutsche Identität PDF Drucken E-Mail
07.06.2010
Deutsche Identität zu Beginn des 21. Jahrhunderts

von Peter Brandt

Eine Bemerkung vorweg: Der Begriff der Identität suggeriert von der eigentlichen Wortbedeutung her eine Eindeutigkeit, ja Hermetik, die sich leicht ad absurdum führen lässt. Jeder Mensch, und allemal der moderne Mensch, besitzt mehr oder weniger bewusst unterschiedliche Identitäten: geschlechtliche, berufliche, weltanschaulich-religiöse, soziale, politische und eben auch ethnisch-kulturelle sowie nationale. Um die andauernde Bedeutung der letzteren soll es im Folgenden gehen, nicht darum, andere Dimensionen des menschlichen Daseins und seiner Wahrnehmung durch die Individuen zu bestreiten. Zweite Vorbemerkung: Ich spreche nicht über irgendwelche Identitäten von Menschen bzw. Menschengruppen in Deutschland, sondern die Themenstellung zielt auf das spezifisch Deutsche und seine Bestimmungsfaktoren, auf die ›nationale Identität‹ der Deutschen einschließlich derer, die es werden wollen...

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Reißig: Deutsche Einheit PDF Drucken E-Mail
27.05.2010
Deutsche Einheit‹ – Plädoyer für ein Nach- und Neu-Denken

Rolf Reißig

Die Chance zur Deutschen Einheit überraschte fast alle – die Politik, die Medien, die Wissenschaft; und selbst die Geheimdienste, wie wir inzwischen aus den Archiven des damaligen Bundeskanzlers Helmut Kohl wissen.
Als der Wandel im Osten das Tor zur Einheit öffnete, wurde diese dann zügig, ohne ernsthafte politische Gegenbewegung und weitgehend von oben hergestellt. Sie ist heute konsolidiert und national sowie international akzeptiert. Das Projekt der Gestaltung der wirtschaftlichen, sozialen, kulturell-politischen Vereinigung hingegen ist nicht abgeschlossen und bleibt nach vorn offen. Die Urteile darüber sind in der Bevölkerung, in den Medien, in der Politik und in der Wissenschaft vielgestaltig, oft nebulös und immer kontrovers. Der Einheits-Diskurs bleibt – trotz Versachlichungs- und Normalisierungstendenzen – weiterhin gespalten...

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Söhner: Nationale Stereotypen PDF Drucken E-Mail
16.05.2010
Zu nationalen Stereotypen in Europa

von Felicitas Söhner

1849 erschien erstmals in Paris die internationale revolutionäre Tageszeitung La Tribune des Peuples. Als soziales politisches Organ der europäischen Demokratie rief sie auf zum Freiheitskampf im Namen der internationalen Solidarität und Brüderlichkeit. Hier veröffentlichte der polnische Romantiker und Revolutionär Adam Mickiewicz zahlreiche Beiträge für die Idee eines neuen, freien Europas. Am 14. März 1849 schrieb er in der Erstausgabe: »La situation de l'Europe est telle qu'il devient désormais impossible pour un peuple de marcher isolément dans la voie du progrès, sous peine de se perdre lui-même en compromettant ainsi la cause commune.« (Die Situation in Europa ist so, dass es unmöglich ist, dass auch nur ein Volk für sich allein den Weg des Fortschritts beschreiten könnte, es liefe dabei Gefahr, selbst unterzugehen und gleichzeitig die gemeinsame Sache damit zu kompromittieren...

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Schneider: Jahrhundertmythos 1989 PDF Drucken E-Mail
10.05.2010
1989 – Ende eines Jahrhundertmythos?
Ketzerische Gedanken über die Vergangenheit und Zukunft des Sozialismus



Von Michael Schneider

Vor 20 Jahren, im zweihundertsten Jahr der Französischen Revolution, haben die osteuropäischen Völker ein Jahrhundert abgewählt. Das »Gespenst des Kommunismus«, das zu Zeiten von Marx und Engels »in Europa umging«, war innerhalb weniger Monate untergegangen. Die geglaubt hatten, dass ihm die Zukunft gehörte, rieben sich fassungslos die Augen. Wenn die Welt sich schneller als die Weltbilder ändert, wie soll man da auch nicht aus dem Lot geraten? »Was bleibt vom Sozialismus?« fragen sich seither all diejenigen, für die dieser Begriff nicht nur ein Weltbild konstituiert hat, das jetzt in Scherben lag...

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