Kultur
Götze: Multikulturalismus... PDF Drucken E-Mail
21.06.2010
Multikulturalismus, Hyperkulturalität und Interkulturelle Kompetenz

von Lutz Götze

Neuerliche Auseinandersetzungen in den klassischen Einwanderungsländern Kanada und Vereinigte Staaten von Nordamerika, aber auch in europäischen Staaten, haben die Diskussion um das Mit- und Gegeneinander von Kulturen neu belebt, zugleich aber die Auseinandersetzung um den Kulturbegriff erneut entfacht. Wir setzen damit unsere Argumentation aus dem Jahre 2005 fort (Götze 2005).
In Kanada hat eine Expertengruppe unter Leitung von Gérard Bouchard und Charles Taylor ein document de consultation vorgelegt, in dem, neben zahlreichen anderen Fragen des Zusammenlebens, die ethnisch-kulturellen Differenzen in der Provinz Québec analysiert wurden. Kanada ist seit langem bekannt für seine Vielzahl von Ethnien: In Toronto stammt fast jeder zweite Einwohner aus einer Einwandererfamilie und im Herzen Montréals liegt der Ausländeranteil bei knapp einem Drittel. Trotz dieser – gerade im Vergleich zu Deutschland – hohen Prozentanteile aber sind aus Kanada bislang weder Rassenunruhen noch nennenswerte Zunahmen rechtsradikaler Parteien bekannt geworden. Die Forschergruppe hat den Ursachen dieses Zustandes mit einem Fragebogen nachgespürt und ist zu bemerkenswerten Ergebnissen gekommen...

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Grass: Revolverlauf PDF Drucken E-Mail
29.04.2010
Der Knoten im Revolverlauf

von Günter Grass

In jeder Epoche hat es Künstler gegeben, die als Antwort auf die jeweils vorherrschenden Krisen und Hoffnungen ein emblematisches Bild geschaffen haben. So Albrecht Dürer mit seinem Kupferstich Melencolia I zur Zeit des Humanismus. So Francisco Goya mit einem Blatt innerhalb der Capricio-Radierungen mit der Unterschrift Der Traum der Vernunft gebiert Ungeheuer zur Zeit der Aufklärung.
In kleinem Format sitzt die personifizierte Vernunft als schlafender Mann an einem Tisch. Über ihm bildet fabelhaftes Nachtgetier in dämonischer Ballung den düsteren Traum ab...

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Nickl: Eklektische Rhetorik PDF Drucken E-Mail
27.04.2010
Pro eklektische Rhetorik

von Milutin Michael Nickl

Dem Andenken des amerikanischen Pluralisten und Rhetorikers Richard McKeon (26.4.1900 - 31.3.1985) gewidmet. Er hat viel zur architektonisch-konstruktiven, systemgestaltenden Erneuerung der Rhetorik beigetragen. Intention, Selbstverständnis und Leistungen der Rhetorik stellen sich grundsätzlich als sprechtätig-vermittelte Wissensformen mit partikularisiertem und partikularisierendem Charakter dar, z.B. als »productive architectonic art« (McKeon 1971). Weder die populärwissenschaftlich-utilitaristische, noch die in mitteleuropäischen Szenarien dominierenden literarischen, philologischen oder ›kritischen‹ Rhetoriken...

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Dietzsch: Kant-Ausstellung PDF Drucken E-Mail
19.04.2010
Kant der Europäer 

von Steffen Dietzsch

Eine Ausstellung im Königsberg Museum der Stadt Duisburg:
Anlass der Ausstellung ist die Auszeichnung des Ruhrgebiets als Europäische Kulturhauptstadt 2010.

Die weltgrößte Binnenhafenstadt Duisburg ist seit Anfang der Fünfziger Jahre Patenstadt der untergegangenen Ostseehafenstadt Königsberg. Im Königsberg Museum Duisburg wird an ihre europaweite geistig-kulturelle Bedeutung erinnert – mit Ausstellungen, Periodika und Büchern zu großen Ereignissen und Personen. Diesmal an den großen europäischen Freiheitsdenker Kant...

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Schödlbauer: Episode vom Feind PDF Drucken E-Mail
05.04.2010
Episode vom Feind 

von Ulrich Schödlbauer 

Kennen Sie Borges? Natürlich, werden Sie sagen, hätte ich sonst Gesinnungen? Gestatten Sie, dass ich lächle, doch nicht allzu sehr, denn wir wollen keine Zeit verlieren. Warten Sie, ich lese Ihnen etwas vor, oder besser: ich erzähle es Ihnen. Es ist die Geschichte vom Feind, den einer nach Jahren der Flucht und des Wartens eigenhändig in sein Haus einlässt: scheinbar gebrechlich, scheinbar hilfsbedürftig, scheinbar am Ende, ein Opfer verlorener Jahre. 

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Biermann: Melancholie PDF Drucken E-Mail
10.02.2010
Melancholie

von Wolf Biermann

Das Lied Melancholie widmete ich vor gut 20 Jahren dem Philosophen Emile Cioran, den ich durch Manés Sperber in Paris kennen lernte. Wir stritten uns rum über den Begriff Hoffnung. Er hasste die Hoffnung. Ich verteidigte tapfer als deutscher Linker und Blochverehrer die Theorie meines verehrten Freundes in Tübingen, das ›Prinzip Hoffnung‹. Kam aber nicht gegen diesen Cioran an. Der hielt das Geschwafel über Hoffnung für einen intellektuellen Selbstbetrug, für eine Illusion, mit der sich die ›Tellektuelinns‹ selber in die Tasche lügen. Ich meine die systemimmanenten Intellektuellen, die gekauften Zuarbeiter der Mächtigen, die affirmativen ›TUIs‹, wie der TUI Brecht sie in seinem Buch der Wendungen schimpfte. Dieser zynische Skeptiker Cioran hielt die ›Hoffnung‹ für eine Tranquilizer-Tablette, frei nach Heine: » ... womit man einlullt, wenn es greint, das Volk, den großen Lümmel.«

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