ACTA LITTERarum
 
 
 
 
Die Paare
Post Scriptum
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Zum besseren Verständnis der folgenden Darlegungen, zu denen ich mich veranlasst sehe, um der Sache vielleicht auf diesem Weg die entscheidende Wendung zu geben, beginne ich mit der Erinnerung an den bereits genannten Abend. Ich muss das erklären: wie die Dinge stehen, verfüge ich über zwei Versionen dessen, was andere den ›Hergang‹ dieser Geschichte nennen würden. Eine davon hält mein wie immer argloses Gedächtnis bereit, sooft ich es befrage. Die andere habe ich seither aus Fakten und Mutmaßungen zusammengetragen, ohne dass es mir gelungen wäre, beide miteinander zu verbinden. An manchen Tagen scheinen sie fast zu verschmelzen, an anderen liegen sie so weit auseinander, dass ich schwankend werde und überlege, ob ich damals überhaupt mit Rennertz zusammengetroffen bin – gewiss eine unsinnige Anwandlung, denn nichts war ungewöhnlich, als ich ihn an einem verregneten Julitag von einem Autobahntelefon aus anrief und mich mit ihm zum Abendessen in einem Düsseldorfer Restaurant verabredete. Wir haben uns selten gesehen, auch früher, obwohl ich ihn als Gesprächspartner schätzte und eine etwas vage Freundschaft uns miteinander verband. Ich war geschäftlich im Norden unterwegs gewesen und befand mich auf der Rückreise. Rennertz kam, wie immer, aus Solingen herüber. Ich war wenige Minuten vor ihm eingetroffen, mit leichtem Spott registrierte ich den sprichwörtlichen Dackelblick, der den Raum abtastete, ehe die zugehörige Person eilig, die Schultern nach vorn gezogen, den Tisch ansteuerte, an dem ich Platz genommen hatte. Rennertz, dies vorneweg, war alles andere als eine komische Figur. Weniger als sein Blick amüsierte mich der Umstand, dass er zu einem wie ihm nicht zu passen schien. Außerdem gehörte es sich so – hätte uns jemand gefragt, so hätten wir beide, glaube ich, ohne Zögern den Spott als das Elixier unserer Freundschaft bezeichnet. Damals meinte ich noch zu wissen, dass dieser zurückhaltende, von einem unausgesprochenen, womöglich unaussprechlichen Hochmut erfüllte Mensch sein Geld in der Werbebranche verdiente.