Regionen in Transformation – Sachsen-Anhalt : polyzentrisch

Regionen in Transformation –
Sachsen-Anhalt : polyzentrisch

Ein Gespräch mit Experten aus Deutschland, Italien, den Niederlanden und Russland


Venedig, 28. August

Mit der Wende in Deutschland entstand das Bundesland Sachsen-Anhalt. Seither hat das junge Land radikale Umbrüche und einen massiven Transformationsprozess erlebt. Auf System- und Strukturwandel folgte der demografische Wandel, auf eine Politik des Wachstums der Paradigmenwechsel: die Konzentration auf das Wesentliche, qualitatives Wachstum statt quantitatives.
20 Jahre Sachsen-Anhalt sind Grund genug, eine Bilanz der baukulturellen Entwicklung des Landes zu ziehen, und die Eröffnung der 12. Architekturbiennale in Venedig ist Anlass genug, über den Transformationsprozess mit einem internationalen Publikum zu diskutieren.
Unter dem Motto „Sachsen-Anhalt : polyzentrisch“ wird die Veranstaltung im Deutschen Studienzentrum in Venedig aufzeigen, wie sich Sachsen-Anhalt im Europa der Regionen definiert, um eine spezifische Identität zu erlangen und sich im globalen Kontext zu positionieren.
Sachsen-Anhalt ist spätestens seit der Aufklärung ein Ort, der das Experiment und die Entfaltung ermöglicht und fördert, sei es in der Philosophie, der Musik oder in den Naturwissenschaften – eine kultur- und gesellschaftspolitische Haltung, die sich vielfach in der Stadtgestaltung und Architektur manifestierte und manifestiert. Im Transformationsprozess der vergangenen 20 Jahre erlebte das Land zunächst erhebliche, auf Wachstum ausgerichtete, städtebauliche und infrastrukturelle Veränderungen. Nach rund zehn Jahre aber sorgten der demografische Wandel und seine gravierenden Auswirkungen für einen Dämpfer. Im Umgang mit dem Zuviel an gebautem Raum verfolgte Sachsen-Anhalt – u. a. im Diskurs mit der IBA Stadtumbau 2010 – eine Kultur des Planens und Bauens, die unkonventionelle und experimentelle Wege zuließ. Es schälte seine Potentiale heraus und setzte städtebauliche Schwerpunkte.
Im Fokus der Veranstaltung steht die Frage, inwieweit polyzentrische Entwicklungskonzepte inner- wie außereuropäischen Regionen, die extreme Wandlungen durchgemacht haben, Perspektiven für eine behutsame, strategisch präzise und nachhaltige Stadtentwicklung bieten können. Durch die Förderkonzepte der Europäischen Union werden mehr und mehr regionalspezifische Potentiale herausgefiltert und gebündelt. Wie werden diese identifiziert und definiert? Inwieweit sind sie miteinander vernetzt? Entstehen neue Formen von Stadtregionen, die ein anderes Bild von Urbanität aufzeigen? Ist „Sachsen-Anhalt : polyzentrisch“ ein Modell für andere Regionen Europas und möglicherweise darüber hinaus?
Zur Podiumsdiskussion eingeladen sind Experten aus Deutschland, Italien, den Niederlanden und Russland – Länder, die vergleichbare strukturelle Entwicklungen aufweisen und teilweise ihre eigenen Strategien im Umgang mit dem Zuviel an gebautem Raum haben.

Deutsch-englische Simultanübersetzung

Eine Veranstaltung des Ministeriums für Landesentwicklung und Verkehr des Landes Sachsen-Anhalt.

Ort: Deutsches Studienzentrum in Venedig, Palazzo Barbarigo della Terrazza, S. Polo 2765/a, Calle Corner, 30125 Venedig
Termin: 28. August 2010, 17 Uhr

Anmeldung erforderlich. Da die Teilnehmerzahl begrenzt ist, wird eine frühzeitige Anmeldung empfohlen. Tel. 0049 (0) 391 8503410, Fax: 0049 (0)391 8503402, hummel@saleg.de

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© Omar Akbar