Geschichte
Anderson: Eric Hobsbawm PDF Drucken E-Mail
29.08.2010
Das Zeitalter des Eric Hobsbawm

von Perry Anderson

Wer wäre ein kompetenterer Autobiograf als ein Historiker? Historiker müssten sich eigentlich hervorragend für die schwierige Aufgabe einer Lebensbeschreibung eignen, haben sie doch gelernt, die Vergangenheit mit unparteiischem Blick zu untersuchen und ungewöhnliche Zusammenhänge ebenso aufmerksam wahrzunehmen wie die Listen der Geschichte. Merkwürdigerweise haben nicht sie, sondern die Philosophen sich in diesem Genre hervorgetan – sie haben es sogar faktisch erfunden. Genau genommen, wenn Philosophie die abstraktesten und unpersönlichsten Texte liefert, dann die Autobiografie die konkretesten und persönlichsten. Eigentlich sollten sie sich wie Öl und Wasser zueinander verhalten. Und dennoch gaben uns Augustinus und Rousseau ihre persönlichen und sexuellen Bekenntnisse und Descartes eine erste Geschichte des eigenen Geistes. In der Neuzeit waren es J. St. Mill und Nietzsche, R. G. Collingwood und Bertrand Russell, Sartre und W. Quine, die Lebensbeschreibungen hinterließen, bemerkenswerter als alles, was andere über sie schrieben...

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Klönne: Linkssozialisten PDF Drucken E-Mail
27.06.2010
Anmerkungen zur Geschichte und Aktualität deutscher Linkssozialisten

von Arno Klönne

Ich möchte mit zwei Vorbemerkungen beginnen: Zum ersten will ich hier nur einige Beobachtungen zum Thema, auch einige persönliche Erfahrungen und Einschätzungen vortragen und ein paar Fragen auf den Weg in diese Konferenz bringen – als Anregungen zur Diskussion.* Zum anderen erlaube ich mir eine Korrektur des Titels bei meinem Beitrag (»Zur Geschichte und Aktualität des deutschen Linkssozialismus«). Über ›den Linkssozialismus‹ will ich nämlich nicht reden – es gab und gibt ihn nicht, meine ich. Ich rede stattdessen über Ideen und Interventionen von Linkssozialisten, historisch und auch ein bisschen aktuell.

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Götze: Pol Pot-Regime PDF Drucken E-Mail
02.06.2010
Warum Diktatur und Völkermord?
Das Pol Pot-Regime


von Lutz Götze

Offiziell dauerte das Schreckensregime des Pol Pot und seiner Kumpane der Roten Khmer nicht einmal vier Jahre, genauer: vom 18. April 1975 bis zum 7. Januar 1979. Doch in Wahrheit brachte sich der Großteil der politischen Führung und des Militärs vor den anstürmenden vietnamesischen Truppen in westlicher Richtung in Sicherheit: Im Regenwald, nahe der thailändischen Grenze mit dem Hauptquartier in Anlong Veng, tobte der Terror weiter. 1998 starb dort Bruder Nr. 1, wie sich Pol Pot nennen ließ, friedlich. Das Morden freilich wurde fortgesetzt bis zum Jahre 2002; dann tauchten die noch lebenden Verbrecher in der kambodschanischen Gesellschaft unter. Die meisten leben 2010 immer noch, unbehelligt von Verfolgung oder Bestrafung. Fünf führende Repräsentanten des Democratic Kampuchea (DK) stehen derzeit vor Gericht...

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Hemmer: Ernst Breit PDF Drucken E-Mail
20.05.2010
Meister des Ausgleichs – Der DGB-Vorsitzende Ernst Breit

von Hans-Otto Hemmer

Eines der ganz wenigen Fotos aus der jüngeren Geschichte des DGB, das sich allgemein eingeprägt hat, zeigt den lachenden ÖTV-Vorsitzenden Heinz Kluncker, der dem DGB-Vorsitzenden Ernst Breit einen Kehrbesen überreicht. Das Foto wurde beim DGB-Kongress von 1982 in Berlin aufgenommen – kurz nach Breits Wahl zum neuen DGB-Vorsitzenden und Nachfolger Heinz Oskar Vetters. Es symbolisiert Klunckers Wunsch und Aufforderung, den Augias-Stall ›auszumisten‹, zu dem der DGB nach seiner Auffassung durch den Neue-Heimat-Skandal geworden war...

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Mausbach: Deng Xiaoping PDF Drucken E-Mail
01.04.2010
13 Mäuse für Deng
Aus der Sturm- und Drang-Zeit eines Staatsbaumeisters


von Florian Mausbach

1972. Ein China-Restaurant in Bad Godesberg. Journalisten aus Maos China erläutern den Zweijahresvertrag – ein Lektorat im Fremdsprachen-Verlag Peking. Der Ältere von beiden, später langjähriger Botschafter in Deutschland, besorgt: »Und was ist mit Schwierigkeiten bei Ihrer Rückkehr?« »Ich will doch kein Beamter werden!« ...

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Brandt/Tsatsos: Europa PDF Drucken E-Mail
27.03.2010
Von der Konstitutionalisierung Europas zu einer europäischen Verfassung

von Peter Brandt / Dimitris Th. Tsatsos

Der Gedanke eines engeren Zusammenschlusses Europas, damals als eine Art Fürs­tenbund und in scharfer Abgrenzung gegen das islamische Osmanische Reich, we­niger deutlich auch gegen Russland und die orthodoxe Ostkirche, fand bereits seit dem 15. Jahrhundert seinen Niederschlag in Konföderationsplänen, die teilweise von Herrscherpersönlichkeiten wie Heinrich IV. von Frankreich stammten. Daneben for­mulierten, meist weniger konkret, herausragende Denker wie Johann Amos Co­menius, Jean Jacques Rousseau und Immanuel Kant die Idee der Einigung Europas. Henri de Saint-Simon, zugleich einer der frühen utopischen Sozialisten, fasste ganz Europa bereits als konstitutionelle Monarchie mit einem Zwei-Kammer-Parlament ins Auge. Konservative wie François René de Chateaubriand entwickelten ebenso eigene Vorstellungen wie Vertreter der liberal-demokratischen Nationalbewegun­gen...

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