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Hobsbawm: Weltunordnung (Jünke) |
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01.09.2010 |
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Blut wird fließen – viel Blut
von Christoph Jünke
Eric Hobsbawm: Globalisierung, Demokratie und Terrorismus, München (dtv) 2009, 176 Seiten
Ders.: Zwischenwelten und Übergangszeiten. Interventionen und Wortmeldungen, Köln (PapyRossa) 2009, 240 Seiten
Zu den erfrischenden Momenten in unserer Zeit der politischen und
intellektuellen Einöde gehören jene, in denen die Medienindustrie
meint, vermeintliche Minderheitenmeinungen zu Wort kommen lassen zu
müssen. Ein solcher Moment schlug im Mai des letzten Jahres, als die
Polit-Illustrierte Stern einen ihrer bewährten
Zeitgeist-Autoren nach London sandte, um den altehrwürdigen Eric
Hobsbawm zur Krise des Kapitalismus zu befragen... |
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Anderson: Eric Hobsbawm |
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29.08.2010 |
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Das Zeitalter des Eric Hobsbawm
von Perry Anderson
Wer wäre ein kompetenterer Autobiograf als ein Historiker?
Historiker müssten sich eigentlich hervorragend für die schwierige
Aufgabe einer Lebensbeschreibung eignen, haben sie doch gelernt, die
Vergangenheit mit unparteiischem Blick zu untersuchen und ungewöhnliche
Zusammenhänge ebenso aufmerksam wahrzunehmen wie die Listen der
Geschichte. Merkwürdigerweise haben nicht sie, sondern die Philosophen
sich in diesem Genre hervorgetan – sie haben es sogar faktisch
erfunden. Genau genommen, wenn Philosophie die abstraktesten und
unpersönlichsten Texte liefert, dann die Autobiografie die konkretesten
und persönlichsten. Eigentlich sollten sie sich wie Öl und Wasser
zueinander verhalten. Und dennoch gaben uns Augustinus und Rousseau
ihre persönlichen und sexuellen Bekenntnisse und Descartes eine erste
Geschichte des eigenen Geistes. In der Neuzeit waren es J. St. Mill und
Nietzsche, R. G. Collingwood und Bertrand Russell, Sartre und W. Quine,
die Lebensbeschreibungen hinterließen, bemerkenswerter als alles, was
andere über sie schrieben...
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Gonec: Wahlen in Tschechien |
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05.08.2010 |
Wahlen in Tschechien (29.5.2010)
von Vladimír Goněc
Die diesjährigen Parlamentswahlen in Tschechiens Abgeordnetenhaus
brachten einen politischen Umbruch – die ursprüngliche Reihenfolge auf
den Kandidatenlisten wurde total zersetzt, viele problematische
Persönlichkeiten wurden aus dem Abgeordnetenhaus gewählt. Dagegen kamen
Kandidaten der hintersten Listenplätze in die Kammer. Möglich war dies
durch die hohe Zahl an Präferenzstimmen.
In Tschechien spricht man von der ›Kreischenrevolution‹. Jeder Wähler hatte vier Präferenzstimmen (dank der
Neuerung des Wahlgesetzes von 2006), wobei für den Sprung auf den ersten Listenplatz fünf Prozent der Präferenzstimmen im
Verhältnis zur Zahl aller Stimmen, die in einem bestimmten Wahlbezirk für die zuständige Liste abgegeben wurden, nötig
waren...
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Brandt: Beziehungen zu Polen |
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27.07.2010 |
Die deutsch-polnischen Beziehungen bis 1990 (unter Mitberücksichtigung der deutsch-russischen Beziehungen)
von Peter Brandt
Wir sind gewohnt, auch für weit zurückliegende Zeiten von
›deutsch-polnischen‹ Beziehungen zu sprechen, obwohl wir es im
Mittelalter und der frühen Neuzeit beiderseits nicht mit
Nationalstaaten oder ihren unmittelbaren Vorformen zu tun haben, auch
nicht mit Nationen im modernen Sinn, seien sie ethnisch-kulturell oder
staatsbürgerlich definiert. Für das Heilige Römische Reich, das im 15.
Jahrhundert, nach dem Ausscheiden Italiens und Burgunds aus dem
Reichsverband, den Zusatz »Deutscher Nation« erhielt, ist dieser
Tatbestand im Hinblick auf seinen bis zu seinem Ende 1806 nicht
überwundenen lehnsrechtlich-genossenschaftlichen Charakter offenkundig.
In ähnlicher Weise wie das Römisch-Deutsche Reich, wenn auch ganz
anders gestaltet...
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Ammon: 20. Juli |
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17.07.2010 |
Ein Signal an Seydlitz über Madame Kollontai Sperrige Fakten zur Geschichte des 20. Juli 1944
von Herbert Ammon
Historische Wirklichkeit erweist sich stets als komplexer denn die von spezifischem Erkenntnisinteresse oder geschichtspädagogischen ›Lernzielen‹ geprägten Deutungen.
Dies gilt gerade auch für die missglückte Rettungstat des 20. Juli, eines jener Daten, auf die sich im vereinten Deutschland ein national verbindendes Geschichtsethos gründen könnte. Während man in den Jahren vor 1989 in der DDR den 20. Juli ziemlich spät für das ›Geschichtserbe‹ reklamierte und dabei die in letzter Minute aufgenommenen Kontakte zum kommunistischen Untergrund...
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Jünke: Der gefesselte Lukács |
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14.07.2010 |
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»Hic Rhodos, hic salta!« – Georg Lukács und der Sprung ins Reich der Freiheit
von Christoph Jünke
Gefragt nach den politischen Offensivmethoden der aufkommenden Jugendrevolte seiner Zeit, nach chinesischer Kulturrevolution und lateinamerikanischem Guerillakampf, antwortete der alte Georg Lukács Ende 1966 kritisch, dass man sich darüber im Klaren sein müsse, »dass wir heute in der Erweckung des subjektiven Faktors nicht die zwanziger Jahre erneuern und fortsetzen können, sondern dass wir auf der Grundlage eines neuen Anfangs mit allen Erfahrungen zu beginnen haben, die wir aus der bisherigen Arbeiterbewegung und aus dem Marxismus haben. Wir müssen uns klar darüber sein, dass wir es mit einem Neuanfang zu tun haben, oder... |
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Schulz: Hochschulzugang |
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07.07.2010 |
Stipendienprogramm contra Bafög: Wie in der Hochschulpolitik die falschen Prioritäten gesetzt werden
von Swen Schulz
Erst waren die protestierenden Studierenden nach Auffassung der Bundesbildungsministerin Schavan „Ewiggestrige“. Doch sie hatte schnell gespürt, dass sie sich mit dieser aggressiven Rhetorik aufs Abstellgleis begeben hatte. Darum änderte sie ihren Kurs, zeigte Verständnis, sprach von Defiziten und lud zu einem „Bologna-Gipfel“ ein. Und sie kündigte Verbesserungen beim BAföG an.
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