1.
Übergangslos: ein erstaunliches Wort, es schafft Übergänge, sofort. Sie erinnern sich? Nein, Sie erinnern sich nicht. Nun... wir wollen nicht behaupten, dass wir Abhilfe schaffen können. Abhilfe, was könnte das sein? Aber wir haben es jetzt, immerhin, bereits geschafft, dieses ›wir‹ zu etablieren, eine Schliere im Text, wenn Sie so wollen, etwas, das leicht in der Einbildung zur Schlinge wird, denn von einem wirklichen Wir ist weit und breit nichts zu sehen, jedenfalls vorerst... So oder ähnlich schrieb man zu der Zeit, über die zu berichten ich mich anschicke, obwohl es mir lieber wäre, ich schriebe mich aus ihr heraus, ganz und gar aus ihr heraus, aber wie soll das gehen? ›Ich werde es nicht schaffen, aber ich will es versuchen.‹ Das ist eine vielfach gebrauchte Formel, die aufgrund gewisser lebenstherapeutischer Erfahrungen, sowohl eigener wie fremder, mürbe geworden zu sein scheint. Geht man ihnen nach, dann entdeckt man, dass die fremden oft genaueren Aufschluss versprechen. Wer in den eigenen Erfahrungen wühlt, wird schnell aufgewühlt und ist bereits geblendet. Dieser Effekt entfällt, sobald man aus dem Inneren einer anderen Person heraus denkt, fühlt, redet, berichtet. Man weiß, was man nicht weiß, und diese parasokratische Volte schafft Raum in der Zeit, die ansonsten dicht wie ein Nessusgewand anliegt. Man hat etwas erlebt, etwas wurde einem zugetragen und alles bleibt Hypothese. Mehr ist nicht zu erwarten. Überhaupt sollte man mit dem Erwarten in beide Richtungen vorsichtig sein. Oft sind es Leute, die nichts erwarten, mit denen man Scherereien bekommt. Hört man ihnen zu, so hat man schnell heraus, dass der volle Wortlaut der Formel, mit der sie im Leben punkten, ›nichts als‹ lautet, und weiß Bescheid. »Ich erwarte nichts als die volle Verfügung über dein Konto« - was wäre von einem, der so denkt, schon zu erwarten? Nichts? O nein. Übergangslos befindet man sich in einer Welt anderen Zuschnitts. Und darin, wenngleich nicht allein, besteht das Geheimnis des Übergangs.