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Caldwell: Immigration (Anderson) |
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07.02.2010 |
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Auf
dem Weg nach Eurabia?
Christopher
Caldwell: Reflections on the Revolution in Europe. Immigration and
the West, London (Penguin) 2009, 384 Seiten
von Perry Anderson
Unter
den heutigen US-amerikanischen Journalisten ist Christopher Caldwell,
um einen russischen Ausdruck zu gebrauchen, eine weiße Krähe. Nicht
nur seine kulturelle Reichweite ist wahrscheinlich ohne Gleichen –
mehr als nur flüssig in den großen europäischen Sprachen ist er
auch mit dem vertraut, was in ihnen geschrieben wird. Aber auch in
Bezug auf seine Intelligenz unterscheidet er sich von den meisten
Reportern und Kommentatoren. Auch wenn sein Hintergrund literarisch
ist, ist es ein philosophischer Zug seines Geistes, der seine
Arbeiten von denen seines Gleichen unterscheidet. Was sein Interesse
normalerweise findet, sind Dilemmata – begriffliche, moralische,
soziale –, die in Standarddiskursen dominierender oder marginaler
Tagesfragen entweder verdunkelt oder übergangen werden. Seine
diesbezüglichen Schlussfolgerungen sind fast immer, so oder so,
beunruhigend und verstörend. Die Kolumnen dieses leitenden
Redakteurs des Weekly
Standard,
dem Flaggschiff des US-amerikanischen Neokonservatismus, und seine
Kolumnen in der Financial
Times
lassen einen Großteil der liberalen Meinungsmache als jenen
eintönigen Einheitsbrei erkennen, der er auch zu häufig ist... |
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Dietzsch/Solbach: Paul Mersmann (Zeh) |
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28.09.2009 |
Meister
des Ungesehenen
Steffen
Dietzsch/Renate Solbach (Hg.): Paul Mersmann – Diffusion der
Moderne. Heidelberg (Manutius) 2008, 207 Seiten
von
Herbert ZehWer
sich heute dem Werk des Malers Paul Mersmann nähert, sieht sich auf
zwei Werkphasen verwiesen: eine erste um 1960, in der die
surrealistische Herkunft und die Schule des Sehens, die für den
Künstler die italienischen Manieristen bedeuteten, sich zu Bildern
von großer Kraft und psychischer Eindringlichkeit verbinden, und
eine zweite in den Achtzigern, die vor allem in den ersten Jahren des
Jahrzehnts Meisterwerke hervorbringt, deren physische und
intellektuelle Leuchtkraft auch heute ungebrochen...
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24.07.2009 |
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Kulturkampf in der
Türkei?
Perry
Anderson: Nach Atatürk. Die Türken, ihr Staat und Europa, Berlin
(Berenberg Verlag) 2009, 184 Seiten
von
Christoph Jünke
Von
türkischen Turbulenzen sprechen politische Kommentatoren und
Analysten, von einem sich zuspitzenden Kulturkampf am Bosporus, und
was wir gelegentlich über die Nachrichtenticker wahrzunehmen
vermögen, klingt schon recht kurios. So erklärte das türkische
Verfassungsgericht 2007 die türkische Regierungspartei AKP für
verfassungswidrig und scheiterte nur knapp damit, sie deswegen
verbieten zu lassen. Die gemäßigt islamische AKP wiederum setzte
auf parlamentarischem Wege einen Verfassungszusatz in Kraft, der es
türkischen Frauen ›ermöglicht‹, mit Kopftuch zu studieren, was
daraufhin von den kemalistischen Verfassungswächtern wiederum für
null und nichtig erklärt wurde. |
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Bottenberg: kehlungen.ent.kehlungen (Gretz) |
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18.07.2009 |
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E. H.
Bottenberg: kehlungen.ent.kehlungen. Text-Chimären. Regensburg (S.
Roderer Verlag) 2008, 87 Seiten
von
Daniela Gretz
Ernst
Heinrich Bottenbergs siebter Gedichtband kehlungen.ent-kehlungen
fügt sich nahtlos in das bisherige literarische Œuvre des
emeritierten Sozialpsychologen ein, das nicht zuletzt von dessen
wissenschaftlicher Vor- bzw. Verbildung entscheidend geprägt wird.
Zunächst einmal wirken Bottenbergs Grenzgänge zwischen Literatur
und Wissenschaft irritierend und es bleibt letztlich schwer zu
entscheiden, ob es sich nun bei den vorliegenden »Text-Chimären«
(so der Untertitel) um die späten spielerischen Ausgeburten einer
déformation
professionnelle
handelt oder doch um die emphatische Wiedergeburt der Lyrik aus dem
Geist der Wissenschaft. ...
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ten Brink: Neue Geopolitik (Ammon) |
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12.07.2009 |
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Neue Geopolitik? Vom begrenzten
Nutzen der reinen Frankfurter Theorie
Tobias ten Brink: Geopolitik.
Geschichte und Gegenwart kapitalistischer Staatenkonkurrenz. Mit
einem Vorwort von Bob Jessop, Münster 2008: Westfälisches
Dampfboot, 307 S.
von Herbert Ammon
Mit Geopolitik, den
geographischen und historisch-kulturellen Bedingungen politischen
Handelns, hat sich die ›kritische Linke‹ im 20. Jahrhundert kaum
je befasst. Als ideologisch aufgeladenes Synonym für den
Imperialismus, dereinst im Weltkriegsjahr 1916 (veröffentlicht 1917)
von Lenin »gemeinverständlich« definiert »als höchstes Stadium
des Kapitalismus«, war der Begriff verpönt...
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Roth: Waldemar Pabst (1880-1970) |
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04.04.2009 |
Eine deutsche Karriere
von Karl Heinz Roth
1. Die Konterrevolution der Jahre 1918 bis 1922/23 hat die politische Sozialgeschichte Zentraleuropas in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts entscheidend geprägt. Sie erstickte die Massenbewegungen und Sozialrevolten der Arbeiter und Arbeiterinnen...
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