
Wechselwirkungen zwischen zwei Teilchen sind stets durch den
Austausch eines dritten Teilchens vermittelt.
Im Fall der Diffusion der Moderne bedeutet dies, nach dem Dritten
im Bunde zu fragen.
Wie meist helfen auch hier die Forschungen eines Hundes
weiter.
Zu entnehmen ist ihnen der Hinweis: vom Hund zum Floh!
Kein kleiner Sprung für ersteren, und umgedreht !?
(Nebenbei: E.T.A. Hoffmanns Meistermärchen liest sich streckenweise
wie Kafka.)
Das dritte Teilchen ist der Floh.
»Ein Floh kann jede Sekunde einen Sprung in eine dem Zufall
überlassene Richtung vollführen. Nach Ablauf der Zeit t befindet
sich das Tierchen dann im Abstand L von seinem Ausgangspunkt. Hätte
der Floh sich in gerader Linie fortbewegt, wäre der Abstand L
proportional zur Zeit (L= Vt), und der Proportionalitätsfaktor V
wäre die Geschwindigkeit des Tieres. Doch der Floh hat einen
zufallsbestimmten Zickzackkurs hinter sich gebracht. Deshalb ist
das Quadrat der erreichten Entfernung vom Ausgangspunkt im Mittel
proportional zur Zeit (L² = Dt). Bringt man zahlreiche Flöhe an
einem Punkt zusammen und läßt sie frei, so werden sie sich über die
beschriebenen Zufallssprünge tendenziell gleichförmig im Raum
verteilen; sie ›diffundieren‹«.
(Soweit zitiert nach: Thesaurus der exakten Wissenschaften,
Stichwort Diffusion, Seite 174).
Nun zur Moderne.


Dies alles trifft auf die Moderne zu. Ebenso wie der Umstand, daß die Ursache für die Diffusion die ungleichmäßige Verteilung der Diffusanten/des Diffusats im Raum ist. Diese Ungleichmäßigkeit äußert sich in der Existenz eines GRADIENTEN.
In E.T.A. Hoffmanns Meister Floh ist dieser Gradient der Flohbändiger Leuwenhoek. Der betreibt in Frankfurt am Main einen Flohzirkus, in dem man dressierte Flöhe, als Soldaten verkleidet, bei ihren Sprüngen betrachten kann - und genau diese sind entflohen - flohmäßig diffundiert - unter Führung von Meister Floh, dem Oberhaupt aller Flöhe.

Nach dem Diffusionsgesetz verhält sich die Menge der
diffundierten Flöhe proportional zum Gradienten.
Der Proportionalitätsfaktor entspricht dabei dem für Diffusant und
Diffusat charakteristischen Diffusionskoeffizienten.
Ist Meister Floh der Proportionalitätsfaktor, so der
Diffusionskoeffizient der Geheime Hofrat Knarrpanti.
Dieser verfährt nach der membranistischen Methode: »...ist erst der
(Kunst)verbrecher oder Modernist ausgemittelt, findet sich das
begangene (Kunst)verbrechen von selbst...«
Was nun auf jene Kunstrichterei passen will, der - selbst nicht
modern - die Moderne gehupft wie gesprungen ist.
Solange bei ihr das Bedürfnis sich zu kratzen vor dem Juckreiz
kommt.
Abbildungen:
Ausstellung Paul Mersmann: Das Alphazet in der
Universitätsbibliothek Bochum v. 27.5. - 31.8.2010. Aufnahmen: Archiv
„Boxen hat grundsätzlich nichts Spielerisches, nichts Helles,
nichts Gefälliges an sich. In seinen intensivsten Momenten ist es
(…) das Leben selbst und kaum ein blosser Sport.“
Joyce Carol Oates: „Über Boxen“
