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10.02.2010 |
Melancholie
von Wolf Biermann
Das Lied Melancholie widmete ich vor gut 20 Jahren dem
Philosophen Emile Cioran, den ich durch Manés Sperber in Paris kennen
lernte. Wir stritten uns rum über den Begriff Hoffnung. Er hasste die
Hoffnung. Ich verteidigte tapfer als deutscher Linker und Blochverehrer
die Theorie meines verehrten Freundes in Tübingen, das ›Prinzip
Hoffnung‹. Kam aber nicht gegen diesen Cioran an. Der hielt das
Geschwafel über Hoffnung für einen intellektuellen Selbstbetrug, für
eine Illusion, mit der sich die ›Tellektuelinns‹ selber in die Tasche
lügen. Ich meine die systemimmanenten Intellektuellen, die gekauften
Zuarbeiter der Mächtigen, die affirmativen ›TUIs‹, wie der TUI Brecht
sie in seinem Buch der Wendungen schimpfte. Dieser zynische Skeptiker Cioran hielt die ›Hoffnung‹ für eine
Tranquilizer-Tablette, frei nach Heine: » ... womit man einlullt, wenn es greint, das Volk, den großen Lümmel.«
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Nickl: Globales Gegenwartsdeutsch |
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05.12.2009 |
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Lineamenta des globalen Gegenwartsdeutsch
von Milutin Michael Nickl
Perspektive,
Transnationalsprache, Leitvarietät, Lingua-franca-Kommunikation, Anzahl
der Deutschsprechenden, außereuropäische Sprachkontakte relevant,
Umschau in Mitteleuropa, Deutschstämmige in Russland und der Ukraine,
Volksgruppenmischung, Westverschiebung Polens, Areal-Daten zum
Gegenwartsdeutsch, Global German als Internet-Sprache 1999-2009,
transeuropäische Sprachen-Oligarchisierung? dissonante Zwischenbilanz,
Prognose...
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11.10.2009 |
Der Nobelpreis für Literatur im Kontext politischer Entscheidungen am Fallbeispiel von Thomas Manns Roman Die Buddenbrooks
von Katrin Parlow
Der Nobelpreis für Literatur gilt als weltweit bedeutendste Anerkennung
für einen Autor. Grundlage der Dichterkrönung ist das Testament Alfred
Nobels, dessen Auslegung im Laufe der Zeit, je nach personeller
Besetzung des Nobelkomitees, einigen Modifizierungen unterlag. Die
Nobelpreisverleihung des Jahres 1929 an den deutschen Schriftsteller
Thomas Mann für seinen Debütroman Die Buddenbrooks aus dem Jahr 1901
stellt dafür ein besonders auffälliges Beispiel dar...
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05.04.2009 |
Der zivilisierte Wilde oder
Über den Zusammenhang von Kulturkritik, Anthropologie und Pädagogik
bei Jean-Jacques Rousseau
von Simon Herzhoff Jean-Jacques
Rousseaus (1712-1778) Beschreibung des natürlichen Menschen blieb nicht
ohne Wirkung auf die mit der mühseligen Befreiung aus selbst
verschuldeter Unmündigkeit befassten Zeitgenossen. Ohnerachtet
Rousseaus eigener Einschränkung, es handele sich beim Naturzustand um
eine »hypothetische und bedingte Beurteilung« (D2: 63), mithin eine...
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Schmitz-Emans: Theater und Gericht |
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13.02.2009 |
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Welttheater und Weltgericht. Gelingende und scheiternde Metalepsen bei Friedrich
Klingemann (Bonaventura), Lewis Carroll, Franz Kafka und Marc-Antoine
Mathieu von
Monika Schmitz-Emans
Umberto
Eco hat den Kriminalroman in seinem Nachwort zu Der
Name der Rose als ›metaphysische Gattung‹
bezeichnet, da sein zentrales Thema die Wahrheitssuche sei. Mit noch
größerem Recht lässt sich das über Gerichtsprozesse sagen: Zielen
diese doch ebenfalls darauf ab...
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Körner: Arno Schmidt Littyrannos |
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18.01.2009 |
Arno Schmidt Littyrannos
Eine Ansichtskarte aus Bargfeld
anlässlich des 95. Geburtstages des Schriftstellers mitgeteilt von Thomas Körner
Lieber U.,
meine November! Mit kA in Bargfeld Kreis Celle. Wir klauen einen Fichtenzweig aus Schmidt' sein'm Garten zum Advent und stoßen im Gasthof Bangemann mit Bier und Hühnerbrühe auf AS an.
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