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Arnswald/Kertscher (Hg.): Angewandte Ethik |
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09.01.2007 |
 | Ulrich Arnswald/Jens Kertscher (Hrsg.): Herausforderungen der Angewandten Ethik, Paderborn (Mentis Verlag) 2002, 243 S. | In vielen Bereichen unseres Lebens stellen sich drängende moralische und gesellschaftspolitische Fragen: in der medizinischen Forschung, in der Arbeitswelt, im Umgang mit den Medien. Das Bedürfnis nach grundsätzlicher ethischer Orientierung in diesen sensiblen Fragen wird immer stärker; die Einsetzung eines nationalen Ethikrates ist ein Reflex dieses Bedürfnisses. |
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Rother: Gewalt und Strafe |
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23.12.2006 |
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| Ralf Rother: Gewalt und Strafe. Dekonstruktionen zum Recht auf Gewalt. Würzburg (Königshausen & Neumann) 2007, 148 S.
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Was heißt es, ein Recht auf Gewalt zu besitzen: angesichts des Krieges, der Folter, der Todesstrafe, geheimer Gefängnisse, der Verstöße gegen die Schutzbestimmungen der Genfer Konvention, der toten MigrantInnen an den EU-Außengrenzen und anderer Grausamkeiten? Eine Dominanz neu-kantianischer Vorstellungen konnte nicht verhindern, dass die Ränder des reinen Rechts durch eine moralische Politik beherrscht werden und dass souveräne Gewalt als ein politisches Mittel betrachtet wird. Nicht erst der Krieg im Irak hat die Frage nach einer legalen bzw. legitimen Gewalt, nach einem Recht auf Gewalt aufgeworfen. In der Konjunktur von souveräner Gewalt sind erneute Diskussionen über die Zusammenhänge von Politik, Gesetzgebung, Recht und Gewalt notwendig. Das Thema der Publikation ist ›Gewalt und Strafe‹. Behandelt wird der Stoff aus einer philosophischen Perspektive. |
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Lehmann: Säkularisierung (Arnswald) |
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15.12.2006 |
 | Hartmut Lehmann: Säkularisierung. Der europäische Sonderweg in Sachen Religion, Göttingen (Wallstein Verlag) 2004, 176 S. |
von Ulrich Arnswald Die Sicherstellung des Grundrechts auf Glaubens- und Gewissensfreiheit in allen Ländern Europas sowohl durch die handelnden Politiker als auch durch die Richter, die den europäischen Einigungsprozess juristisch beobachtend und kontrollierend begleiten, mahnt Hartmut Lehmann an. Der Glaubens- und Gewissensfreiheit müsse eine uneingeschränkte Geltung zuteil werden. Einerseits darf eine Modifikation dieses Grundrechts auch bei nichtchristlichen Gruppen keine Anwendung finden, andererseits muss es gerade in jenen Ländern zur Geltung gebracht werden, in denen sich nonkonformistische religiöse Gruppen noch nicht uneingeschränkt entfalten können. Die Garantie dieses Grundrechts sei ohne alle Abstriche von jedem Land Europas anzuerkennen und zu gewährleisten. |
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Buruma/Margalit: Okzidentalismus (Arnswald) |
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12.12.2006 |
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Ian Buruma/Avishai Margalit: Okzidentalismus. Der Westen in den Augen seiner Feinde. Aus dem Englischen von Andreas Wirthensohn, München (Carl Hanser Verlag) 2005, 159 S. von Ulrich Arnswald Ian Buruma und Avishai Margalit haben ihr Buch Okzidentalismus, eine Erweiterung ihres gleichnamigen Aufsatzes in The New York Review of Books vom Januar 2002 (dt. Okzidentalismus oder Der Hass auf den Westen, in: Merkur, 56. Jg, H. 636, April 2002, S. 277-288), als Gegenstück zu dem 1978 erschienenen Buch Orientalismus von Edward Said (dt. Orientalismus, Frankfurt/Main 1981) konzipiert, der einst mit seinem Standardwerk der Postkolonialismusforschung aufzeigte, wie der europäische Imperialismus den Orient kulturell erst projektiert hat. Der amerikanische Literaturwissenschaftler aus Palästina hielt uns jenen in Filmen, Romanen, in der Kunst und im ganzen öffentlichen Leben gepflegten Kanon aus Exotik und Erotik, aus Sinnenfreude und aus Repression, aus Sitten- und Sippenstrenge und deren oft unmenschlichen Ehrbegriff vor, den der Westen als Destillat aus Jahrhunderten von Kolonialismus und dessen Legitimationsbemühungen als Bild des Orients konstruiert hatte. |
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Tokarczuk: Letzte Geschichten (Stumpf) |
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21.11.2006 |
Der Tod lebt weiter | Olga Tokarczuk: Letzte Geschichten, München (Deutsche Verlagsanstalt) 2006, 304 S. |
von Reinhold Stumpf Olga Tokarczuks Letzte Geschichten wurden von der Kritik gefeiert und von der Leserschaft so gut wie ignoriert - zumindest im deutschsprachigen Raum. An der Übersetzung kann es nicht liegen. Die Arbeit von Esther Kinsky ist makellos und atmosphärisch kompakt, so dass man glauben könnte, der Text liege in seiner Originalsprache vor. |
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Adolf: Unverstandene Kultur (Siebgeber) |
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04.11.2006 |
Steigerung des Bewusstseins
| Marian Adolf: Die unverstandene Kultur. Perspektiven einer Kritischen Theorie der Mediengesellschaft, Bielefeld (transcript) 2006, 286 S. |
von Ulrich Siebgeber Ein Hauch von Schlichtheit umweht dieses bei transcript erschienene, hübsch verpackte Büchlein, das vollmundig eine kritische Medienwissenschaft fordert und mit einiger Emphase einmal mehr die irgendwie kritische These von der (Medien-)Kultur als »sozialem Prozess« - gegen wen? die Konsumenten? - zu deklinieren verspricht. Kritisch wirkt aber vor allem die Häufigkeit, mit der das Wörtchen ›kritisch‹ den schlecht redigierten, von redundanten Zitatketten wie von tückischen Wasserläufen und Sickerzonen durchsetzten Text heimsucht. Die intendierte Anknüpfung an die Kritik der Kulturindustrie alter Frankfurter Provenienz und die marxistischen Wurzeln der Cultural Studies findet mangels eigener theoretischer Masse nicht statt, ebenso wenig eine begriffliche Auseinandersetzung mit dem radikalen und weniger radikalen Konstruktivismus, der, wie in kritischen Kreisen üblich, als Beschreibungsfundus herhalten muss, um den Ernst der Lage zu unterstreichen. Das Abnicken alter und neuer Befunde ergibt keine Theorie.
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